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19.10.2021

Ratssitzung 12.10.21


Teil II Jahresabschlüsse

  

Die Jahresabschlüsse 2018 und 2019 der Gemeinde und der Jahresabschluss des Eigenbetriebes Kurverwaltung 2020 standen auf der Tagesordnung.

 

Jahresabschluss 2018

Die "alten Kamellen" mussten jetzt behandelt werden, weil Baltrum - wie viele Kommunen - Probleme mit der Doppik und dem Start in die neuen Jahresabschlüsse hatte, erklärte Kämmerer Dennis Pollmann aus Ihlow. Jetzt sei man aber auf aktuellem Stand. In kleinen Kommunen fehle es einfach an Expertise, und es gäbe zu wenig Menpower (!) für zu viel Arbeit.

Für 2018 sei der Abschluss mit einem Überschuss von über 800.000 Euro, auch Dank einer kapitalisierten Bedarfszuweisung, erfreulich, berichtete er anhand einer Power-Point-Präsentation. Es hätte viele Steuereinnahmen gegeben, auch aus der Zweitwohnungssteuer. Für den KiTa-Vertrag gab es 116.000 Euro vom Landkreis Aurich. Im Finanzhaushalt stehen mit den Investitionen und Auszahlungen insgesamt 94.000 Euro im Saldo (rd. 13.000 Versorgungsrücklage Beamte,  2.000 Euro Wickeltisch KiTa, 80.000 Hafengestaltung). Es mussten keine Kredite aufgenommen und Schulden konnten abgebaut werden. Der Endbestand war positiv, es gab keinen Liqiditätsengpass. Das bilanzielle Jahresergebnis beträgt 208.279,92 Euro.

Der Jahresabschluss ist geprüft (und mit entsprechenden Anmerkungen versehen) worden.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig den vorgelegten Jahresabschluss der Gemeinde Baltrum zum 31.12.2018 inkl. Anhang und der Stellungnahme zum Schlussbericht 2018, die Entlastung des Bürgermeisters für das Haushaltsjahr 2018 und die Verrechnung des Jahresüberschusses aus dem Haushaltsjahr 2018 mit den Sollfehlbeträgen aus dem letzten kameralen Haushalt.

 

 

 

 

Jahresabschluss 2019

Erhebliche Gewerbesteuernachzahlungen schlugen 2019 positiv zu Buche, dafür fiel die Versorgungsrücklage für Beamte noch einmal deutlich höher aus als im Planansatz veranschlagt. Trotz Schadensersatzleistungen, Straßenbaumaßnahmen und Kosten aus laufender Verwaltungstätigkeit sei der Saldo erfreulich, so Kämmerer Pollmann. Die Zuwendung zur Hafengestaltung habe zurückgezahlt werden müssen. Baumaßnahmen und Anschaffungen für Attika, Feuerwehr, Schule und gemeinsames Ticketing betrugen in 2019 160.000 Euro.

Es mussten keine Kredite aufgenommen werden, es gab keinen Liquiditätsengpass. Außerplanmäßige Ausgaben gab es für Personalaufwand (ca. 30.000 Euro), eine Widerrufsgebühr (69 Euro), Lesasing Amarok für die FFW (rd. 1.800 Euro), die Überprüfung der Wasserversorgungsanlage und Anschaffung einer Mülltonne (244 Euro) und die Auszahlung einer Sicherungssumme für die Schule (rd. 2.600 Euro).

Auch in 2019 wurde die Bilanzsumme gemehrt. Das kamerale Fehl war eingeplant, Schulden wurden abgebaut. Das doppische Fehl liegt bei 1,482 Mio Euro, der Jahresüberschuss bei rd. 700.000 Euro. Das Mietkautionskonto sei nicht ausgewogen, berichtete Pollmann, das müsse mit aufgenommen werden.

Der Gemeinderat beschloss jeweils einstimmig, den über- und außerplanmäßigen Aufwendungen und Auszahlungen des Haushaltsjahres 2019 zuzustimmen, den vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2019 inkl. Anhang und Schlussbericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 31.12.209 und der Stellungnahme zum Schlussbericht, die Entlastung des Bürgermeisters für das Haushaltsjahr 2019, und den Jahresüberschuss aus dem Haushaltsjahr 2019 mit den Sollfehlbeträgen aus dem letzten kameralen Abschluss zu verrechnen.

 

 

 

 

Jahresabschluss 2020 des Eigenbetriebes Kurverwaltung

Kämmerer Pollmann gab einen Überblick über die Gäste- und Übernachtungszahlen. Es sei festgestellt worden, dass die Zahlen ab 2014 nicht richtig erfasst wurden (Doppelzählung bei Buchungen über Monatswenden, ein Progammierungsfehler), was jetzt bereinigt wurde. Die Einnahmen und Gelder blieben jedoch wie gebucht, versicherte er. In 2020 gab es coronabedingt erhebliche Rückgänge in den Umsatzerlösen außer am Strand, wo sich die Anschaffung neuer Körbe bezahlt machte. Der Jahresverlust der Kurverwaltung beträgt "nur" 2495,14 Euro dank einer Billigkeitsleistung zur Unterstützung öffentlicher Akteure im Tourismus in Höhe von 170.000 Euro, sodass man mit einem blauen Auge davongekommen sei. Bei der Bewertung der Chancen und Risiken stehen sich eine ausgeglichene mittelfristige Ergebnisplanung und die reale Entwicklung unter der Corona-Pandemie gegenüber. Pollmann warnte vor dem Investitionsstau: Einerseits müsse gespart werden, andererseits seien Ausgaben unablässig, um den Toursimus auf Baltrum weiterzuentwickeln, heißt es im Lagebericht. Der Abschluss trägt einen Bestätigungsvermerk der Kommuna Treuhand GmbH (die später auch den Auftrag zur Prüfung des Jahresabschlusses 2021 erhielt).

Die Ratsversammlung beschloss einstimmig den Jahresabschluss des Eigenbetriebes Kurverwaltung sowie den Lagebericht für das Jahr 2020, den Jahresverlust 2020 in Höhe von 2.495,14 Euro auf neue Rechnung in 2021 vorzutragen und die Entlastung des Kurdirektors/Betriebsleiters bei eigener Enthaltung.

 

 

 


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Sabine Hinrichs / Präsentation Gemeinde Baltrum