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02.05.2019

1. Deutsche Inselkonferenz


Helgoland/Spiekeroog

 

Mit einem positiven Eindruck reiste Spiekeroogs Bürgermeister Matthias Piszczan von der ersten Deutschen Inselkonferenz Ende April auf Helgoland zurück. Der zweitägige Erfahrungsaustausch mit mehr als 100 Teilnehmern sei sehr gut und wichtig gewesen. Insbesondere sei die Abstimmung mit Schleswig-Holstein für die Vertreter der Niedersächsischen Inseln spannend verlaufen. Das Gastgeber-Bundesland war auf Helgoland sehr stark besetzt, von Vertretern aus den Kieler Ministerien bis hin zu den Landkreisen vor Ort. Für die Ostfriesischen Inseln waren neben dem Spiekerooger Rathauschef noch Marcel Fangohr (Bürgermeister Wangerooge) sowie aus Juist Dr. Tjark Goerges (Bürgermeister) und Ratsmitglied Björn Westermann vor Ort. Dass keine der Ostsee-Inseln auf Helgoland vertreten war, erklärte der gastgebende Bürgermeister Jörn Singer mit möglichen Kommunikationsproblemen, weil die Veranstalter die Landkreise angeschrieben hatten. So waren weder die großen Inseln Mecklenburg-Vorpommerns noch Fehmarn (Schleswig-Holstein) bei der Premiere vertreten. Immerhin: Ein Vertreter einer Reederei von den Ostsee-Inseln saß mit in der Nordseehalle. Und: 2020 soll es eine Fortsetzung der Deutschen Inselkonferenz geben. Als Gastgeber ist Rügen geplant.
Piszczan war beim Treffen der Kulturschaffenden „Insulaner unner sück“ Ende März auf Baltrum von seinen Bürgermeisterkollegen beauftragt worden, sich mit Singer in Verbindung zu setzen. So hat der Spiekerooger das Thema bezahlbarer Wohnraum für Insulaner im Vorfeld des Treffens angemahnt. Außerdem hat Piszczan auf die besondere Situation der Ostfriesischen Inseln im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer hingewiesen. Dieser Aspekt habe in der vorbereiteten Resolution aber gefehlt. Piszczan sei deshalb auch gar nicht so traurig gewesen, dass der Text von den anwesenden Kommunen gar nicht erst zu Abstimmung kam. Die offizielle Begründung lautete, aus Rücksicht auf das Fehlen der Ostsee-Inseln haben die Vertreter der Nordsee-Inseln auf die Veröffentlichung des Papiers verzichtet.
Beeindruckt war Piszczan vom Vortrag von Professor Jörg Philipp Terhechte von der Leuphana Universität Lüneburg. Der Rechtswissenschaftler legte den Inseln nahe, in Berlin mit einer Stimme zu sprechen. Terhechte habe sich für die alte Idee stark gemacht, über die drei beteiligten Bundesländer bei der Bundesregierung einen „Inselbeauftragten“ zu platzieren - nicht zuletzt um eben schneller Lösungen für Probleme zu finden, wie die Versorgung von Menschen mit geeignetem Wohnraum, die mit ihrer Arbeit den Tourismus aufrecht erhalten. Neben Singer sah auch Piszczan die Inselkonferenz als Erfolg, weil die mediale Aufmerksamkeit die Sorgen und Nöte der Inseln bundesweit verbreitet habe.

 

Hartmut Brings, Inselbote Spiekeroog


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Hinrichs
Quelle: Hartmut Brings, Inselbote Spiekeroog