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19.09.2021

Windparks


Offshore Windparks


Wer bei guter Sicht schon einmal Richtung Norden geschaut hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass am Horizont Windkraftanlagen stehen. Dort befinden sich die Offshore Windparks Gode Wind 1 und 2. "Offshore" bedeutet soviel wie "vor der Küste". Auf See sind besonders gute Bedingungen, denn man hat meist stetigen Wind mit einer viel höheren Windgeschwindigkeit, deswegen können sie doppelt soviel Strom produzieren wie eine vergleichbare Anlage an Land. Von Baltrum aus sehen kann man den Windpark Gode Wind 1, der 97 Anlagen umfasst und sich 33 Kilometer vor Norderney befindet. Von hier sehen sie zwar winzig aus, die Anlagen haben allerdings gewaltige Dimensionen: Sie sind 125 Meter hoch, der Durchmesser der Rotoren beträgt 154 Meter und eine Anlage wiegt etwa 1000 Tonnen, also soviel wie 1000 VW-Golf.


Die Anlagen sind nun errichtet, doch wie kommt der Strom zum Verbraucher?


Aus dem Windpark Gode Wind 1 wird der Strom über ein 35 Kilometer langes Seekabel und ein 45 Kilometer langes Erdkabel bis zum Netzverknüpfungspunkt Emden/Ost geleitet. Verantwortlich dafür ist der Übertragungsbetreiber TenneT: Ein Schiff, welches mit zwei Kabeldrehtellern ausgestattet war, verlegte gebündelte Hochspannungsgleichstromkabel, die danach von einem Tauchroboter in den Meeresboden eingebuddelt wurden. Unter Norderney wurden die Kabel letztes Jahr "durchgeschossen": Besonders in sensiblen Ökosystemen schafft man mithilfe von Horizontalbohrungen eine grabenlose Kabelverlegung, um diese zu schonen.


Was hat Baltrum damit zu tun?


Auch unter Baltrum sollen ab 2030 Kabel durchgeschossen werden, damit die gewonnene Energie an Land gebracht werden kann. Ein Problem stellt dabei die Süßwasserlinse Baltrums dar, weil man nicht genau weiß, wo sie sich befindet. Unser Wasser bekommen wir zwar vom Festland, die Wasserlinse ist jedoch eine Notration, falls es irgendwann mal Mangel gibt. Wird sie bei den Bohrungen geschädigt, hätte dies enorme Auswirkungen.


https://www.tennet.eu/de/unser-netz/offshore-projekte-deutschland/offshore-2030/raumordnungsverfahren-seetrassen2030/


Grüner Strom?!


Bis der grüne Strom wirklich "grün" ist, dauert es noch Jahre! Die erschwerten Bedingungen des Baus und des Transportes der Materialien auf hoher See, wie z.B. starker Seegang, Sturm, Wassertiefen bis 35 Meter, waren und sind ein großer Aufwand, der enorm viel Energie kostet. Bis dieser Energieverbrauch ausgeglichen ist, dauert es noch Jahre, und manche glauben sogar, dass die Anlagen dann schon wieder abgebaut werden müssen, wobei man auch nicht weiß, wie das funktionieren soll.

 

Auch für die Natur birgt der Offshore Windpark Gefahren, hier wird nur eine Auswahl genannt: Das Rammen der Fundamente hat schädliche Auswirkungen auf Meeressäuger und Fische, wichtige Nahrungsgebiete gehen verloren und die Zugrouten der Zugvögel werden beeinträchtigt.


 

 

 


Autor: Samira Mittring
Fotos: Samira Mittring
Quelle: Nationalpark-Haus Baltrum