
10.07.2026 - Strandcafé hat länger auf
09.07.2026 - Sozialer Tag
09.07.2026 - Moie Tied mit De Fleitjes
09.07.2026 - Wo Schwalben nisten...
08.07.2026 - Coolcation Kampagne
08.07.2026 - Knusperhuuske auch sonntags
08.07.2026 - Das Algen-Abenteuer
08.07.2026 - Heute: Auf Hoher See
07.07.2026 - Moin Baltrum lädt ein
07.07.2026 - Premiere Aqua-Walking
06.07.2026 - KSV-News
06.07.2026 - 40 Jahre Nationalpark
06.07.2026 - LADIES ROCK NIGHT rockt das Kinderspöölhus
06.07.2026 - Farbenstammtisch
06.07.2026 - Ratssitzung 2. Juli 26 Teil II.
05.07.2026 - Rosen zum Sonntag
05.07.2026 - DLRG bedankt sich für Sonnenschirme
04.07.2026 - AllTied 24/7
04.07.2026 - Internationaler Tag der Genossenschaften
03.07.2026 - Sonntag NPH-Fest!
03.07.2026 - Ratssitzung vom 2. Juli 2026
03.07.2026 - Buchtipp
03.07.2026 - Straßenverkehrsordnung auf Baltrum
03.07.2026 - Heute: Tüfteltheater + Krimikomödie
03.07.2026 - Am 26. Juli ist Tag der Seenotretter
23.01.2022
Seepferdchen-Wiesen
Das Seegras unserer (See)Pferdewiesen
Wer am Strand spazieren geht, findet zur Zeit runde, faserige Kugeln – das sind vom Meer zusammengerollte Seegrasreste. Vermutlich wurde dieser Vorgang vom Sturm begünstigt. Da das Seegras die Heimat von Seepferdchen ist, könnte es sein, dass die auf Wangerooge, Baltrum und nun auch Spiekeroog gefundenen Jungtiere ihren Halt verloren haben und deshalb vermehrt aufgefunden werden.

Das Seegras – eine seltsame Pflanze mit bewegter Vergangenheit. In der Urzeit entstanden zunächst Algen in der Ursuppe; irgendwann traten Veränderungen ein, und die Algen eroberten als höhere Pflanzen das Land. Das Seegras, eine Landpflanze, drehte den Spieß dann wieder um und wanderte zurück ins Meer – alles klar?
Aufgrund dieser Vergangenheit ist das Seegras als einzig höhere Blütenpflanze bestens für ein Leben im Meer gerüstet: Es hat ein weitreichendes Wurzelwerk, um sich fest im Wattboden zu verankern; die unscheinbaren Blüten produzieren Samen (Samen garantieren eine bessere Keimung als Algensporen – die Tätigkeit der Bienen an Land werden durch Schwimmpollen im Wasser ersetzt); die Blätter sind so robust, dass sie sogar bei Ebbe noch Photosynthese betreiben können (da sind Algen längst vertrocknet).
Auf sturmfreien Flächen entwickeln sich aus den beiden Seegras-Arten, die bei uns vorkommen, Wiesen. Da das Seegras frostempfindlich ist, sterben im Winter die Blätter ab. So findet man nach Sturmfluten besagte rundliche Bündel/Ballen am Strand. Im Frühjahr bilden sich die Seegraswiesen durch Samen und aus den Wurzelstöcken wieder neu.
Der Name „Seegras“ beruht auf den grasartig ausgebildeten Blättern, es gehört aber nicht zu den Gräsern. Zwei Arten kommen bei uns vor:
Das Große Seegras (Zostera marina) wird 10 bis 50 Zentimeter hoch, die Blätter drei bis neun Millimeterbreit. Das Große Seegras wächst eher im Verborgenen, da es auf sandigen Bereichen mit seinem dichten Rasen gerne untergetaucht bleibt (bis zehn Meter Wassertiefe) – zur Not auch in kleinen, wassergefüllten Senken.
Das Kleine Seegras, auch Zwergseegras (Zostera noltii), ist dunkelgrün; die Blätter 10 bis 30 Zentimeter lang und ein Millimeter breit. Es ist frosthärter als das Große Seegras und wächst daher in höher gelegenen Bereichen des Watts, gerne auf schlickigen Böden bis ein Meter Wassertiefe.
Ökologische Funktion
Seegraswiesen haben hohe ökologische Bedeutung: Ihr Wurzelwerk erhöht die Stabilität des Wattbodens. Um die Pflanzen herum werden organische Partikel und Nährstoffe festgelegt –> damit tragen Seegraswiesen zur Verbesserung der Wasserqualität bei.
