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29.01.2007

Ratssitzung vom 29.01.2007


Für die Teilname am 'Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept' ILEK sprachen sich die Ratsmitglieder am Montag Abend einstimmig aus. Zusammen mit Norden/Norddeich, Juist und Norderney will die kleinste Ostfriesische Insel ein „Tourismusdreieck" bilden und nach intensiven Planungen ein investives Programm verwirklichen. Folkert Steinfelder vom Amt für Landentwicklung in Aurich (der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften GLL) war eigens nach Baltrum gekommen, um das Konzept zu erläutern. ILEK soll die Grundlage bilden für investive Maßnahmen und deren Förderung. Bisher örtlich isolierte Einzelmaßnahmen sollen besser aufeinander abgestimmt werden und so eine gemeindeübergreifende Entwicklung der Region entstehen. Norden, Norddeich, Juist und Norderney hatten bereits seit geraumer Zeit die Beteiligung bekundet. Mit der Zustimmung Baltrums kann jetzt im Februar die erste gemeinsame Veranstaltung stattfinden, wobei ein öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen den Beteiligten geschlossen und ein Planungsbüro bestimmt werden soll. Danach können Pläne der Beteiligten an das Amt zur Bescheidung übergeben werden.

Für Baltrum sieht Herr Steinfelder eine Chance im Bereich der Dorferneuerung. Ziele und Perspektiven seien in gesamtkonzeptionelle Überlegungen einzubringen, eine Stärken-Schwäche-Aufstellung zu machen und ein Leitbild zu entwickeln, legte er dem Gemeinderat nahe. Bereits vorhandene Planungen wie das Straßenerneuerungskonzept, das Baltrum bereits ausarbeiten lassen hat, könnten dabei mit eine Grundlage bilden.

Bei herrschender Mittelverknappung erhofft man sich durch die Abstimmung im regionalen Rahmen eine höhere Bezuschussung. Da die Insel in Wettbewerb und Entwicklung gut in den Planungsverbund passe, trage der Zusammenschluss für das Land Niedersachsen zu geeigneten Investmaßnahmen hinsichtlich der Nachhaltigkeit bei. Zuschüsse gibt es dann vom Land und der EU.

Der Planungsumfang beträgt rund 70.000 Euro, davon werden 50.000 vom Land übernommen, die restlichen 20.000 sind anteilig zwischen den Partnern aufzuteilen.

Dass Zuschüsse nicht nur seitens neu zu entwickelnder Konzepte, sondern ganz konkret schon jetzt nötig sind, erfuhren die Anwesenden nicht zuzletzt aus dem Bericht der Bürgermeisterin Antje Wietjes-Paulick: Nach einer Begehung der gemeindeeigenen Gebäude mit Rat, Verwaltung und Bauhof wurden Mängellisten aufgestellt. Die Fenster seien in fast allen Gebäuden abgängig, hieß es. Turnhalle, Schule, Arztpraxis, Jugendclub und Sanitärgebäude seien insgesamt in keinem guten Zustand. Das „Wirrwarr in der Telefonanlage", so Frau Wietjes-Paulick, solle jetzt durch eine Fachfirma behoben werden. Ein Gutachten über die Dächer habe ergeben, dass jene von SindBad und Mehrzweckhalle mit kleinen Einschränkungen in Ordnung seien. Beim Haus des Gastes aber lägen zahlreiche Mängel vor. Zwar sei die Gebrauchstauglichkeit noch nicht beeintächtigt, jedoch sei keinerlei Wärmeisolierung vorhanden. Ein vorsorglich gemachter Kostenvoranschlag aus dem Gutachten geht von Investitionskosten in Höhe von 120.000 Euro aus.
Leider sei die Höhe der dringend erwarteten und erhofften Bedarfszuweisung und Kreisumlage noch nicht bekannt, bedauerte die Bürgermeisterin. So verzögere sich die Planung für den Haushalt für das laufende Jahr.

Aus den Beschlüssen der letzten nichtöffentlichen Tagung wurde u.a. bekannt gegeben, dass ein Kaufvertrag für das Alte Kurzentrum ausgearbeitet werde, nachdem ein Kaufangebot seitens des Rates angenommen worden war.



Autor: Sabine Hinrichs