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22.03.2020

Sonntagsimpuls


Sonntagsimpuls zum 22.03.2020

 

Die Glocken der Inselkirche läuten dieses Wochenende wie immer:

Sonnabends um 18 Uhr, Sonntags um 9 Uhr und um 10 Uhr. 

Anstelle des Gottesdienstes gibt es einen Sonntagsimpuls.

 


Liebe Baltrumer, liebe Freunde unserer Kirchengemeinde,

 

auf einmal ist alles anders! Was letzte Woche noch als fester Termin erschien, ist jetzt unbekannt verschoben: der Schul- oder Kindergartenbesuch, das Teetrinken mit Freunden oder Nachbarn, die Veranstaltungen der Kirchengemeinde, der sonntägliche Gottesdienst, die Konfirmationen. Die Inseln sind „abgeriegelt“. Die Restaurants und Pensionen sind gleich nach dem Saisonstart wieder geschlossen. Die angereisten Urlauber sind wieder abgereist. Die Straßen sind leer, der Strand auch.

Der Dax ist auf Talfahrt und wir Deutschen haben die Vorratshaltung wiederentdeckt. Kurzarbeitergeld, RKI und Virologe sind drei Wörter, die wir in der vergangenen Woche vermutlich häufiger als zuvor in unserem ganzen Leben in den Mund genommen haben.

Es ist Wochenende nach einer ungewöhnlichen Woche. Und vor uns liegt ein ungewöhnlicher Sonntag. Mitten in der Passionszeit, in den sieben Wochen vor Ostern, in denen wir an Jesu Leiden erinnern – liegt der Sonntag Laetare: Freuet euch!

Sich freuen, nach allem was letzte Woche passiert ist. Sich freuen, wenn –aus gutem Grund! – die Türen unserer Kirchen diesen Sonntag geschlossen bleiben müssen. Sich freuen, wenn wir noch gar nicht absehen können, wie die „Corona-Krise“ ausgeht.

Klingt paradox, passt aber perfekt zum Sonntag und zum Predigttext. Den werden Sie nun leider nicht in den Kirchen hören können, aber vielleicht zu Hause nachlesen mögen: Jesaja 66, 10-14.

Im Jesaja-Buch, im Alten Testament, wird eine schwierige Zeit des Volkes Israel beschrieben. Im ersten Teil des Jesaja-Buchs geht es um die Jahre vor dem babylonischen Exil, unsichere Jahre in denen das Volk Israel vom Wohlwollen der es umgebenden Großmächte abhängig war. Im zweiten Teil steht das babylonische Exil im Mittelpunkt, Jahre der Verbannung, fern der Heimat. Eine Leidenszeit, in der auf einen Neuanfang gehofft wird. Und dann im dritten Teil, zu dem unser Predigttext gehört, gibt es die Möglichkeit zum Neuanfang. Das Exil ist vorbei, die Rückkehr nach Jerusalem ist Wirklichkeit geworden. Das Leben darf neu verantwortet werden – nicht jeder nutzt diese Möglichkeit. Der Predigttext wendet sich an die Menschen, die mitmachen möchten. Egal was die anderen in ihrer Umgebung meinen. Es wird von Freude und Trost gesprochen. Gott tröstet uns, so wie eine Mutter ihr Baby geborgen hält und tröstet. Als getröstete Menschen sollen wir uns freuen und fröhlich sein.

„Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich.“ (Jes 66,10)

Wir sollen uns freuen und auf Gott vertrauen. Es gibt derzeit äußerst berechtigte Sorgen! Aber auch dann darf sich gefreut werden. Es ist keine Freude darüber, dass manchen in unserer Region wirtschaftlich schwierige Zeiten bevorstehen – sondern eine Freude darüber, dass wir ein Dach über dem Kopf und genug zu essen haben. Es ist keine Freude darüber, dass Menschen erkranken – sondern eine Freude darüber, dass in Kliniken und Arztpraxen geholfen wird, dass alles getan wird, damit es den Betroffenen besser geht. Es ist keine Freude darüber, dass die Kirchen zu sind – sondern die Freude, dass Menschen trotz geschlossener Kirchen aneinander denken und beten. Es ist keine Freude über die Ungewissheit die vor uns liegt – aber eine Freude darüber, dass wir in dieser Zeit auf Gott und auch die Christen um uns herum vertrauen dürfen.

 


Pastorin Anna Henken

 

 

 

Grundinformationen zum Sonntag:

Der 22.03.2020 ist der Sonntag Laetare (4. Sonntag der Passionszeit). 

Der Name „Laetare“ kommt aus dem Lateinischen, es ist das erste Wort des Predigttextes im Buch Jesaja („Laetare Ierusalem“- „Freuet euch mit Jerusalem“).

Predigttext: Jesaja 66, 10-14

Lesung (Evangelium): Johannes 12, 20-24

Wochenlied: EG 98 Korn, dass in die Erde

 

 

Unter www.inselkirche-baltrum.de findet sich unter „Aktuell“ auch eine Bastelidee für alle Kindergottesdienst-Kinder:

 

Kindergottesdienst Bastelidee zum 22.03.2020

 

Auch der Kindergottesdienst fällt derzeit aus. Für Eltern und Kinder deswegen eine Idee für zu Hause:

 

Den verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres sind unterschiedliche Farben zugeordnet. Die Paramente, also die Stoffe, die in der Kirche am Altar und an der Kanzel hängen, sind in der jeweils vorgesehenen Farbe gestaltet. Gerade ist Passionszeit, eine Leidenszeit. Wir erinnern in diesen Wochen an das Leid, das Jesus widerfahren ist. Die Farbe der Passionszeit ist Violett, also Lila. Die Farbe für Ostern ist Weiß.

Der Sonntag Laetare liegt in der Passionzeit, müsste also eigentlich lila sein. Aber dieser Sonntag hat eine farbliche Besonderheit: seine Farbe ist rosa. Begründet wird das damit, dass durch das Leid bereits die Auferstehungshoffnung durchschimmert. Somit mischt sich das Violett der Passionszeit mit dem österlichen Weiß.

In der katholischen Kirche gab es über viele Jahrhunderte die Tradition am Sonntag Laetare einer Person oder einem Ort, die/der sich besonders um die Kirche verdient gemacht hat, eine goldene Rose zu schenken. (Die Dornen der Rose sollten an das Leiden, an die Passion Christi erinnern, das Gold an die Auferstehung. Wie bei der Farbe Rosa „mischen“ sich hier Leid und Auferstehung.)

Die Idee für euch zu Hause ist:

Holt euren Wasserfarbenkasten raus und malt eine rosa Rose oder Blume.

Mischt das Rosa selbst! Dafür braucht es einen ordentlichen Klecks Deckweiß und einen Pinsel der lila eingetaucht ist. Schafft ihr es so ein Rosa zu mischen? (Vielleicht braucht es noch ein bisschen Rot? Rot ist übrigens die Farbe für Feste. An Pfingsten, am Reformationstag und bei Konfirmationen hängen wir rote Paramente auf).

Wenn ihr ein Rosa habt, mit dem ihr zufrieden seid, dann malt eine Rose oder Blume. Die könnt ihr in eurer Zimmer hängen oder als „Danke“ an eure Eltern oder Geschwister verschenken.

 

Viel Spaß wünscht

Johannes Heiber

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Link -> Inselkirche Baltrum

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Archiv s-press!
Quelle: Inselpastorin Anna Henken, Inselpastor Johannes Heiber, ev. Kirche Baltrum