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Heuler am Strand
Nachwuchs bei den Seehunden im Wattenmeer erwartet
Störungen können Heuler mutterlos machen
Hamburg/Wilhelmshaven/Tönning, 29. Mai 2026 – In den drei Wattenmeer-Nationalparken beginnt die Zeit des Seehund-Nachwuchses. Die Hauptgeburtszeit liegt zwischen Anfang Juni und Mitte Juli. Jedes Jahr werden im deutschen Wattenmeer mehr als 7.000 Seehunde geboren. Einige hundert Jungtiere werden mutterlos aufgefunden und in den Seehundstationen Friedrichskoog und Norddeich aufgezogen, bevor sie wieder ausgewildert werden.
Als „Heuler“ werden junge Seehunde bezeichnet, die in den ersten Lebenstagen bis zu einem Alter von vier bis sechs Wochen dauerhaft von ihrer Mutter getrennt sind. Ihren Namen verdanken sie den klagend klingenden Kontaktlauten, mit denen sie nach dem Muttertier rufen. Solche Trennungen können natürliche Ursachen haben, etwa Sommerstürme, Krankheit oder den Tod der Mutter, aber auch durch menschliche Störungen an den Wurfplätzen entstehen. Da die Zahl dieser Fälle von Jahr zu Jahr schwankt, ist jede Situation vor Ort genau zu prüfen.
Wichtig ist: Nicht jede allein liegende Robbe ist automatisch ein hilfsbedürftiger Heuler. Ob ein Seehundjunges tatsächlich Unterstützung braucht, können nur erfahrene Fachleute beurteilen. Wer ein Jungtier entdeckt, sollte deshalb unbedingt Abstand halten, es nicht anfassen und auf keinen Fall aufsammeln. Denn schon der menschliche Kontakt kann dazu führen, dass die Mutter nicht mehr zurückkehrt und das Jungtier in menschliche Obhut genommen werden muss. Außerdem können Robben beißen und Krankheiten übertragen, auch wenn sie gesund wirken.
Eine Robbe am Strand – was tun?
Die Nationalparkverwaltungen der drei Wattenmeer-Bundesländer bitten daher um rücksichtsvolles Verhalten am Strand: Weiträumig Abstand halten (nach Möglichkeit 300 Meter), den Weg zum Wasser nicht versperren, ruhig bleiben, Hunde anleinen und von dem Tier fernhalten. Das Jungtier soll unbedingt am Fundort belassen werden, damit die Mutter es gegebenenfalls wiederfinden kann. Ein vermeintlicher „Rettungsversuch“ ist oft nicht hilfreich und kann die Situation sogar verschlechtern.
Wer einen Heuler oder eine hilfsbedürftige Robbe findet, sollte den Fundort möglichst genau melden (siehe Kontaktstellen unten). In Schleswig-Holstein erleichtert die „Robben.App“ die Meldung von Meeressäugern an Nord- und Ostsee. Über die Standortfunktion von Smartphones gelangen die wichtigsten Informationen direkt an die zuständigen Fachleute, sodass schnell reagiert werden kann. So können Einheimische und Gäste gleichermaßen dazu beitragen, dass Heuler und andere Meeressäuger im Wattenmeer bestmöglich geschützt werden.
Kontaktstellen bei Funden
Hamburg: Nationalpark-Haus Neuwerk (Tel. 04721 395349)
Niedersachsen: Seehundstation Nationalpark-Haus Norddeich (Tel. 04931 97333-0)
Schleswig-Holstein: „Robben.App“ (kostenfrei in App-Stores), Seehundjäger via Polizei (110) oder Seehundstation Friedrichskoog (Tel. 04854 1372)
Gemeinsame Pressemitteilung der Nationalparkverwaltungen Hamburgisches, Niedersächsisches und Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Nicht jeder einsame Seehund am Strand ist ein hilfsbedürftiger „Heuler“. Robben ruhen sich hier auch einfach nur aus.
Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Sabine Hinrichs
Quelle: Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer
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