
18.10.2026 - Gospeltage auf Baltrum
16.10.2026 - Aufgussnachmittag im SindBad
13.10.2026 - Konzert mit Shakti & Matze fällt aus!
13.10.2026 - ZVT: Wanderung in den Wilden Osten
13.10.2026 - Ein unvergessliches Erlebnis
13.10.2026 - Mittwoch: Auf Hoher See!
13.10.2026 - Nächsten Dienstag ShantyChor!
13.10.2026 - Champions League in der SchirmSeaBar
13.10.2026 - Postfiliale schließt zum 31. Oktober
13.10.2026 - Heute: Beckenbodengymnastik für Männer
13.10.2026 - Das Tor der Sieben Inseln
13.10.2026 - Öffnungszeiten Postfiliale
12.10.2026 - Ausblick: Seehund über Jahreswechsel geöffnet
09.10.2026 - Zugvogeltage eröffnet
08.10.2026 - Coming of Age
07.10.2026 - Letzte Klappe! Tante Wanda
06.10.2026 - Grundwassererkundung per Hubschrauber
06.10.2026 - Heute singt der ShantyChor!
05.10.2026 - Rote Herbstpracht
05.10.2026 - Dienstag keine Rote Tonne
02.10.2026 - Kunst mol kieken hat am Wochenende auf
02.10.2026 - Nipptied fällt aus
02.10.2026 - Musik verbindet
02.10.2026 - Letztes Geleit
01.10.2026 - Neue Kinderspielhaus-Zeiten
18.10.2026
Zugvogeltage Resümee
Ein bebildeter Bericht aus dem Nationalpark-Haus
Sa., 10.10.2026 sollte es um 11:00 Uhr mit „Auf den Spuren der Vegetarier – Vogelexkursion entlang der Hellerwiesen von West nach Ost“ los gehen. Leider spielte das Wetter nicht richtig mit – neben Sturm gab es sintflutartige Regenfälle. Nach einer kurzen Krisenbesprechung wurde eine Indoor-Variante beschlossen. So erzählte Hausleiterin Karen Kammer im Trocknen über diverse Vogelarten und ihre nahrungstechnischen Vorlieben. Nur 10 Prozent der Vögel sind Vegetarier. Darunter gibt es drei Varianten: Grünzeug (viel Gänse fressen gerne Gras und Wildkräuter), Körner (eher bekannt: Spatzen) und Obst (Beeren, Früchte – was in fortgeschrittenem Reifegrad durchaus mit einem alkoholbedingt nicht mehr möglichen Geradeaus-Flug bei Staren enden kann). Ansonsten waren in der Ausstellung eher die fleisch- und fischfressenden Vogelarten zu sehen: Der Große Brachvogel, der gerne Wattwürmer erstochert; Austernfischer, der lieber eine Muschelnummer kleiner erbeutet (Herz- und Miesmuscheln mit unterschiedlichen Methoden) und die Eiderenten mit rund drei Kilogramm Miesmuscheln pro Tag. Einen wenig minütiger, kurzer Spurt mit Spektiv nach draußen an die Salzwiese schloss sich an – dort waren neben Ringelgänsen noch Weißwangengänse zu sehen, bevor der nächste Regenschauer die Veranstaltung jedoch vorzeitig beendete.
