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16.02.2013
Udo Bengen will Bürgermeister werden
Baltrum muss vorwärts kommen!, eröffnet Udo Bengen sein Statement zu seiner Bürgermeisterkandidatur. Professionelle Marketingstruktur, Angebot für die Jugend, Trennung von Kur- und Gemeindeverwaltung sind die Schlagworte, mit denen der gebürtige Baltrumer in die Wahl gehen will. Zum zweiten - nicht wie geschrieben zum dritten - Mal bewirbt sich der bald 60-jährige um diesen Posten.
Udo Bengen war lange Jahre Mitglied der Unabhängigen Wählergemeinschaft Baltrum UBW und 15 Jahre Ratsmitglied, dabei in verschiedenen Gremien und vor allem im Verwaltungsausschuss sowie im Hafenzweckverband tätig. Fünf Jahre lang war er stellvertretender Bürgermeister. Ihn bewege und interessiere die Gestaltung der Insel. Dass "wir unsere wunderschöne Insel vorwärts bringen", sei seine Motivation. "Die schönste Insel ist am schwächsten besucht" - das will er ändern. Größtes Augenmerk gelte dem Tourismus. Sein zweites Hauptanliegen sei die Jugend. Es werde nichts für die Insulaner- und Gästejugendlichen geboten, kritisiere er schon seit Langem.
"Wir brauchen keine schlauen Sprüche von außen." Die Baltrumer wüssten sehr genau, wo der Schuh drücke. Die Baltrumer müssten Änderungen selbst bewirken. Das könne nur jemand in die Hand nehmen, der auf der Insel seinen Lebensmittelpunkt, der sich viele Jahre mit Herz und Seele für Baltrum eingesetzt habe.
Er habe das Gespräch mit dem Baltrumer Gemeinderat gesucht, nachdem dieser sich für einen Kandidaten vom Festland stark gemacht habe. Die anwesenden Ratsherren hätten ihm im Falle einer Wahl eine gute Zusammenarbeit versichert. Er könne sich trotzdem gut vorstellen, mit diesem gut und erfolgreich zusammenzuarbeiten. Schließlich kenne er alle Mitglieder persönlich. Udo Bengen freut sich auf die Herausforderung und das Miteinander. Man könne nicht immer einer Meinung sein. Baltrum-Politik sei wie überall gelebte und erarbeitete Demokratie.
Udo Bengen ist seit 20 Jahren ehrenamtlich im Vorstand der Baltrumer Konsum-Genossenschaft tätig. Der Inselmarkt sei auch gegen mancherlei Widerstand aus der Bevölkerung aufgebaut worden - nicht nur da habe er gelernt, gut mit Kompromissen umgehen und leben zu können. Letztendlich hänge der Erfolg eines Unternehmens oder einer Gemeinschaft immer von guter Führung der Mitarbeiter ab. Die Erfolgsgeschichte der Genossenschaft sei ein gutes Beispiel für das Potential der Insel.
Er nehme seine Kandidatur nicht sportlich. Er sei ehrgeizig und strebe ernsthaft den Posten des Bürgermeisters für Baltrum an, er habe sich nie um etwas anderes beworben. Gerne hätte er schon vor sechs Jahren diese Arbeit begonnen. Er unterstelle jedem Kandidaten etwas Gutes und nur das Beste für Baltrum tun zu wollen. Er selbst sei offen für Veränderungen, vor allem in Hinblick auf die Struktur der Gemeinde- und Kurverwaltung. Es sei ein hartes Stück Arbeit, das er anpacken wolle, und wenn es die Verhältnisse es zuließen, sollten ohne Zeitverschwendung sinnvolle Schlüsse gezogen werden, fordert er. Dabei spielt er auf die Trennung von Gemeinde und Kurverwaltung an. Eine professionelle Marketingstruktur aufzubauen ist für Udo Bengen oberste Priorität. In einem Bereich, in dem sich so schnell so viel ändere, müsse ein vernünftiges Konzept aufgestellt werden. Ohne Mitarbeiter sei dies nicht möglich - man dürfe nicht am falschen Ende sparen. Ein Blick über den Tellerrand auf die Nachbarinseln weise auch für Baltrum gangbare Wege auf. Schließlich seien die anderen Ostfriesischen Inseln alle mindestens zwei, drei Jahre voraus.
