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12.05.2020

Betriebsausschusssitzung


Zur Gründung einer "Baltrum nach Corona" Arbeitsgemeinschaft traf sich am Dienstagnachmittag der Betriebsausschuss aus Rats- und Verwaltungsmitgliedern mit den künftigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem Arzt- und Rettungswesen, der Polizei, Vertretern bzw. Abgeordneten von Einzelhandel, DEHOGA, Ferienwohnungsvermietern sowie einigen Zuschauerinnen und Zuschauern im Strandhotel Wietjes. Entschuldigt wurden Reederei und Garagen- und Parkplatzservice.

 

Es geht um die sanfte Wiedereröffnung der Insel, bei der alle an einem Strang ziehen sollen, stellte Ausschussvorsitzender Olaf Klün den Grund der Versammlung in dieser Form vor.

Die Gemeinde- und Kurverwaltung gab einen Überblick über die bereits umgesetzten oder anstehenden Tätigkeiten zur Saisoneröffnung: Ruhebänke für die Erholung an der frischen Luft würden ausreichend bereit stehen, die Spielplätze sind geöffnet und mit Hinweisschildern versehen, Spielgeräte am Strand seien aufgebaut, der Schutzdünenzaun und die Bretterbohlen sind verlegt, die Strandcontainer für Strandkorbvermietung und DLRG-Rettungswacht stehen bereit, der alte DLRG-Badecontainer hat seine neue Bestimmungh als Kurbeitragskontrollhäuschen im Hafen gefunden, das Badefeld ist abgesteckt und wird am Mittwoch bespannt. Dann geht es auch mit der Aufstellung von Strandkörben los, 150 Stück zunächst, mit einem Abstand von jeweils drei Metern, ab Pfingsten folgen nach und nach mehr. Der Strand sei sehr flach, dennoch soll der Alte Badeturm wieder am ersten Abgang aufgestellt werden. Er erhält derzeit noch einen neuen Farbanstrich, den die Inselfreunde Baltrum spendiert hätten. Ob Surf- und Kajakstrand dort ebenfalls wieder ihren Platz finden können, sei noch ungewiss und werde verhandelt.

Öffentliche Toiletten und Duschen werde es – entgegen der gestrigen Versprechung in der virtuellen Bürgerfragestunde – zunächst nicht geben können. Der Landkreis Aurich habe nochmals beschieden, dass dies aus Infektionsschutzgründen derzeitig nicht zulässig sei. Auch das Anbaden werde in diesem Jahr nicht stattfinden. Ab wann Strandgymnastik stattfinden könne, war noch offen. Das DLRG Wachteam ist auf der Insel und bereite die Saison vor.

Die Schutzhütten in den Dünen würden derzeit überholt, schloss Harm Olchers seinen Bericht.

Kämmerin Heike Classen hatte "nichts Erfreuliches" zu berichten. Es sei ein Minus von rd. 200.000 Euro an Einnahmen zu verzeichnen. Es herrsche Haushaltssperre, nur das Allernötigste werde angeschafft. Der Kurbeitrag werde trotz der Einschränkungen und ungewissen Öffnungszeiten von SindBad und Kinderspielhaus in voller Höhe erhoben. Es wird um Verständnis und Solidarität seitens der Gäste geworben. 

 

Die AG "Baltrum nach Corona" soll die insofern verfahrene Situation gestalten helfen, als dass speziell Gastgeberinnen und Gastgeber sowie Gewerbetreibende sich von der Kurverwaltung im Stich gelassen fühlten. Man verstünde nicht, was gerade aktuell sei. Man erwarte klare Worte aus der Verwaltung, um gegenüber Gästen Rechtssicherheit zu haben.

Darunter stelle man sich beispielsweise vor, dass es eine klare Regel hinsichtlich der Aufenthalstdauer geben müsse. Eigentlich wäre eine Mindestmietdauer von einer Woche vorgesehen.

Um es kurz zu machen und die Diskussion abzukürzen, wie lang eine Woche ist: 

Ferienwohnungsgäste dürfen auch für drei oder vier Tage anreisen. Der Vermieter/die Vermieterin ist verpflichtet, die Wohnung für den Rest der Woche frei zu halten. Es geht darum, viele Wechsel zu vermieden. 

Die Gäste müssen bei der Gemeinde angemeldet werden: Lage des Objektes, Bettenzahl, Anzahl der Übernachtungen, gemeinsam nutzbare Räumlichkeiten, Personalien der Gäste, bestenfalls mit Telefonnummer. Die Gemeinde sendet eine Bestätigung.

Die Reederei darf nur Personen befördern, die sieben Tage auf der Insel bleiben, d.h. der Vermieter muss eine kürzere Verweildauer mit der zur Woche aufrundend geblockten Zeit quasi quittieren. Ein Formular wäre wünschenswert, wurde aus der Versammlung verlangt.

Es ging auch darum, wieviele Personen aus wie vielen Familien bzw. Haushalten und mit welchen Verwandschaftsverhältnissen an einem Tisch im Restaurant sitzen dürften. Berthold Tuitjer verwies auf die sich schnell ändernden Bestimmungen... derzeit sind zwei Familien erlaubt, nicht aber drei Hausstände, doch das könne nächste Woche schon wieder anders sein. Mit weiteren Lockerungen werde gerechnet.

 

Zur Situation am Hafen wurde berichtet, dass die Autobesitzerinnen und -besitzer ihre PKWs aus Hygiene- und Arbeitsschutzmaßnahmen selbst hinter den Deich fahren mögen. Wer nicht spazieren gehen möchte, kann in einem der beiden Shuttlebullies mitfahren - mit Mund- und Nasenschutz, und am Besten auch mit Handschuhen. Personen, die nicht so fit sind oder diejenigen mit Hund oder Kleinkind dürfen den Schlüssel abgeben, das Auto wird bei Anreise dann binnendeichs gebracht und bei Abreise umgekehrt auch wieder zum Hafen.

Abstandhalten am Hafen beim Be- und Entladen scheint eine besondere Herausforderung für alle zu sein. Es sei nochmals auf die Coronaregeln hingewiesen. Von der Reederei wünschte man sich Maßnahmen zur Entzerrung.

 

Als kleinen Ausblick auf die Zukunft wurde eine mögliche Saisonverlängerung angesprochen – dazu wollen die neue Arbeitsgemeinschaft und die Gemeinde mit ihrem Krisenstab ein Konzept erarbeiten, heiß es vage.

 

 

 

 


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Hinrichs