(Karen Kammer)
Mo., 12.10. startete um 12:30 Uhr ein „Vogelkiek für Familien“. Eine Familie mit sechs Personen kam und bekam ein exklusives Erlebnis. Zunächst ging es darum, wie man Vögel bestimmt. Zunächst das Aussehen: Schnabel, Augen, Gefieder, Schwanz, Beine fiel den Kindern ein. Auch das Verhalten (die Bachstelze wippt immer mit dem Schwanz, der Spatz badet im Dreck – „Dreckspatz“), die Stimme (da wurden von den Kindern gleich Vogelstimmen zum Besten gegeben) und Aufenthaltsort (Steinwälzer gerne in den „felsigen“ Küstenschutzanlagen, Sanderling rennt am Strand den Wellen davon) wurden genannt. Mit Fernglas und Spektiv bestückt ging es dann zur Salzwiese (jede Mende Möwen) und an den Hochwasserrastplatz am Watteinstieg. Dort saßen Große Brachvögel und vor allem sehr viele Austernfischer. Karen Kammer, die durchführende, erklärte den Kindern die Varianten „Pinzettschnabel“ (Wurmliebhaber), Hammer- und Meißelschnabel (Muschelliebhaber). Die Vögel stochern im Watt, sehen aber nicht, ob etwas darunter sitzt. Heißt: zehmal Stochern, einmal Erfolg. Das mussten die Kinder ausprobieren – mit gebastelten Schnäbeln und Smarties (statt echten Muscheln). Das war gar nicht einfach, wurde festgestellt! Auf der Mole am Hafen saßen viele Rotschenkel mit leuchtend karottenroten Beinen, am Westkopf waren Eiderenten unterwegs und zum Schluss saßen hunderte Steinwälzer im Deckwerk. Das Fazit:“ Man könnte stundenlang zuhören, weil du so eine nette Art zu erzählen hast und so tolle Geschichten von den einzelnen Vogelarten weißt!“
(Karen Kammer)
In Ruhe ziehen lassen – was der Vogelzug und die ostfriesische Teezeremonie gemeinsam haben
Während der Tee dampfend zieht, ziehen die Vögel auf dem Bildschirm vorbei.
„Erst kommt der Kluntje, dann wird knisternd der Tee aufgegossen, es folgen die Sahnewölckchen gegen den Uhrzeigersinn eingeschenkt, damit die Zeit stehen bleibt…“
Die Leiterin des Nationalpark-Hauses Karen Kammer stimmt das gemütliche, gemeinsame Teetrinken im Sinne des immateriellen ostfriesischen Kulturerbes ein. Im Anschluss präsentiert sie den genüsslich Teetrinkenden ein paar interessante Informationen zum Vogelzug und bemerkenswerte Details einiger beflügelter Vertreter. Die Fotos aus dem Vortrag stammten von Bärbel Nannen, die mit wunderbarem Blick in die Natur unglaublich tolle Bilder geschossen hatte!
Warum bräuchte der Wintergast Ringelgans eigentlich kein Süßwasser trinken?
Ihre Salzdrüsen am Schnabel sind so effektiv, dass sie den hohen Salzgehalt des Meerwassers auf ein Minimum reduzieren kann. Diese Fähigkeit ist vor allem gefragt, wenn sie in Ermangelung satter Salzwiesenpflanzen auf Algen als Nahrungsquelle zurückgreift.
Warum verhungern männliche Eiderenten, während sie um eine Partnerin werben?
Die Eiderenten nehmen die Partnerinnensuche so ernst, dass manch ein Enterich über all seine Bemühungen vergisst, Nahrung aufzunehmen. Sein gestrandeter Kadaver ist Zeugnis der verausgabenden Liebesmüh.
Was ist das gefragteste Verlobungsgeschenk für eine Seeschwalbe?
Ohne Frage: Fisch! Wenn die Angebetete das Hochzeitsgeschenk verschmäht, kann es immer noch selbst verspeist werden.
Eines wird klar: Sowohl eine gelungene Teezeremonie als auch ein erfolgreiches Ziehen über weite Strecken brauchen, neben den verfügbaren Naschereien, Ruhe, Rastmöglichkeit und Zeit.