Er sei "kein Wunderheiler", doch er habe eine Stimme im Gemeinderat, so er denn gewählt würde. Er werde nicht der Angestellte des Rates sein, sondern sehr wohl seine Meinung kundtun, um vernünftige Entscheidungen im Sinne der Insel zu bewirken.
Über Probleme, die man nicht lösen könne, dürfte man nicht jammern, spielt er auf die Zweitwohnungssituation an. Aber die Baltrumer sollten sich beispielsweise fragen, "wollen wir eine Hundeinsel oder eine Kinderinsel" sein? Es gelte Probleme zu erkennen, dann könne man sie lösen.
Er habe viel Kontakt zur Baltrumer Bevölkerung, freut sich Udo Bengen, er höre gerne zu. Wenn er Bürgermeister wäre, würde er als erstes zu einer Bürgerversammlung einladen, um herauszufinden, was als erstes angefasst werden solle. Das Gleiche gelte für die gewählten Vertreter, den Ratsmitgliedern, und natürlich für die Mitarbeiter in der Gemeinde und der Kurverwaltung. Wöchentliches Briefing, Sich-Blicken-Lassen, Zuhören gehöre dazu. Im Übrigen habe er ein dickes Fell, traut sich Udo Bengen auch unbequeme Entscheidungen zu. Er vertrete keine Eigeninteressen.
Angesprochen auf das Nationalpark-Haus freut er sich, von Anfang an bei den Planungen dabei gewesen zu sein im Freundeskreis Nordseehaus, aus dem später der Heimatverein hervorgegangen war. Er sei begeistert, dass so viel Information und Sensibilität für die Natur an die Gäste weitergegeben werde. Gegebenheiten seien besser durch Wissen zu vermitteln als durch Schilder wie "Betreten verboten!" Eine vernünftige Erklärung dafür, warum es beispielsweise lebensgefährlich ist, an bestimmten Stillen in der Nordsee zu baden, bewirke mehr als ein plumpes Verbotsschild. "Der Gast ist ja nicht dumm."
Udo Bengen hat viele Ideen für Baltrum, sprudelt es aus ihm hervor. Die in den Sommermonaten brach liegende Mehrzweckhalle, die nur hin und wieder für Veranstaltungen genutzt würde, könnte man für ein Schlechtwetterangebot nutzen, damit sich auch junge Leute auf Baltrum wohl fühlen. Es sei schade, dass das Dornröschen-Rockt-Festival nicht mehr stattfinde - man sollte doch noch einmal Sponsoren suchen. Und eine sinnvolle Bewirtung am Strand ohne Wildwuchs könne schnell positive Effekte für Baltrum erzielen.
Udo Bengen spricht gerne im pluralem Baltrumer Zusammengehörigkeitsgefühl: "Wir kennen die Probleme", so sein Fazit. "Wir wollen sie gemeinsam lösen". "Ich möchte meine Kraft, Fähigkeiten und Erfahrung als Insulaner dafür einsetzen, gemeinsam mit dem Rat und den Baltrumern unsere Insel in die Zukunft zu führen."
Die Bürgermeisterwahl auf Baltrum findet am 10. März statt.
Am Sonntag, dem 24. Februar gibt es eine Podiumsdiskussion im Strandhotel Wietjes, Beginn 20 Uhr.
Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Hinrichs
Baltrum-Online.de ist ein werbefreies und unabhängiges Angebot. Wir berichten ehrenamtlich und frei über die Insel Baltrum und stehen in keinerlei Verbindung zur Gemeinde Baltrum.
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