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21.08.2019

Doppelte Wucht


Die Eiländer von Baltrum und die Langeooger Washhouse Companie gaben am Dienstagabend in der Kite-Arena ein Konzert mit wahrlich doppelter Wucht. Eiländer-Frontman Arnold Abram hatte die Location für den Fall in Augenschein genommen, dass es an der eigentlich gepachteten Standmauer für ein Open Air Konzert zu windig wäre oder der Sonnenuntergang wolkenverhangen... Heike und Henning Kremer machten es bei der Kite-Schule (wo man eh treffliche Kite-Parties zu feiern weiß) möglich und übernahmen auch die Bewirtung. So stellte es sich heraus, dass dies ein überaus formidabler Ort für ein rockiges Live-Konzert ist, was auch Bürgermeister Berthold Tuitjer bei einer Begrüßungsansprache zu einem großen Lob hinriss. Den größten Anteil an der Freude hatten freilich die Musiker selbst, die mit großer Leidenschaft an ihren diversen und wechselnden Instrumenten spielten und ebenso toll sangen. Die beiden Schlagzeuger nicht zu vergessen! Udo Bengen bei den Eiländern und Ralph Weidanz bei der Washhouse Companie. Dass dieses Doppelkonzert funktioniert, hatten die Insulaner von hier wie dort bereits mehrfach erprobt und versprachen, sich auch in Zukunft gegenseitig besuchen zu wollen. Dabei sind die Stilrichtungen ganz verschieden, aber doch wieder so, dass es super zusammenpasst und eigentlich wie selbstverständlich zusammengehört. Die Eiländer rockten mit Gitarre (Arnold Abram, Michael Angierski), Bass (Günter Tjards), Percussion und Bluesharp (Torsten Moschner) und Cajon-Schlagwerk (Udo Bengen) mit Witz und Charme zumeist deutschsprachige Strand-, Sommer- und Gute-Laune-Songs und gaben ihrem Ruf als Strandrockband alle Ehre. Die Washhouse Companie besann sich auf tiefgründige Shanties und Seasongs aus Walfängerzeiten, und Ralph Weidanz, Torsten Meyer, Gerrit Agena, Ralf Preuß und Harro Schreiber (v.l.n.r.) bewiesen eindrucksvoll und zu allerlei Scherzen aufgelegt, dass auch diffizile Takte mit außergewöhnlichen Instrumenten und großen Stimmen locker gerockt werden können. Dass es fürs Waschbrett eigener Noten bedarf, wurde nur nebenbei bekannt, weil diese angeblich von der windschiefen Bühne hinuntergefallen waren... Das Publikum, das die ganze Fläche um die Kite-Schule bis in die Dünen hinauf in Beschlag genommen hatte, war völlig begeistert, und natürlich kamen die beiden Bands nicht ohne Zugaben davon. Die gaben sie dann zusammen, improvisierten etwas, zumal es auf der kleinen Bühne bedenklich eng zu werden drohte, feierten die Musik zusammen und entließen ein fröhliches, zufriedenes Publikum beschwingt in die Nacht.

Der Eintritt war frei – mit dem Hut hatte Kurverwaltungs-Veranstaltungsleiter und Techniker Stephan Moschner und sein Sammel-Helfer, Inselfreund Martin Brüker, ein hoffentlich hübsches Sümmchen zusammenbekommen, das den Langeoogern überreicht werden soll (weil sie da drüben ja noch mit Waschbrettern wüschen...).

 

 


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Hinrichs