(Fanny Langner, stellvertretende Nationalpar-Haus-Leiterin)
Ornithologische Wanderung in den wilden Osten
Im Rahmen der Zugvogeltage fand am Mi., 14.10.26 eine, naja, mehr Führung als Expedition in den wilden Osten Baltrums statt. Vom hiesigen Zeltpaltz aus ging es los, und man wanderte durch die Salzwiesen und Dünen Richtung Ostende. Immer wieder mit kleinen Stopps, bei denen auf die Umgebung hingewiesen und interessante Fakten genannt wurden, zu den Sachen, die so am Wegesrand zu finden waren. Mehrmals hatte man die Möglichkeit, Pflanzen wie die Kartoffelrose zu probieren und an der Wasserminze zu riechen. Das wahre Highlight war jedoch die Pause am Ostende bei der nicht nur Kekse zur Stärkung verteilt, sondern auch drei Spektive aufgestellt wurden, durch die man die Zugvögel besonders gut beobachten konnte. Einige hatten sogar eigene Kameras dabei, und jede Teilenhmerin und jeder Teilnehmer bekam ein Fernglas vom Nationalpark-Haus, die auch im Gebrauch waren. Selbst das Wetter hat an diesem Tag perfekt mitgespielt, nur vereinzelte Wolken am Himmel, ein Wind, der so wie die Zugvögel auf Reisen gegangen ist und eine Sonne, die dafür gesorgt hat, dass nie jemandem richtig kalt wurde. Auf dem Rückweg ging es über den Strand, wo auch immer wieder angehalten wurde, sobald man glaubte, etwas entdeckt zu haben.
(Clara Ciupka, Praktikantin)
Umzug mit selbstgebastelten Laternen zu Ehren des Zugvogels Küstenseeschwalbe
Die Klebestifte, Scheren und Papierschnipsel stehen bereit.
Kommt nochmal alle her, im Kreis sitzen wir zusammen und lernen die Küstenseeschwalbe kennen. Weißer Bauch, roter Schnabel, schwarzes Häubchen auf dem Kopf. Was isst sie, wo wohnt sie und wo verbringt sie ihre Winter? Und wie schafft sie das überhaupt so weit zu fliegen und warum tut sie das?
Auf die Schnipsel, fertig, los! Groß und Klein lassen gemeinsam bunte Küstenseeschwalbe-Kunstwerke entstehen. Die Laternen übertreffen sich in verliebten Details und freier Gestaltung.
Sind wir denn alle bereit als Zugvögel in die Nacht zu ziehen? Die Veranstalterin Karen Kammer holt verschiedene kleine Säckchen aus der Tasche. Horcht mal, was ist das für ein Geräusch? Wie klingt das und was könnte hier drin sein? Hier, dieser Geruch, woran erinnert euch das? Tastet doch einmal hier herein – was mag das wohl sein? Nachdem alle ihre Sinne geschärft und mit ihren kleinen Schnäbeln noch Muschel-Smarties gepickt haben, sind wir soweit und können losziehen.
Die bunten Kunstwerke leuchten uns den Weg. Doch nicht nur unsere Laternen leuchten in der Nacht. So wie uns einige Lichter wie der Leuchtturm oder Seezeichen in der Nacht Orientierung schenken, orientieren sich die Vögel an den Sternen und Landmarken, die wir spielerisch auf unserer Wanderung entdecken.
Schließlich wird der Laternenzug mit einer indigenen Geschichte zur Entstehung des Sternenhimmels inspiriert und selig auf den Weg nach Hause entlassen. Immerhin haben wir es nicht ganz so weit wie die kleine Küstenseeschwalbe.
(Fanny Langner, stellvertretende Haus-Leiterin)
Tatort Watt – eine Wattwanderung mit Spurensuche, Fr., 16.10.26
Wo Zugvögel fressen, muss es auch Gefressene geben. Genau darum ging es in der Exkursion „Tatort Watt“. Am Freitag ging es also für die Gäste ins Watt auf der Suche nach Überresten, Spuren und noch lebenden Beutetieren. Schon am Watteinstieg war es soweit: Der erste Tatort. Ein Häufchen zerkleinerter Miesmuschelschalen. Der Täter? Ganz klar eine Silbermöwe. Mit ihrem starken Kaumagen können sie die Muschel im Ganzen herunterschlucken und diese zerkleinern. Die unverdaulichen Reste werden mit Speichel zusammengeklebt und einfach als Speiballen wieder ausgespuckt.
