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02.10.2026 - Nipptied fällt aus
02.10.2026 - Musik verbindet
02.10.2026 - Letztes Geleit
01.10.2026 - Neue Kinderspielhaus-Zeiten
01.10.2026 - JuBiDu & Fleitjes
30.09.2026 - Kluntje: Ruhetage Mi + Do
30.09.2026 - Die Schulseelsorgerin
29.09.2026 - Ein Hoch im Gelben Wagen
28.09.2026 - Wahl-Nachtrag
28.09.2026 - Spartenleitertreffen am 30. September
28.09.2026 - Extra-Konzert am 1. Oktober
27.09.2026 - Buntes Cobigolf-Turnier
27.09.2026 - Betriebsgeheimnis
25.09.2026 - Badeaufsicht endet
25.09.2026 - Samstag: KSV-Cobigolf-Turnier
25.09.2026 - Sommerausklang
24.09.2026 - Zugvogeltage vom 10. bis 18. Oktober 2026
23.09.2026 - B.-L.: Preise bleiben stabil
23.09.2026 - Mittwoch Tante Wanda!
20.09.2026 - Konzert zum Weltkindertag
18.09.2026 - KSV-Updates
18.09.2026 - Kinder-Nipptied am Sonntag im NPH
17.09.2026 - LitMus im NPH am Freitagabend
17.09.2026 - Veranstaltungsleiters unner sück
15.06.2026
Auf dem Weg zur Baltrum-Stiftung
Am vergangenen Freitag gab es im Strandhotel eine Initialversammlung mit dem Ziel zur Gründung einer „Bürgerstiftung“ für Baltrum (Baltrum-Stiftung) – und dabei viele gute Nachrichten:
- Jeder kann Stifter werden, jede kann Stifterin werden
- Alle für Baltrum: Einheimische, Gäste, Teilzeitinsulaners, Buteninsulaners
- Gefragt sind natürlich Geldstifterinnen und Geldstifter
- Die Stifter*innen bei Gründung werden Gründungsstifter*innen
- Die späteren Stifter*innen werden Zustifter*innen
- Zeitstifter*innen (die nicht unbedingt Geld einbringen müssen) sind willkommen
- Ideenstifter*innen ebenso
- Keine Konkurrenz zu den Vereinen, im Gegenteil: Unterstützung für Projekte
- Eine erste Geldeinlage von 150.000 Euro wäre da
- Die Baltrum-Stiftung soll bald auf den Weg gebracht werden
- Steuervorteile durch Spendenquittungen
Doch der Reihe nach:
Initiiert von der Butenbaltrumerin Luise Lierse und ihrem Sohn, Dr. Tjark Lierse, fand am 12. Juni 2026 ein erstes Treffen im Strandhotel Baltrum statt, dem 40 interessierte Personen bewohnten (zum Teil online), und später dezidierte Fragen stellten.
Tjark Lierse (Jg. 1966, Hannover), ist der Sohn von Luise Lierse (geb. Albers) und Dr. Gottfried Lierse, aufgewachsen in Bremen und „Wochenend- und Ferien-Insulaner“, Enkel von Uhrmacher & Fotograf Tjarko Albers & Trinette (Netti) Albers (Haus 27 im Alten Ostdorf) und Großneffe von Trientje Möhlmann (Haus Seeschwalbe N° 32).
2019 hat Tjark das Haus Klaar Kimming im Alten Ostdorf von Luise und Gottfried übernommen, Andrea & Tjark vermieten zwei Wohnungen und sind wieder regelmäßig auf der Insel, wohnen und arbeiten in Celle/Hannover.
Eingeladen war auch André Ebbighausen von Norderney, der Finanzvorstand und Mitgründer der Juist-Stiftung ist. Tjark stieß bei seinen Recherchen zum Stiftungswesen auf den Ostfriesischen Inseln schnell auf ihn und knüpfte direkt den Kontakt.
Die Ursprungsidee einer Stiftung für Baltrum kam von Luise Lierse, geborene Albers, im Gedenken an ihren auf Baltrum verunglückten Sohn Koord (31.10.1970 – 01.05.1993). Anstelle vereinzelter Spenden an Vereine, die schnell verbraucht wären, oder der Einrichtung einer Verbrauchsstiftung streben die Lierses auf Anraten von André Ebbighausen inzwischen eine nachhaltige Struktur an. Mit einem Kapital von 150.000 Euro wäre ein Grundstock für eine zukünftige Bürgerstiftung für Baltrum gelegt – Motto: Spuren auf Baltrum hinterlassen.
