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15.08.2021

Meeresspiegelanstieg


Eine der bedrohlichsten Folgen des Klimawandels ist der Meeresspiegelanstieg.

 

Teilweise ist der Meeresspiegelanstieg ein natürlicher Prozess: während Kaltzeiten, also zum Beispiel einer Eiszeit, sinkt der Meeresspiegel drastisch ab, weil die Eismassen den Ozeanen ihr Wasser entziehen. In Warmzeiten hingegen schmelzen die Eiskappen ab und der Meeresspiegel steigt stark an. So ist der Meeresspiegel von der letzten Eiszeit bis jetzt um 125 Meter gestiegen.

 

Der menschengemachte Treibhauseffekt verstärkt den Prozess jedoch. Durchschnittlich hebt sich der Meeresspiegel mittlerweile um 3,6 Millimeter pro Jahr, allerdings steigt die Zahl, um die er sich hebt, jedes Jahr ein bisschen mehr. Verantwortlich für den Meeresspiegelanstieg sind zu 70 Prozent die abschmelzenden Gletscher, für die restlichen 30 Prozent sorgt die Wärmeausdehnung des Wassers. Wasser verändert nämlich in Abhängigkeit von der Temperatur sein Volumen und dehnt sich bei Erwärmung beispielsweise aus. Bis letzteres seine volle Wirkung erreicht hat, dauert es übrigens noch Jahrhunderte, denn die Oberflächentemperatur breitet sich sehr langsam in tiefere Schichten aus.

 

Wissenschaftler:innen gehen von verschiedenen Szenarien aus: je nachdem, wie gehandelt wird und die Emissionen verringert werden oder nicht, könnte der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts um mehr als einen Meter steigen. Das hätte für die Küste und besonders für den Lebensraum Wattenmeer verheerende Folgen!

Beim Pariser Klimaabkommen hat man sich darauf geeinigt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad seit der Industrialisierung bis 2100 zu beschränken. Wird das geschafft, würde der Meeresspiegel bis 2100 „nur“ um 35 Zentimeter ansteigen.

 

Allerdings sieht es im Moment ziemlich schlecht aus: laut Forscher:innen haben wir das so genannte 1,5 Grad Ziel schon 2030 erreicht, wenn wir die Emissionen nicht deutlich verringern!


 

 

 


Autor: Samira Mittring
Foto: Samira Mittring
Quelle: Nationalpark-Haus Baltrum