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18.06.2020

Parkplatzposse...


oder:

Wenn zwei sich streiten... ???

 

Das Wort zum Donnerstag.

 

"Ein juristischer Krimi!" schreiben uns Gäste, die Meister ihres Faches sind und außerdem längjährige Gäste der Insel Baltrum, das (politische) Geschehen verfolgend, meist wohlwollend distanziert, wenn auch mitfühlend kopfschüttelnd.

So wie es jetzt aussieht, sind sie demnächst allerdings selbst betroffen, spätestens dann, wenn sie mit ihrem Auto via Neßmersiel zur Insel wollen. In den wohlverdienten und lang ersehnten Sommerurlaub!

 

"Meines Wissens gibt es für die Parkplätze auf der Wiese keine Baugenehmigung; selbige dürfte auch garnicht erteilt werden." schreibt einer. Wie auch Johann Assing sich neulich die Frage stellte, warum mit zweierlei Maß gemessen würde? Schließlich habe sich die Firma Assing jahrelang um die Einrichtung (oder den "Bau") eines Langzeitpakplatzes außendeichs bemüht. Und schließlich war dies keinesfalls Inhalt der Ausschreibung der Parkplätze am Hafen.

Diese hatte der Hafenzweckverband im vergangenen Jahr getätigt, entgegen dringender Apelle der Bürgerinnen und Bürger mittels einer Unterschriftenaktion von Udo Bengen, entgegen der Warnungen des stellvertretenden HZV-Geschäftsführers Harm Olchers und entgegen der Hinweise des jetzigen Ex-Bürgermeisters Berthold Tuitjer hinsichtlich der Berücksichtung des Parkplatzservices inklusive Shuttledienst. 

Die Vorsitzende des Hafenzweckverbandes, Petra de Vries, wusste stets auf Sitzungen und Nachfragen zu beruhigen: "Das wird schon! Alles wird gut!"

 

Jetzt haben wir den Schlamassel.

 

"Oh je, was ist im Neßmersieler Hafen los?" schreibt Agnes Müller-Ruwisch aufgebracht, nicht nur auf Facebook, sondern explizit auch für dieses Portal.
"Wir waren nach Öffnung gestern und vorgestern das erste Mal wieder an Land .
Wo steht Assing. Ok. Da steht ein Bulli. Aber....
Gerne wollten wir, dass sie uns das Auto am zweiten Tag an den Hafen stellen, da wir einen unverschiebbaren Termin in Emden hatten und zeitlich sehr knapp dran waren. "Das dürfen wir nicht mehr" war die Antwort. Durch widere Umstände kamen wir abends fast zu spät zurück zur Fähre. Auto abstellen, und Assing bringt es weg, auch verboten.
Wenn das Auto selbst weggebracht werden muss, soll dann das Gepäck einfach so am Hafen stehen bleiben, oder wie soll das gehen?
Wo ist der Service geblieben?!?
Große Unsicherheit, ein Stress, große Unzufriedenheit. Warum das alles?
Gäste sagten uns schon, dass, wenn das so weiter geht, kämen bald keine Urlauber mehr nach Baltrum!
Ehrlich: Das ist kein Zustand mehr!
Baltrum muss sich gegen diese Zustände wehren!
Die Gemeindevertretung und die Touristikvertretung sind gefragt und aufgerufen!
Tut was!"

 

Und Susanne Grändorf, die neulich die Sache vernünftig, aber mit großer Sorge zu betrachten suchte, wird ebenfalls ungeduldig:

 