Nach erfolgreicher Beweismittelaufnahme ging es dann endlich ins Watt. Dort angekommen, musste erst einmal nach den Bewohnerinnen und Bewohnern gesucht werden, die meisten graben sich nämlich ein, um den hungrigen Schnäbeln zu entgehen. Um dennoch einen Blick ergattern zu können, machte sich also der Ermittlungsleiter Torsten Moschner ans Werk. Gesagt, gegraben, und schon waren Wattwurm, Kotpillenwurm, Seeringelwurm und Pfeffermuschel enttarnt.
Eine weitere beliebte Taktik, um den Völlereien von Küstenseeschwalbe, Knutt und Co. Zu entgehen, ist die Bildung eines harten Panzers oder Schale. Wer genug Vertrauen in seine Schale hat, braucht sich auch nicht zu vergraben; so zum Beispiel die Miesmuschel. Sie klebt sich an festen Untergrund (oder andere Muscheln) an, und bildet so beeindruckende Muschelbänke.
Es konnte sogar ein Interview mit einer Zeugin geführt werden: Eine Strandkrabbe kauerte unter einem Stein, um den hungrigen Blicken der Möwen zu entgehen. Sie berichtete uns von dem Schicksal, das einen Artgenossen ereilt hatte: Eine Möwe hatte sie so lange geschüttelt, bis sie all ihre Beine und Scheren fallen lassen hatte, und verschlang sie mitsamt Panzer.
Auf dem Rückweg wurden die Detektive sogar selbst zu Zeugen: Eine Silbermöwe knabberte an etwas herum, doch bevor die Gruppe am Ort des Geschehens ankam, hatte die Täterin bereits jegliche Beweise verputzt.
Nach erfolgreicher Beweisaufnahme ging es dann zurück ins Nationalpark-Haus, um die mitgebrachten Wattwürmer den hungrigen Aquarienvölkern zu verfüttern. Durch gutes Wetter und kompetente Führung von Torsten Moschner war die Tatortuntersuchung ein voller Erfolg!
(Linus Kirchner, FÖJ)
Einführung in die Welt der Vogelgucker, Fr., 16.10.26
Was fliegt, sitzt, schwimmt oder singt denn da?
Diese Frage stellen sich vermutlich viele, vor allem während der Zugvogeltage. Wie man all diese Fragen beantwortet, zeigte am Freitag Karen Kammer den interessierten Gästen.
Das Wichtigste? Die Ausrüstung! Bewaffnet mit Bestimmungshilfen, Ferngläsern und einem Spektiv für die ganz kleinen Vögel ging es also entlang des Hafens bis zum Westkopf.
Bereits auf dem Weg zum Hafen sahen wir viele verschiedene Vögel, wie zum Beispiel Stare, Rabenkrähen, Dohlen und verschiedene Möwen sowie Gänse. Auch ein riesiger Metallvogel erhob sich auf dem Flugplatz genau vor unseren Augen in die Lüfte. Komischerweise war dieser gar nicht in unseren Bestimmungshilfen.
An der Wattkante saßen zahlreiche Austernfischer, Brandgänse und sogar ein paar Große Brachvögel. Zwischen zahlreichen Rotschenkeln konnten wir auf der Hafenmole sogar einen einzigen Steinwälzer entdecken. Ob er wohl weiß, dass das keine Artgenossen sind? Das Highlight waren aber auf jeden Fall die Sanderlinge, die mit ihrem hektischen Rennen entlang des Spülsaums den Namen „Keen Tied“ (Keine Zeit) bekommen haben.
Nach einer durch Karen Kammers Wissen bereicherten Exkursion ging es dann bei Anbruch des Regens mit neuen Erkenntnissen zurück ins Warme.
(Linus Kirchner, FÖJ)
Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Nationalpark-Haus Baltrum
Quelle: Nationalpark-Haus Baltrum
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