Die Seegraswiesen bieten Muscheln und Krebsen Schutz. Viele Nutzfischarten laichen zwischen den Blättern ab, die Jungfische verstecken und entwickeln sich hier. Für die Seepferdchen sind Seegraswiesen das Zuhause – dort können sie die Blätter mit dem Greifschwanz fest umklammern, sich mit Hochzeit und Kinderkriegen austoben; genügend Nahrungspartikel schweben ebenfalls vorbei.
Die Seegras-Blätter selbst wiederum werden im Herbst gerne von Pfeifenten und Ringelgänsen verspeist. Untersuchungen ergaben, dass an den Stellen, wo die Vögel im Herbst die Hälfte des Seegrasbestandes fraßen, im Frühjahr darauf das Seegras dichter wuchs als an den vor Fraß geschützten Stellen – somit eher ein positiver Effekt und nicht Ursache des Rückgangs.
Bedrohung
Früher wurde getrocknetes Seegras als Matratzen- oder Polsterfüllstoff genutzt; es wurde auch als Verpackungsmaterial für Glas, als Dünger, zur Jodgewinnung und mit Pech getränkt als Pflastersteine verwendet.
Heute ist das Seegras rar geworden: An der niederländischen Westküste verringerte sich die mit Seegras bewachsene Fläche von 15.000 Hektar auf 160 Hektar, in Niedersachsen von 35,5 Quadratkilometer (1970) auf 8,2 Quadratkilometer (1997). Größere Flächen sind nur noch im schleswig-holsteinischen Teil des Wattenmeeres (Nordfriesland) anzutreffen: Anfang des Jahrtausends wurden 80 Prozent der vorhandenen Bestände des gesamten Wattenmeeres dort gefunden.
Es gab zwei Phasen des Rückgangs:
Zwischen 1931 und 1934 wurden die Seegraswiesen durch eine Kombination aus extremen Witterungsbedingungen (warme Sommer) und der nachfolgenden Infektion durch den aus Nordamerika eingeschleppten Schleimpilz Labyrinthula macrocystis stark dezimiert.
Seit den 1970ern ist ein zweiter Rückgang zu verzeichnen. Vermutungen:
Anthropogene Ursachen – neben Fischerei mit Dredgen, Landgewinnungsarbeiten (damit einhergehende Veränderung von Strömung), tödlichen Herbizide aus Land- und Forstwirtschaft leidet das Seegras unter Eutrophierung. Der hohe Nährstoffeintrag hat mehrere Auswirkungen:
Zuviel Stickstoff schädigt das Seegras direkt. Die vielen Nährstoffe fördern übermäßiges Algenwachstum, was wiederum das Wasser eintrübt – der dadurch verursachte Lichtmangel beeinträchtigt die Photosynthese des Seegrases. Außerdem gibt es epiphytische Algen, die auf den Seegrasblättern wachsen, und damit die Photosynthese ganz verhindern. Die Algen werden normalerweise von kleinen Wattschnecken abgeschabt, aber in den letzten drei Jahrzehnten hat die Häufigkeit und Stärke von Westwinden zugenommen. Die Wellen verhindern, dass sich die Wattschnecken auf den Blättern halten können, und starke Strömungen sorgen dafür, dass das Seegras nicht wurzeln kann.
Im südlichen und zentralen Wattenmeer gingen die Seegrasbestände bis in die Neunzehnhundertneunzigerjahre zurück. Inzwischen gibt es Anzeichen dafür, dass sich die Bestände langsam erholen – ein wichtiges Schutzziel der Wattenmeer-Anrainer!
Das Seegras ist ein gutes Beispiel dafür, wie komplex es im Wattenmeer zu geht. Vieles von dem, was dort vorgeht, entzieht sich unserer Kenntnis. Hoffen wir, dass die Forschung voran kommt, neue Ergebnisse liefert und wir dann wissen, was zu tun ist, damit Seegras, Seepferdchen & Co sich wieder bei uns wohl fühlen!
(Das Seegras auf den Seepferdchenbildern im Multimar 2005 war übrigens aus Plastik – es ist noch nicht gelungen, echtes Seegras in Aquarien wachsen zu lassen!)
Einen guten Wochenstart wünscht das Nationalpark-Haus-Team!
Autor: Karen Kammer, Nationalpark-Haus Baltrum
Fotos: Elke Szeklinski
Baltrum-Online.de ist ein werbefreies und unabhängiges Angebot. Wir berichten ehrenamtlich und frei über die Insel Baltrum und stehen in keinerlei Verbindung zur Gemeinde Baltrum.