"Viele Fragen:
Heute (am 17. Juni, Anm. d. Red.) ist die Tagesordnung für die anstehende Ratssitzung in der kommenden Woche veröffentlicht worden, und ich musste verwundert feststellen, dass der Punkt Anreise nach Baltrum fehlt.
Wie kann das sein? Es ist zurzeit das Thema, und der Rat der Insel Baltrum hält es für nicht nötig, darüber zu sprechen?
Vor einigen Wochen habe ich an dieser Stelle auf den derzeit unzumutbaren Zustand der Anreise mit dem Auto auf dem Festland hingewiesen und von Insulanern und Gästen sehr viel Zustimmung erfahren. Vielleicht war es blauäugig, aber ich hatte gehofft, mit diesem Brief auch den einen oder anderen Funktionsträger zu erreichen. Wie kann es sein, dass ein solch brennendes Thema den Rat der Insel Baltrum gänzlich kalt zu lassen scheint?
Auf der Homepage der Gemeinde steht nach wie vor nachfolgender Text:
Am Hafen Neßmersiel übergeben Sie ihr Auto dem Garagenservice Assing, die Annahmestelle ist direkt links gegenüber dem Fähranleger. Die Mitarbeiter stellen Ihr Fahrzeug dann sicher vor möglichen Sturmfluten hinter den Deich, wahlweise auf einen Park­­platz, in Carports, Sammel- oder Einzelgaragen. www.garagen-assing.de
Auf der Homepage der Baltrum Linie findet man nachfolgende Worte:
Bitte fahren Sie direkt bis zum Hafen durch, dort befinden sich unsere Parkplätze und unser Ticketschalter, in unmittelbarer Nähe zum Fähranleger.
Lassen sie sich nicht verunsichern, auch wenn Sie durch andere Beschilderungen eindringlich aufgefordert werden, vorher scharf links ins Dorf abzubiegen.
Dies sind nicht die Parkplätze der Reederei Baltrum-Linie GmbH!


Weiter frage ich mich, wie es sein kann, dass Abendfähren einfach kurzfristig abgesagt werden und niemand protestiert?"

 

 

Vielleicht steht dieser Punkt auf dem nicht öffentlichen Teil der Tagesordnung...?

 

Denn, wir müssen uns schon fragen, also wir, das gemeine Volk und in Stellvertretung für unsere Gäste: Sind die Verträge überhaupt gültig nach diesem ganzen Unterschriftenchaos? Und abgesehen davon, kann ein Vertrag überhaupt gültig sein, dessen Inhalt nicht der Ausschreibung entspricht und offenkundig in welcher Form auch immer verändert wurde? 

Und warum wird der langjährigen Firma nicht einmal ein Stellplatz für ihren Bulli zur Kundenannahme gewährt? Darf das die neue Pächterin des Platzes eeinfach so von morgens bis zum Abend entscheiden?

 

Wie auch immer: Es kann nicht angehen, dass wir alle blöd gehalten und für dumm verkauft werden. (Und wenn jetzt wieder jemand sagt, es hätte ja niemand mit den Ratsherren oder Ratsdamen gesprochen, dann kann man nur sagen: Doch. Sicher. Vielleicht nicht mit allen und nicht ständig mit jedem oder jeder einzelnen. Aber Antworten gab es nicht – sie wüssten es selber nicht. Schulterzucken). Wenn Entscheiderinnen oder Entscheider meinen, es sei allein gültig und aktuell, was in der gedruckten Tagespresse am Festland stünde, ist das ein gutes Versteck, aber immer noch nicht Tatsache.

 

Also, wie Agnes schon sagt: Bitte tut was!

Oder wie Susanne: Protestiert!

 

 

Dabei haben wir wirklich noch mehr wichige Thermen, wie zum Beispiel, wie es sein kann, dass die Insel schon mit Tagesgästen bevölkert ist??? Und wie es weiter geht?

Es gäbe eine AG "Baltrum nach Corona". Weiß irgendjemand, wer daran beteiligt ist? Und was der Kriesenstab gerade tut?

 

 

Wenn man die Hafenposse von Weitem betrachtet, ahnt man, was kommen wird. Die große Reederei der großen Nachbarinsel mit Fliegereiableger auch auf dieser kleinen Insel hat ihre Fühler nicht nur ausgestreckt sondern mit der Pacht des binnendeichs gelegenen Parkplatzes bereits einen Fuß auf der dieser Insel... Sollen sie sich doch streiten, denken sie sich dort im Westen bestimmt, sich genüsslich und abwartend zurücklehnend...

 

 

Sabine Hinrichs

 

 

 

 


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Quelle: div.