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07.02.2020

Baltrum for Future II


Die nächste Runde – mit kleinen Schritten weiter

Auf dem Weg zur plastikfreien Insel

 

Initiative sei gefragt, befand Torsten Bent nach der ersten Friday-for-Future Demonstration und regte im Gemeinderat die Gründung einer Umweltrunde oder eines runden Umwelttisches an.

 

Die Ratsherren Torsten Bent (CDU) und Edzard Meyer (Gemeinsam für Baltrum) haben am Mittwoch zu einem ersten Treffen eingeladen. Eine handverlesene Runde aus Vertreterinnen und Vertretern des örtlichen Einzelhandels und des Nationalpark-Hauses trug die wichtigsten Brennpunkte zusammen, die mit dem Ziel "plastikfreie Insel" zum aktiven Umweltschutz beitragen könnten. Man wolle ausloten, zu welchen Maßnahmen die einzelnen Baltrumer Gewerbetreibenden bereit seien, einen Maßnahmenkatalog erarbeiten und die Umsetzung gegebenenfalls mit einer Art Umweltplakette belohnen.

Angeregt durch die NDR-Reportage "Eine Stadt ohne Plastik" im englischen Cornwall (s. Link unten) wäre "plastikfrei" ein hohes Ziel, das mit Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft zu erreichen wäre – vielleicht aber doch nicht ganz, vermuteten alle. Ganz ohne Plastik ist das Leben momentan schwer vorstellbar.

Das deutsche Pfandsystem und die Wiederverwertung von Getränkeflaschen usw. sei zwar positiv zu betrachten, ist aber speziell auf der kleinen Insel Baltrum mit sehr hohen Frachtkosten verbunden. Einfacher handzuhaben und kostengünstiger seien Einwegsystem, die man aber eigentlich vermeiden wolle.

Aber es geht natürlich nicht nur um Plastik im Handel und im Meer: Torsten Bent hatte einen Maßnahmenkatalog ausgearbeitet, der mit niedrigschwelligen Anregungen zum Umdenken und zur Umsetzung verleiten oder verführen könnte, zumal wenn sie die Baltrumer einig wären und alle mitmachten:

 

1. Einweg verbieten, Plastik einschränken, Glas bevorzugen

2. Müllsammelaktionen mit Gästen veranstalten

3. Mitnehmkaffeebecher auf ein einheitliches Mehrwegsystem umstellen

4. Außengastronomie ohne wehende Rosetten, plastikverpackte Kekse, Servietten...

5. Vermieter anregen, wiederverwertbare Einkaufstaschen/-körbe bereitzustellen

6. Feuerwerk nicht mehr anbieten (Restbestände werden noch verkauft)

7. Mehr Mülleimer und Aschenbecher aufstellen, "kippenfreier Strand"

8. Obst und Gemüse unverpackt 

9. Straßenbeleuchtung energiesparend umstellen oder Sterneninsel werden

10. Veranstaltungen ohne Plastikgeschirr, ohne Einweggeschirr

 

Konkretes Besispiel: Wenn schon nicht das Silvesterfeuerwerk auf Baltrum komplett verbieten, so doch wenigstens einschränken. Torsten Bent kündigte an, dass die Firma Stadtlander künftig kein Feuerwerk mehr verkaufen wolle. Restbestände sind allerdings noch vorhanden.

 

Es soll eine Sammelstelle für gute Ideen eingerichtet werden (Dropbox), um sich über schnell umzusetzende Maßnahmen und Bezugsquellen auszutauschen (Verwendung von umweltverträglichen Putz- und Waschmitteln, unbeschichtetes Termopapier für die Bonrollen, Nutzung von Suchmaschinenalternativen, Stromeinkaufsverbund etc.).

 

Ein nächstes Treffen ist im April geplant, wo der Kreis erweitert werden soll.

 

 



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Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Archiv s-press!