Weitere Artikel zu verwandten Themen:
21.06.2024 - Wolf auf Norderney
12.06.2024 - Der Kiebitz
21.05.2024 - Schnelle Teichhühnchen
13.02.2024 - Winter-Punk am Ententeich
09.11.2023 - Klopf, klopf!
18.07.2023 - Tordalk gesichtet
02.07.2023 - Warte
19.06.2023 - Euleninsel
09.06.2023 - Bitte nicht einmischen!
07.06.2023 - Nachwuchs bei den Waldohreulen
05.06.2023 - Ja, wo laufen sie denn?
19.05.2023 - Die Welt ist rund
16.05.2023 - Seltener Überflieger!
06.05.2023 - Stammgast
04.05.2023 - 15. Zugvogeltage vom 14. bis 22. Oktober 2023
22.04.2023 - Bautätigkeit
07.04.2023 - Ostern kann kommen!
06.04.2023 - Brut- und Setzzeit
03.04.2023 - Froschperspektive
30.03.2023 - Verhalten im Nationalpark Wattenmeer
17.03.2023 - Bald alle wieder da
08.02.2023 - Baltrum im Sonnenuntergang
07.02.2023 - Auflaufend Wasser
27.01.2023 - Seeadler Update
Weitere News
10.7.2026
Strandcafé hat länger auf
Do, Fr, Sa bis 22 Uhr...
9.7.2026
Sozialer Tag
Schüler Helfen Leben – Inselschule Baltrum hat mitgemacht...
9.7.2026
Moie Tied mit De Fleitjes
Konzert in der ev. Kirche um 20.30 Uhr...
9.7.2026
Wo Schwalben nisten...
Wo Schwalben nisten, wohnt das Glück! ... Heißt es so schön, und besonders viel Glück wohnt sche...
8.7.2026
Coolcation Kampagne
Sommer-Urlaub mit erträglichen Temperaturen an der deutschen Nordseeküste ...
8.7.2026
Knusperhuuske auch sonntags
von 12 bis 17 Uhr...
8.7.2026
Das Algen-Abenteuer
Die Reporter-AG der Inselschule Baltrum berichtet...
8.7.2026
Heute: Auf Hoher See
Inselbühne Baltrum spielt um 20.30 Uhr im Haus des Gastes...
7.7.2026
Moin Baltrum lädt ein
Offener Abend am kommenden Dienstag, 14.7.2026, um 20.30 Uhr bei Pipos Surfbude...
7.7.2026
Premiere Aqua-Walking
Erster Aqua-Walking-Kurs auf Baltrum mit Sophie Schwarz voller Erfolg...
6.7.2026
KSV-News
Der Sommer im Kultur- und Sportverein ...
6.7.2026
40 Jahre Nationalpark
40 Jahre Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, ein Grund zum Feiern!...
6.7.2026
LADIES ROCK NIGHT rockt das Kinderspöölhus
am Dienstag, 7.7.26 um 20.30 Uhr...
6.7.2026
Farbenstammtisch
Am Mittwoch, dem 29.Juli findet ab 12 Uhr wieder der traditionelle Farbenstammtisch im Sturmeck stat...
6.7.2026
Ratssitzung 2. Juli 26 Teil II.
Lange Tagesordnung...
5.7.2026
Rosen zum Sonntag
Man kann allem widerstehen, außer der Versuchung einer Rose. (Oscar Wilde)...
5.7.2026
DLRG bedankt sich für Sonnenschirme
Durch den Aufruf bei Baltrum online sind für die DLRG drei neue Sonnenschirme zusammengekommen....
4.7.2026
AllTied 24/7
Inselmarkt betreibt einen Automaten-Shop...
4.7.2026
Internationaler Tag der Genossenschaften
Genossenschaften für eine friedliche Welt...
3.7.2026
Sonntag NPH-Fest!
40 Jahre Nationalpark! Eiländer Konzert, Werkstatt, Rallye, Getränke, Kuchen: 15–18 Uhr...
3.7.2026
Ratssitzung vom 2. Juli 2026
Teil I....
3.7.2026
Buchtipp
Bruder Enno und das Herz des Störtebeker von Maike Salhofen...
3.7.2026
Straßenverkehrsordnung auf Baltrum
Innerdeichs im Schritt...
3.7.2026
Heute: Tüfteltheater + Krimikomödie
15:30 Uhr und 20:30 Uhr im Kinderspöölhus auf der Kleinkunstbühne...
3.7.2026
Am 26. Juli ist Tag der Seenotretter
Hafenfest am Rettungsschuppen auf Baltrum...





