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20.05.2017

FriesenBlech auf Baltrum


Ein besonderes Konzert fand am Freitagabend in der ev. Kirche auf Baltrum statt, zu dem Pastorin Anna Henken und Bürgermeister Berthold Tuitjer die Zuschauer im gut gefüllten Gotteshaus begrüßten.
"Lobet den Herrn in seinem Heiligtume, lobet ihn in der Feste seiner Macht! Lobet ihn in seinen Taten, lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit! Lobet ihn mit Posaunen; lobet ihn mit Psalter und Harfe!" zitierte die Inselpastorin Psalm 150 und drückte ihre Freude über das anstehende Konzert aus, das so gut in die Kirche passe. Auch Bürgermeister Berthold Tuitjer freute sich über das Zustandekommen des Konzertes auf der kleinsten Ostfriesischen Insel: Die Musiker waren immerhin mit eigenem Boot von Norddeich aus über das Wattenmeer angeschippert gekommen - ohne dass die wertvollen Instrumenten einen Blechschaden genommen hätten.
So war denn der Abend launig eröffnet, und so ging es auch weiter, nachdem die neun Blechbläser mit einer Dame eine eindrucks- wie anspruchsvolle Auftakts-Suite aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel gegeben hatten. Die doppelchörige Besetzung u.a. in Bourrée und La Réjouissance erlaubte einen unendlich tiefen wie auch weiten Klang, der in dieser Art erst seit dem Bestehen der Formation "German Brass" zu hören bzw. bekannt ist, in deren Tradition sich das Pendant aus dem hohen Nordwesten selbst versteht. Die Romanza y Variaciones aus dessen Gründers Feder Enrique Crespo spielte alle Nuancen entsprechend klar und warm heraus. Denn dieses ist ja die Stärke eines gut besetzten "Posaunenchors": Der warme Klang der Trompeten, Flügelhörner, Hörner, Posaunen, Bassposaune und der Tuba, die sich zu einem raumfüllenden, tiefen Erlebnis vereinigen, das durch den sparsamen Einsatz einer Piccolotrompete in den höchsten Tönen mitunter in hellen Lichtern glitzert.
Den neun Musikern mit ihrer Dame machte das Konzert sichtlich und hörbar Spaß, und besonders im zweiten Teil spielten die Profimusiker, die ihren Lebensunterhalt als Musiklehrer oder Musikschulleiter bestreiten, wenn sie nicht noch am Studieren sind, swingend und jazzig und mit Inbrunst heraus und demonstrierten, dass sie einfach alle Musik im Blut haben.
Man darf gespannt sein auf den weiteren Werdegang von "FriesenBlech". Die junge und frische Formation wird sicher noch weiter zusammenwachsen, wenn sich die Musiker gemeinsam Zeit nähmen und ließen, weitere Konzerte zu geben.
"Mehr davon!" fand auch das Publikum und ließ "Friesenblech" nicht ohne Zugabe in die Nacht hinaus.

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Hinrichs