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News

11.06.2020

Nationalpark-Haus I.


Es ist etwas in den Hintergrund geraten, in dieser seltsamen Zeit:

 

Miriam Tölke (rechts), seit August 2019 FÖJlerin im Nationalpark-Haus auf Baltrum, ist seit dem 6. März 2020 geprüfte Nationalpark-Führerin und zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin für den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Erst waren die Insulanerinnen und Insulaner alle noch zum Inseltreffen auf Norderney, und dann, als das Nationalpark-Haus gerade wieder seine Pforten öffnen wollte, kam mit Corona die Inselsperre... und dann musste die junge Absolventin des Freiwilligen Ökologischen Jahres mit ihrer Kollegin Tale Meinrenken vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz auf Baltrum, tatsächlich sogar die Insel verlassen.

Nun, irgendwann durften Beschäftigte und Angestellte wieder auf die Insel, heute sind auch wieder Gäste da, und das Nationalpark-Haus hat geöffnet.

Zeit, endlich ein Foto zu machen und das Ereignis zu würdigen!

Herzlichen Glückwunsch nachträglich!

 

Es ist derzeit nicht leicht für das Team um Nationalpark-Haus-Leiterin Karen Kammer (links). Es wurde ein Plan ausgetüftelt, wie die Besucherströme zu lenken seien in der verwinkelten Ausstellung, und sich bei den beliebten Führungen an eine relative "Normalität" herangetastet. Einzig die Salzwiesenführung ist im Veranstaltungsplan dem Zeitgeschehen zum Opfer gefallen. Doch abgesehen von den Reglementierungen wegen der Abstands- und Hygieneregeln im Gebäude machen jetzt die wechselnden Bestimmungen hinsichtlich der Führungen zu schaffen. Durften vor Kurzem noch erst 19, dann 16 Teilnehmende mit ins Watt oder auf Vogel-Kiek genommen werden, sind es seit dieser Woche nur noch zehn, natürlich mit Mund- und Nasen-Schutz. Dass das mit den auch einzuhaltenden Abstandsbestimmungen auf dem Wattboden ein ziemlich sportliches Unterfangen ist, kann man sich gut vorstellen. Wirtschaftlich betrachtet, ist es natürlich ebenfalls eine Katastrophe, ist das Haus doch auf die Einnahmen aus den Führungen angewiesen. Ein Eintritt zur Ausstellung wird nämlich nicht erhoben. Ansonsten gibt es zwar einen Betriebskostenzuschuss vom Land, doch um Unterhalt und Löhne zu bezahlen, bedarf es einiger Anstrengungen in der kurzen Baltrumer Saison.

 

Gut, dass Karen Kammer in den letzten Jahren ein kleines finanzielles Polster erwirtschaftet und angelegt hat, wie sie sagt. Das hilft jetzt, bis alles hoffentlich irgendwann wieder seinen gewohnten Gang gehen kann. Bis zur Normalität wird es noch ein weiter Weg und eine große Durststrecke sein, vermutet die Leiterin des Nationalpark-Hauses auf Baltrum.

 

Sie ist dennoch optimistisch und versucht, das Beste aus den wechselnden Gegebenheiten zu machen.


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Hinrichs