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News

31.05.2020

Schauplatz Parkplatz


Gedanken zur aktuellen Situation auf Baltrum bzw. in Neßmersiel

von Susanne Grändorf

 

Insulaner/in wird man ja erst in der xten Generation, das bin ich also nicht, und zudem bin ich nur an den Wochenenden auf Baltrum. Also gehöre also nicht so richtig dazu, aber heute möchte ich mich doch einmal als Vermieterin äußern:

 

Wie kann es sein, dass es scheinbar keinerlei Motivation gibt, die derzeitige Parkplatzsituation zum Wohle unserer Gäste und uns zu verbessern? Seit Monaten ist bekannt, dass der Pachtvertrag von Assing ausläuft. Die Ausschreibung und anschließende Klage wurden in meinen Augen seelenruhig abgewartet. Nun haben wir desaströse und für unsere Gäste und uns nicht zeitgemäße Umstände. 

 

Alle stürmen von der Fähre, um möglichst in einem der ersten „Garagenwagen“ zu sitzen, um das eigene Auto hinterm Deich abzuholen. Viele möchten aufgrund von Corona aber auch nicht in einem der Bullis fahren, oder nicht längere Zeit stehen und auf die nächste Passage warten. Also wird der Weg hinter den Deich von Vielen zu Fuß zurückgelegt. Ich bin immer für Bewegung, aber hier gebe ich zu Bedenken, dass es nicht nur mich gibt, die diese eindeutige Verschlechterung der An- und Abreise nervt. Ein Großteil der Baltrum Gäste sind älter oder Familien mit Kindern.

Letzte Woche gab es bereits erste Abholer, die gejoggt sind, oder den Weg mit einem Roller zurückgelegt haben und an der fußläufigen Karavane vorbeigezogen sind.

 

Der Schauplatz Hafen entbehrt nicht einer gewissen Komik, aber ich empfinde ihn als eine Zumutung. Zudem werden die Parkpläte in der Hauptsaison nicht ausreichen, da der gemeine Autofahrer nicht so geübt im Tetris-Parken ist, wie die Mitarbeiter von Assing.

 

Bin ich die Einzige, die sich für diese Situation schämt? Warum setzen sich die verschiedenen Parteien nicht an einen Tisch und überlegen, wie das Debakel gelöst werden kann? 

 

Von Seiten der Baltrum Linie wurde vor Wochen erklärt, dass Mitte Juni eine Lösung vorliegen würde, und nun kam vor zwei Tagen eine Mitteilung, dass Insulaner und Gäste ab sofort Dauerparkplätze buchen könnten. Wo, bitteschön, ist das die Lösung?

 

Abgesehen von der wohl kaum ausreichenden Fläche frage ich mich, was passiert, wenn wir Hochwasser haben. 

 

Das eigene Boot ist für Insulaner auch keine Lösung der Misere, da auf Dornumer Seite keine Anlegeflächen mehr vorhanden sind. Da frage ich mich, warum es  einen Hafenzweckverband gibt, und was dessen Aufgaben sind.

 

Ich werde den neuen Bürgermeister nicht mitwählen dürfen, würde mich aber trotzdem freuen, wenn sich die Kandidaten und vielleicht auch andere Mitbetroffene jetzt ins Zeug legen und versuchen würden, dass unsere Gäste auch weiterhin gerne nach Baltrum kommen.

 


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Archiv s-press!
Quelle: Susanne Grändorf