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31.07.2018

Neue Ergebnisse zum seltenen Knochenfund


Der von Christian Groger im März auf Baltrumer gefundene Unterkieferknochen ist rund 7000 Jahre alt!

Das Ergebnis des Poznan`Radiocarbon Laboratory aus Polen liegt jetzt vor, berichtet Groger:

Der Knochenfund hat den Namen:
Baltrum 2210/5:2
die Labornummer 103000
und ein Age 14C von 4905 +/- 30 BP
(BP ist eine Altersverschiebung durch die einstigen Atombombenzündungen und deren weltweiter Radioaktivitätsverschmutzung auf die Messung)
Zu dem BC-Alter sind noch 2018 hinzuzufügen, also 4905 plus 2018 = 6923 Jahre.
Das ist das "echte" Alter - gemessen nur an der Kohlenstoffhaltigkeit.

Das Alter kann unter Einbeziehung weiterer Besonderheiten bis zu etwa 200 Jahre herauf oder herunter datiert werden, wenn man weitere Bedingungen einbezieht - das sind unter anderem:
Kenntnisse besonderer Sonnenereignisse in den letzte 6923 Jahren. Hierzu werden u.a. Berichte von fossilen Korallen hinzugezogen, die ähnlich der Bäume Wachstumsringe aufweisen und solche Sonnenradioaktivitäten in der Struktur speichern, weiterhin ist die Bodenbeschaffenheit und das den Knochen umgebende Milieu (Salzwasser) über diesen Zeitraum wichtig. Wie wirken sich Meeresströmungen und klimatische Veränderungen aus... usw.

Um einige dieser Fragen zu klären, wird in diesen Tagen u.a die Gewässerschutzbehörde einbezogen.
Die bedeutende Frage: Warum wurden bisher keine anderen menschliche Knochenfunde an den Norddeutschen Küsten gemacht? Gab es in letzter Zeit im Meer in der Nähe von Baltrum besondere Meeresbodenfreilegungen oder Sandverschiebungen, die die Knochen freigesetzt haben könnten?

Um diese Fragen zu erläutern und Schlüsse auf die Lebensweise des Menschen dieser Zeit zu schließen, wird sich eine Gruppe Wissenschaftler an die Arbeit machen, weitere Randbedingungen hinzuzufügen.
Der Abschluss dieser Arbeit wird eine wissenschaftliche Dokumentation sein, die dann in dem wissenschaftlichen Magazin "Archäologie in Niedersachsen" erscheinen wird (voraussichtlich im Juni 2019).
Die Gruppe der Ostfriesischen Landschaft hat sich schon jetzt zu dem Ergebnis der 14C Untersuchung geäußert: "EIN SUPER ERGEBNIS bei diesem SELTENEM FUND"

Wie die weiteren Überlegungen auch ausfallen werden - es ist sicher, dieser Mensch hat gegen Ende des Mesolithikums bzw. Anfang des Neolithikums gelebt. Zu der Zeit waren im Norddeutschen Raum eher noch Sammler und Jäger unterwegs - Ackerbau und Sesshaftigkeit rechnet man hier wohl später an. Die Frage, ob er Ötzi getroffen hat, kann man getrost verneinen - er (oder sie) war eher ein Ur-Ur-Ur-Vorfahre von jenem.

Nach der Dokumentation heißt in diesem Fall also "vor der Dokumentation". Durch den Zufallsfund und dessen Bedeutung wird man manche offizielle Stelle sensibel machen müssen für die aufmerksame Beobachtung zukünftiger Knochenfunde an der Küste. Offensichtlich wurde hier ein neues, bisher unbekanntes Kapitel der Nordischen Küstengebiete aufgeschlagen.

Gespannt warten wir auf die Ergebnisse der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe, freut sich
der Finder Christian Groger aus Remscheid.

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Archiv s-press!
Quelle: Christian Groger