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19.10.2025

ZVT III.


Erlbenisbericht von Karen Kammer, Teil II.

 

Am Miwwoch, dem 15. Oktober 2025 trafen sich 20 Kinder und 22 Erwachsene zum „Umzug mit selbstgebastelten Laternen zu Ehren des Zugvogels Sturmmöwe“. Zunächst gab es eine kleine Einführung über den zu feiernden Mottovogel:

Die Sturmmöwe. Von der Größe her zwischen Lach- und Silbermöwe, vom Aussehen her wie eine nette Silbermöwe. Angeblich Wetterprophet für Seeleute – zieht ein Sturm auf, ziehen die Sturmmöwen an Land (daher der Name). Zur Anregung für die Bastlerinnen und Bastler gab es ein Foto der Sturmmöwe. Dann ging es los: Auf vorbereiteten Laternen wurden mit Feuereifer die Sturmmöwen mit Hilfe von Transparent-Papier nachgebastelt. Der Fantasie waren dabei keine Grenzen gesetzt, und so tauchten sogar Wattbewohner auf. Nach dem Basteln wurde die Fähigkeit der Kinder als nachtziehende Zugvögel getestet – wenn in der Dunkelheit die Augen nicht helfen, muss man sich auf Hören (Geräuschedose), Riechen (Zimt) und Tasten (Wellhornschnecke in Beutel) verlassen können. Der Test wurde erfolgreich bestanden. Dann ging es mit den wunderschön heimelig leuchtenden Laternen um den Westkopf. Wie findet ein Vogel im Dunkeln seine Nahrung? (Stochern, ohne zu Sehen: zehn mal Stochern gleich ein mal Erfolg). Wie orientieren sich nachtziehende Vogel? (Mit zwei biologischen Kompassen: Sternenhimmel und Erdmagnetfeldlinien). Sterne nutzt der Mensch ebenfalls: Anhand des Sternbilds Großer Wagen. Mit fünffacher Verlängerung des hinteren Wagenteils landet man beim Polarstern, auch Nordstern genannt. Geht man von dem aus wieder gerade an den Horizont runter, ist das die Himmelsrichtung Norden. Schwierig wird die Orientierung bei Lichtverschmutzung (der Blick ans Festland zu den Windkraftanlagen und Orten war beeindruckend erschreckend). Zum Abschluss gab es noch eine indianische Legende zur Entstehung des Sternenhimmels als Gute-Nacht-Geschichte. (Wer dabei war weiß, warum Bären eine platte Nase und Giraffen einen langen Hals haben). Eine rundum gelungene Veranstaltung!

 

Am Freitag, dem 17.10., startete vormittags an der Schutzhütte am NTB-Zeltplatz „Faszination Vogelzug - um den Dreh und Angelpunkt Wattenmeer – auf den Spuren des Knutts" mit Nationalpark-Rangerin Anette Müller und tatkräftiger Unterstützung des Dünen- und Vogelwarts des NLWKN sowie dessen FÖJler. Drei Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen mit auf diese Vogelexkursions-Erlebniswanderung zu und mit den Zugvögeln ans Baltrumer Ostende mit Beobachtungsstation am Salzwiesenweg, sowie am Ostende und spannenden, wissenswerten Informationen um die Zugvögel auf dem (Zug-)Weg.

 

Am Sonnabend, dem 18.10., gab es die „Einführung in die Welt der Vogelguckerinnen und Vogelgucker“. Mit einer groben Kreidezeichnung veranschaulichte Karen Kammer, dass man Vogelarten z. B. über die Form des Schnabels, der Beine usw. bestimmen kann. Darüber hinaus gibt es Verhaltensweisen, die nur bestimmte Arten machen (z. B. der Löffler, der bei der Nahrungssuche mit pendelartigen Bewegungen des Kopfes das Wasser durchseiht), oder manche favorisieren bestimmte Lebensräume, in denen man sie aufsuchen muss (der Alpenstrandläufer liebt die Wattbereiche am Ostende der Insel). Es helfen natürlich „altmodische Literatur“ wie Bestimmungsbuch (verfeinert mit einem Ting-Stift, um Vogelstimmen abzuspielen) und einlaminierte Bestimmungshilfen oder „neumodische“ VogelbestimmungsApps. Mit Fernglas und Spektiv ausgerüstet, um Details sehen zu können, ging es um den Westkopf. Auf dem Heller gähnende Leere – Stockente (die ihren Namen dem ursprünglichen Brüten auf „auf den Stock“ gesetzten Weiden verdankt), Rabenkrähe und Silbermöwe wurden gesichtet. Am Watteinstieg, einem Hochwasserrastplatz, hunderte Austernfischer, etliche Ringel- und ein paar Brandgänse sowie Große Brachvögel (die mit dem langen, nach unten gebogenen Schnabel – Sie wissen schon: Hier haben die Damen die größere Klappe – nämlich durchschnittlich 18 Zentimeter gegenüber den elf Zentimeter der Herren). Am Hafen „lüftete“ ein Kormoran seine Flügel – so sind die Federn schneller vom Wasser befreit und man kann den nächsten Tauchgang wagen, wie im Hafen eindrucksvoll bewiesen wurde. Lustig fanden die Mitläuferinnen und Mitläufer den kleinen Sprung, den der Kormoran seinem Tauchgang voraus macht. Am Westkopf ruhten Eiderenten, die Männchen schon wieder auf dem Weg ins prächtige Hochzeitsgefieder. „Sie wissen aber, wie man mit netten Geschichten und Anekdoten das Vogelgucken schmackhaft macht!“ war das Lob der 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

 

Insgesamt waren es 87 Erwachsene und 50 Kinder, also 137 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Zugvogeltagen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer auf Baltrum 2025, ein wunderbarer Erfolg.

 

Es hat viel Spaß gemacht, und das Nationalpark-Haus bedankt sich für die rege Teilnahme!


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Karen Kammer, Amelie Trapp
Quelle: Karen Kammer


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