Suche:
News

30.01.2020

Ratssitzung 29.1.2020 Teil II.


Ratssitzung 29. Januar 2020 auf Baltrum

 

Beim SindBad haben die Bauarbeiten zur Erneuerung der Attika begonnen. Es sei schwierig gewesen, den Auftrag zu vergeben, da sich auf die öffentliche Ausschreibung niemand beworben habe, erläuterte Bauamtsleiter Harm Olchers am Dienstagabend bei der gut besuchten Ratssitzung auf Baltrum und sprach das nicht immer leicht zu handhabende Vergaberecht für die öffentliche Hand im Falle der kleinen Inselgemeinde an. Somit entschuldigte er quasi den langen Aufschub der schon vor Jahren geplanten und bewilligten Maßnahme. Mit Hilfe des Rechnungsprüfungsamtes des Landkreises Aurich wurde eine Lösung gefunden, sodass der Auftrag vergeben werden konnte. Es können nun endlich auch neue, barrierefreie Türen im SindBad eingesetzt werden.

 

 

Im Zuge des KIP 1 und KIP 2, dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz (KInvFG) des Bundes zur Hilfe finanzschwacher Kommunen in den Ländern, konnte zur energetischen Aufwertung der kommunalen Gebäude neue Fenster eingesetzt werden. Diese Arbeiten sollen in 14 Tagen abgeschlossen sein.

 

Der Haushalt 2020 sei in Vorbereitung, erklärte Kämmerin Heike Claassen, sodass die Beratungen demnächst vonstatten gehen können.

 

„Dornröschen der Nordsee“ bleibt auch weiterhin geschützer Begriff für die kleinste Ostfriesische Insel. Die Wort-Bild-Marke kostet insgesamt 750 Euro für die nächsten zehn Jahre, die der Rat einstimmig bewilligte – ob sie nun genutzt würde oder nicht.

 

Die Teilnahme an einem Podcast-Projekt des Inhalts „Männer-Thalasso“ wurde hingegen gegen die Stimme des Bürgermeisters Berthold Tuitjer abgelehnt mit dem Hinweis, dass Podcasting „noch nicht so verbreitet wie gewünscht“ sei. Zudem sei „Herren-Thalasso“ seitens des Rates schon einmal abgesägt worden. Die marketingreife Erfindung eines kleinen Kreises Baltrumer Spaßvögel stieß seinerzeit beim kommunalen Entscheidungsgremium auf keinen Humor und wenig Verständnis.

 

Die Konsumgenossenschaft Baltrum darf ihren Inselmarkt erweitern und umbauen. Der Baltrumer Gemeinderat stimmte ohne Diskussion darüber ab und gab sein Okay dermaßen flott, dass das Publikum nicht in den Genuss der Erläuterung und Ansicht konkreter Pläne trotz Anwesenheit der Architekten und Planer kommen durfte. Der Backshop soll an das Hauptgebäude angegliedert, nach Süden erweitert und um eine Etage erhöht werden zur Schaffung neuer Mitarbeiterwohnungen.

 

Die Tourist-Info wird renoviert. Auch hier geht es nicht so schnell voran wie erhofft; einer sei verunfallt, einer sei in Urlaub... mit eigenen Bordmitteln wird jetzt erst einmal der Tresen verkleidet, das würde schick werden, versprach Harm Olchers.

 

Der Umbau des Alten Badehauses zu einem Jugendtreff verzögere sich ebenfalls aus den genannten Gründen. Das Ziel würde aber nicht aus den Augen verloren.

 

Der Umbau der Toiletten im Rathaus sollte wieder in Gang gebracht werden, forderte Uwe Friedrich (Gemeinsam für Baltrum). Das LEADER-Projekt war zurückgestellt worden, weil es Pläne zu einem Rathausneubau gegeben hätte, nun würde darüber diskutiert die Verwaltungen aller Inseln zusammenzulegen und die Rathäuser zu verkleinern... bis es soweit sei, sollte dringendst ein behindertengerechter Umbau erfolgen und das LEADER-Projekt reaktiviert werden. Bürgermeister Berthold Tuitjer stimmte diesem bei, müsste man bei der „unklaren Aussicht der visionären Geschichte“ doch jetzt den Nutzen haben. Er wolle gerne seine Weigerungshaltung der Durchführung aufgeben.

 

Die Verwaltung wurde gefragt, warum über den Jahreswechsel Kurtaxkontrollen nicht einmal stichprobenartig durchgeführt wurden, worauf es keine Antwort gab.

 

Eine Mütterriege war auch bei dieser Ratsversammlung zugegen und fragte bei der Bürgermeisterfragestunde, warum die Öffnungszeiten des Kindergartens nicht immer eingehalten werden könnten? Bwerthold Tuitjer rechtfertigte das Dilemma u.a. mit Sicherheitsvorgaben und Fortbildungsmaßnahmen. Man sei sehr zufrieden mit der Kindergartenleitung, stellte er sich hinter sein Team, und Schließtage seien auch an Land völlig normal. Alternative wäre, die Kindergartenaufgabe analog zum Rettungsdienst an den Landkreis Aurich zurückzugeben. Ein Gesprächsabend mit allen Eltern sei geplant, hieß es.


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Hinrichs