André Ebbighausen kennt die bestehenden Bürgerstiftungen auf Borkum, Juist und Norderney gut. Deren Satzungen könnten für Baltrum übernommen werden, sie basieren auf Vorlagen der Bertelsmann-Stiftung und haben weit gefächerte Stiftungszwecke. Auf Juist sind dies beispielsweise Bildung und Erziehung, Jugend- und Altenhilfe, Umwelt-, Naturschutz und Landschaftspflege, Heimatpflege, Gesundheit und Sport, mildtätige und religiöse Zwecke, Kunst und Kultur (und in Klammern: Wissenschaft und Forschung – das war auf Juist bislang schweirig umzusetzen gewesen). Die gemeinnützige Bertelsmann-Stiftung ist eine Unternehmensstiftung, gegründet von Reinhard Mohn im Jahr 1977. Auf deren Satzung beruht auch die Satzung der ebenfalls von Reinhard Mohn in 1996 gegründeten Bürgerstiftung Gütersloh; diese gilt als die erste Bürgerstiftung in Deutschland.
Die Juist-Stiftung hat in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum gefeiert und kann einige Erfolge aufweisen: Es wurden der barrierefreie Gehwegausbau angestoßen, Friedhofsbänke, Granitstelen und Wasserspender installiert, die Kirchenmusikerstelle gesichert, Konzerte in den Kirchen organisiert, mit dem Heimatverein/Inselmuseum zusammengearbeitet, Feuerwehr und Jugendfeuerwehr unterstützt usw., immer in Absprache mit allen Beteiligten.
Es gibt zudem eine inselübergreifende Zusammenarbeit durch die traditionelle Freundschaft mit Borkum, und die Juist-Stiftung ist Mitglied im Förderverein Norderneyer Krankenhaus.
Fast 500.000 Euro Projektmittel wurden in den vergangenen 20 Jahren auf Juist investiert. Die Stifterzahl ist von 66 auf 172 gestiegen, das Kapital von 106.000 Euro auf über 1,2 Mio. Euro. Die jährlichen Zinserträge liegen bei über 30.000 Euro, machte André Ebbighaus Appetit.
Zum Aufbau und Wesen einer Stiftung berichtete er und gab gleich Tipps mit auf den Weg. Der Vorstand (operativ, z. B. fünf Jahre, vom Stiftungsrat eingesetzt), der Stiftungsrat (Beratung/Kontrolle), und das Stifterforum (zur jährlichen Information) sind die Gremien einer Stiftung. Es gibt keine Mitglieder, sondern Stifter*innen; Zustiftungen sind möglich (1.000 Euro für offiziellen Stifterstatus), ähnelt also eher einer AG. Die Satzung sollte sorgfältig formuliert werden (z. B. Wohnsitzanforderungen, Altersgrenzen vermeiden) – spätere Satzungsänderungen, insbesondere der Zwecke, seien schwierig und zustimmungsbedürftig seitens der Gründerstifter*innen. Die Mehrheit des Vorstands hat idealerweise den Erstwohnsitz auf der Insel. Transparenz und Zusammenarbeit sind selbstverständlich: Der Stiftungsrat tagt quartalsweise, der Vorstand legt halbjährlich Rechenschaft ab. Online-Teilnahme ist möglich.
Mitmachen und Teilnahme erwünscht!
- Geld stiften (ab 1.000 Euro ist man Stifter*in)
- Spenden zum Direktfördern von bestimmten Projekten jederzeit möglich
- Mitarbeit im Vorstand oder Stiftungsrat
- Zeit stiften (z.B. als Steuerberater, für eine Webseite oder in Tatkraft zu bestimmten Anlässen)
- Ideen stiften
- Vererben (evtl. zweckgebunden)
- Fremde Projekte fördern
- Eigene Projekte fördern
Das Stiftungskapital sollte so sicher wie nötig und so ertragreich wie möglich angelegt werden, bis zu 30 % können in Aktien oder Fonds investiert werden. Pflichtaufgaben der Gemeinde können nicht gefördert werden, über die verschiedenen Fördervereine (Schule, Feuerwehr) gibt es oft aber andere Lösungen und indirekt „Mehr für alle“.
In den kommenden Wochen soll eine Satzung erarbeitet werden.
Wer schon Interesse oder noch Fragen hat, wende sich gerne an
Tjark Lierse (tjark@lierse-baltrum.de) oder
Sabine Hinrichs (OASE.Baltrum@t-online.de) Mobil/WhatsApp 0151 2707 1999.
„Eine Bürgerstiftung kann alles!" schloss André Ebbighausen am Freitag seinen spannenden Vortrag: „Gehen Sie stiften!"
Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Sabine Hinrichs
Baltrum-Online.de ist ein werbefreies und unabhängiges Angebot. Wir berichten ehrenamtlich und frei über die Insel Baltrum und stehen in keinerlei Verbindung zur Gemeinde Baltrum.
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