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08.09.2021

Wer die Wahl hat...


Ein Leserbrief von Edzard Meyer

 

Die Qual der Wahl, die 2.

 

Vor zehn Jahren sprach ich von der „Wahl der Qual“. Ich bin damals selbst als Einzelkandidat angetreten, weil ich keinen der nur männlichen Vertreter auf den zwei Wahllisten finden konnte, der für mich wählbar war. Da wähle ich mich doch lieber selber, sagte ich mir damals und sorgte, ganz zu meiner eigenen Verwunderung, für viel Trubel und ungeahnte Konsequenzen in der Ratszusammensetzung. Das ist aber Schnee von gestern und kein Vergleich zu heute. Seitdem kann sich das Wahlangebot sehen lassen. Gleich drei Wählergemeinschaften, nebst der CDU stehen zur Wahl. 

Ein gutes Wahlangebot ist das insbesondere deshalb, weil so einige neue und junge Bürger und auch Frauen dabei sind, die sich für unsere Insel engagieren wollen. 

 

Trotzdem braucht ein fader Wahlkampf zum Schluss mal ein wenig Salz in der Suppe, wie ich finde. Von außen betrachtet erlaube ich mir deshalb einfach mal einen Kurzkommentar zu dem bevorstehenden Ereignis. Sorry, aber Ihr Politiker müsst sowas schon mal aushalten können:

 

Muss die CDU nun Federn lassen, gerupft durch den Verlust bzw. der Abspaltung eines Stimmenfängers? Der hat sich nämlich nun in eine neu gegründete  Wählergemeinschaft geflüchtet, um sich der erdrückenden Dominanz seines Ratsvorsitzenden zu entziehen. Man möchte ja endlich auch wieder was zum Sagen haben in der neuen frisch-fröhlichen Männerriege. „Moin Baltrum“ heißen sie, die so tun, als hätten sie auch eine Frau im Wahlangebot. 

Besonders auffallend in dem Personalangebot der CDU ist ein aufstrebender Jungunternehmer aus der Baubranche, der einen wertvollen Platz an der Sonne im Inselparlament finden möchte. Last not least stellt der CDU-Ortsvorsitzende in Aussicht, zukünftig im Kreistag die Interessen unserer Heimatinsel zu vertreten. Wir lassen uns überraschen, denn was sind denn da schon ein paar Tausend Stimmen, um dieses Ziel zu erreichen.

 

Mit dem letzten Mohikaner, sorry Kandidaten, geht „Baltrum 21“ in das Rennen. Mit einem Anhängsel-Angebot und dem Slogan „Gemeinsam und nicht Gegeneinander“ bahnt sich ein Wandel der Gesinnung an, von einem Mann, der in der Vergangenheit nicht unbedingt mit einem zugewandten Profil aufgefallen ist. 

 

Im Sog der Befangenheit, kann ich als ehemaliger Mitstreiter und Gründer zu der Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Baltrum“ naturgemäß nicht viel sagen. Vielleicht nur, dass sie sich als einzige WG einfach erlauben, gegen die sonstige Männergesellschaft, mit drei „echten“ Frauen anzutreten. „Wenn dat man good geiht“

Und vielleicht doch noch ein Punkt: Nur die GfB spricht in ihrem Programm für den Erhalt von natürlichen Pferdestärken. Kein Wort dazu von den anderen Parteien. Brauchen wir denn bald E-Ladestationen auch auf Baltrum? 

 

Ich wünsche allen Kandidatinnen und Kandidaten viel Erfolg und den Wähler*innen ein gutes Händchen bei der Qual der Wahl.

 

Edzard Meyer


 

 

 


Autor: Edzard Meyer
Foto: Sabine Hinrichs