Suche:
News

06.08.2021

Meerstrandwegerich


Das ist der Meerstrandwegerich.

 

 

Man findet ihn in der oberen Salzwiese, der Rotschwingelzone, die etwa 50 mal im Jahr überflutet wird. Damit er die Überflutungen überlebt, hat er bestimmte Anpassungen an den Salzstandort entwickelt: die Blätter sind besonders dickfleischig, das nennt man auch Sukkulenz. Die Pflanze speichert in ihnen Wasser, um die Salzkonzentration zu senken. Außerdem wirft der Wegerich alte Blätter, in denen er viel Salz gespeichert hat, frühzeitig ab.

 

Frisch keimende Meerstrandwegeriche stellen eine wichtige Nahrung für Ringelgänse dar.

 

Nicht nur die Pflanzen sondern auch Tiere wie Insekten, die in der Salzwiese leben, müssen wetterfest sein und das Salz ertragen können. Ein besonderer Schutz befindet sich dafür im Inneren einiger Pflanze. Der Meerstrandwegerich-Gallrüsselkäfer verbringt seine Larvenzeit im Strandwegerich. Ab Juni legt er seine Eier in den Blütenstängel. Knapp unter der Blüte bildet der Meerstrandwegerich eine Galle, um sich gegen den Parasiten zu wehren. Ab August schlüpfen dann die Käfer, die ca. dreieinhalb Millimeter groß sind.

Jetzt wird es kriminell: eine hochspezialisierte Schlupfwespe sticht in die Galle ein Ei, sie parasitiert also den Parasiten. Die Meerstrandwegerich-Gallrüsselkäfer-Schlupfwespenlarve verspeist die Meerstrandwegerich-Gallrüsselkäferlarve und statt des Käfers im August schlüpft im Frühjahr eine Wespe.


 

 

 


Autor: Samira Mittring
Fotos: Samira Mittring
Quelle: Nationalpark-Haus Baltrum