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26.04.2020

Sonntagsimpuls


Sonntagsimpuls zum Sonntag Miserikordias Domini 

 

 

Wie funktioniert unser Zusammenleben derzeit?

 

Die einen sind in Kurzarbeit, andere beruflich gerade besonders belastet. Während Eltern ihre Kinder seit sechs Wochen ununterbrochen zu Hause erleben (und die erste Woche „Homeschooling“ geschafft haben), sollen Großeltern mit ihren Enkeln derzeit keinen persönlichen Kontakt haben. In Altenheimen herrscht weiter ein Besuchsverbot, und auch hier auf der Insel sind die Kontakte seit Mitte März besonders reglementiert. Gemeinschaft ist zur Zeit sehr ungleich verteilt.

 

Gemeinschaft entsteht, wenn Menschen zusammenleben: Als Bewohner eines bestimmten Ortes, als Einwohner eines Staates oder als Mitglieder einer Familie.

In unserem Zusammenleben gibt es derzeit Herausforderungen: Es gilt, trotz Distanz und eventueller Virus-Gefahr, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu wahren. Und in den „nicht-distanzierten“ Kernfamilien muss der Alltag neu und anders organisiert werden. 

An vielen Orten gab es in den vergangenen Wochen „Balkon-Musik“: Bestimmte Zeiten und Orte, an denen Menschen gemeinsam musizieren, jeweils von ihrem „Balkon“, also mit ausreichend Abstand und trotzdem gemeinsam. Musik kann über die Distanz verbinden. 

 

Der Predigttext für diesen Sonntag ist ein Lied. Dieses Lied findet sich im 1. Petrusbrief (Kapitel 2, die Verse 21-25) und steht mitten zwischen (Er-)Mahnungen, also Verhaltensregeln. 

 

Der 1. Petrusbrief ist um 90 n. Chr. geschrieben worden, ungefähr 60 Jahre nachdem Jesus gewirkt hat. Es ist eine Zeit, in der es kleine christliche Gemeinden gibt, die von der römischen Staatsmacht nicht gerne gesehen sind. Die Christen damals leiden. Das Lied erinnert damals wie heute daran, dass wir Menschen „irrende Schafe“ sind, auf der Suche und ohne Ziel, bis wir Christus als „Hirten“ erkennen. Ein Hirte, der sich um seine Schafe kümmert. Der ihnen die Richtung weist, aber auch auf sie aufpasst. Ein Hirte, der mit seinen Schafen durch gute und leidvolle Zeiten geht. Und ein Hirte, der gerade in leidvollen Zeiten ein Vorbild ist. Weil er selbst (unverschuldet) Leid erlebt hat, und „als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt“ (1. Petrus 2, 23). Mit Leid, mit Einschränkungen müssen wir umgehen. Mit fehlender Gemeinschaft genauso wie mit einem „Zuviel“. Christus kann uns ein Vorbild sein. Wer Schmähungen, Beleidigungen nicht erwidert, der deeskaliert. Wer Drohungen sein lässt, trägt zu einem friedlichen Miteinander bei. Dass uns diese Verse des 1. Petrusbriefs als Lied präsentiert werden, erinnert noch einmal daran, dass Gemeinschaft auch über den direkten, persönlichen Kontakt hinweg erlebt werden kann. Beispielsweise beim gemeinsamen Singen und Musizieren.

 

Seit sechs Wochen auf Baltrum jeden Tag um 19 Uhr zwischen Gemeindehaus und „Bankenviertel“.

 

Mit dem Wunsch, dass Sie gelingendes Zusammenleben erleben,

grüßt sie herzlich

 

Inselapstorin

Anna Henken

 

 

 

Grundinformationen zum Sonntag

 

Der 26.04.20 ist der Sonntag Miserikordias Domini (2. Sonntag nach Ostern).

Der Name ist Psalm 33, Vers 5 entnommen, dort heißt es „misericordias domini plena est terra“ -„die Erde ist voll der Güte des Herrn“.

 

Predigttext: 1. Petrus 2, 21-25

Evangelium: Johannes 10, 11-16

Psalm: EG 711 Psalm 23

Wochenlied: EG 358 Es kennt der Herr die Seinen

Predigtlied: EG 409 Gott liebt diese Welt

 

 


Bastelidee für den Sonntag Miserikordias Domini

 


Liebe Kinder,

 

Jesus Christus hat gesagt: „Ich bin der gute Hirte“. Ein Hirte passt auf Schafe auf. Früher, als es noch mehr wilde Tiere gab, war das viel wichtiger als heute. Denn wenn niemand aufpasst, werden die Schafe gefressen. Damit das nicht passiert, braucht es einen guten und mutigen Hirten, der die wilden Tiere vertreibt. Dabei setzt der Hirte sogar sein eigenes Leben aufs Spiel. Die wilden Tiere könnten auch ihn fressen, wenn er die Schafe verteidigt. So ein guter Hirte ist Jesus für uns. Er passt auf, damit uns nichts Böses geschieht. Und er gibt sein Leben, damit wir sicher sind.

 

An den guten Hirten Jesus Christus denken wir heute. Damit wir nicht vergessen, dass er auf uns aufpasst, basteln wir ein Schaf. Eine Anleitung dafür findet Ihr auf www.inselkirche-baltrum.de unter „Aktuell“.

 


Viel Spaß wünscht Euch

 

Inselpastor

Johannes Heiber

 

 

 

Der heutige Sonntag mit dem Namen "Miserikordias Domini"

Misericordias = Barmherzigkeit

(Die nächsten drei Wochen kommen kürzere Namen: Jubilate, Kantate, Rogate).

Die evangelische Kirche kennt sechs „Sonntage nach Ostern“; sie beginnt die Zählung mit dem Sonntag nach Ostern und endet mit dem Sonntag nach Christi Himmelfahrt; die Osterzeit endet mit dem Pfingstsonntag.



Link -> Inselkirche Baltrum im Internet

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Hinrichs
Quelle: Anna Henken und Johannes Heiber, ev. Kirche Baltrum