Suche:
News

23.03.2020

Anderer Landkreis – andere Sperre


Eine Insel nach Osten weiter, auf Langeoog gelten andere Gesetze als auf Baltrum. Die drei Ostfriesischen Inseln Juist, Norderney und Baltrum gehören zum Landkreis Aurich; Langeoog und Spiekeroog zum Landkreis Wittmund; Wangerooge zu Friesland, Borkum zu Leer....

Während die Küstenländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen die Urlaubssperre für die deutschen Inseln (und Küstenbadeorte) ziemlich früh und dann auch einmütig verordnet hatten, gab es hinsichtlich des allerletzten Abreisedatums Unterschiede – erst hieß es "sofort" (18.3.), dann Frist bis 25.3., das hatte der Landkreis Aurich zurückgenommen (bis 22.3.).

 

Auf Langeoognews.de hieß es am Sonnabend, dem 21. März:

"In Absprache und im deutlichen Einvernehmen mit unseren Inselbürgermeistern Heike Horn (Langeoog) und Matthias Pisczan (Spiekeroog) wird es der Landkreis Wittmund zum jetzigen Zeitpunkt bei der derzeit gültigen Verfügung belassen und nicht dem Auricher Beispiel folgen, eine erlassene Verordnung wieder zu verschärfen, das bedeutet: Die geltende Regelung (allgemeine Verfügung) im Kreisgebiet besagt, dass alle Touristen auf den Inseln im Landkreis bis spätestens zum 25.03. die Insel zu verlassen haben. Dabei bleibt es.

Derzeit sind nur Touristen auf den beiden Inseln, die sich schon länger dort aufhalten. Neue Touristen sind seit der Verfügung nicht mehr dazu gekommen. Somit stellen die „Verbliebenen“ nach Einschätzung des Kreises keine akute Gefahr dar. Vor diesem Hintergrund verzichtet der Kreis darauf, eine verpflichtende Abreise eher zu verfügen, da diese auch erst am Sonntag rechtskräftig werden würde.

Zur weiteren Info:

Auf Spiekeroog halten sich lt. Bürgermeister derzeit ungefähr noch 400 Touristen auf, auf Langeoog noch ca. 300 Inselgäste. (21.3. Anm.d.Red.)

Von den Langeooger Gästen reisen nach Einschätzung der Bürgermeisterin in den nächsten beiden Tagen weitere rund 200 Personen ab."

 

Auf Nachfrage eines Insulaners über die seit gestern Abend geltenden und als besonders heftig empfundenen Einschränkungen erklärt Bürgermeister Berthold Tuitjer heute, Montag der 23. März 2020, dazu:

"Der Krisenstab des Landkreises Aurich ist mit der Ausgangsbeschränkung sowie Abriegelung der Insel gestern (22.3., Anm d. Red.) vorangegangen ohne sich - meines Wissens - mit den Landkreisen Leer, Wittmund und Friesland über ein gemeinsames Vorgehen explizit abzustimmen. Im Hinblick auf den Infektionsschutz waren die Vorkommnisse auf Norderney, wo sich noch sehr viele Gäste aufhielten und eine hohe Anzahl Handwerker täglich pendeln, für diese Entscheidung ausschlaggebend und für mich nachvollziehbar. Juist und Baltum haben kein einziges Intensivbett, jeder positive Fall würde unsere Systeme über Maßen (Rücktransport an Land) belasten. Die Zugangsregelungen sollten meines Erachtens auf allen Ostfriesischen Inseln gleichlautend sein.

Eine gesonderte Erklärung durch mich als Inselbürgermeister empfinde ich in dieser Lage entbehrlich und überfrachtend. Sachlich zuständig für den Infektionsschutz sind die Gesundheitsämter der Landkreise, wobei die Gemeinden/Städte in Amtshilfe sowie die Polizei im Vollzug unterstützen. Die Entscheidung unseres Landrates kann ich in der jetzigen Lage nachvolziehen und unterstütze diese ausdrücklich.

Die Vermeidung von sozialen Kontakten ist ein einfaches aber sehr effektives Mittel zur Verhinderung eines zu schnellen Anstiegs der Infektionen."

 

Am Sonntagabend war die Feuerwehr mit Lautsprecheransage durch den Ort gefahren, um auch die älteren Mitbewohnerinnen und Bewohner zu informieren, bzw. diesenigen, die nicht über das Internet an die aktuellen Informationen gelangen.

 

 


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Quelle: Langeoognews.de / Bürgermeister Berthold Tuitjer, Baltrum