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01.07.2018

Vogel des Monats: Der Sandregenpfeifer


Sandregenpfeifer - Charadrius hiaticula

Der Sandregenpfeifer, auch „Sandi“, wie er auf Baltrum liebevoll genannt wird, brütet an offenen flachen Küsten mit kurzrasigen Flächen, Sand, Kies und Muschelschalen. Das Nest ist leider sehr oft gefährdet, da es für das ungeübte menschliche Auge fast unsichtbar ist. Da der hübsche Vogel Brutstellen bevorzugt, die auch unsere Sommergäste besonders lieben, wird zum Schutz der kleinen Seevögel ab und zu ein kleines Revier eingezäunt. Unsere Dünenwanderer haben dafür sicher ein wenig Verständnis. Sollte dem Beobachter das Glück hold sein, so ein Nest zu sehen: bitte immer großen Abstand bewahren!
Der Vogel steht nicht direkt auf der roten Liste, doch die Anzahl der auf den Inseln brütenden Vögel nimmt leider rapide ab.
Der eigentliche Nestbau geht sehr rasch vonstatten, da es sich nur um eine kleine Mulde im Sand, ausgelegt mit etwas Muschelschill, handelt. Das Weibchen legt nach der Fertigstellung vier kleine, sandfarbene Eier mit dunkler Tüpfelung und bebrütet das Gelege ca. vier Wochen. Die Küken der Sandregenpfeifer sind Nestflüchter, sind jedoch noch einige Zeit auf das Elternpaar angewiesen. Mutter oder Vater mimen bei Gefahr, selbst verletzt zu sein, damit sich der Nachwuchs gut verstecken kann. Klein, rund und knubbelig wirkt der Sandregenpfeifer, doch im aufmerksamen Zustand kommen die versteckten Beine gut zur Geltung. So wird klar, dass er trotz seiner geringen Größe sehr schnell rennen kann.
Bei den erwachsenen Vögeln sind Beine und Basis des schwarzspitzigen Schnabels orangefarben. Die kräftige Farbe am Schnabel fehlt noch bei den Jungvögeln, doch alle tragen einen weißen Überaugenstreif und ein schmales weißes „Halsband“.
Ende Oktober verlassen sie uns, um ihre Reise südwärts Richtung Nordwestafrika anzutreten. Dann können wir nur hoffen, dass sich die Sandregenpfeifer auch im nächsten Jahr zur Brutzeit wieder auf der Insel einstellen.

Nationalpark-Wartin Bärbel Nannen

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Nannen
Quelle: Bärbel Nannen