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05.02.2008

Reif für die Insel


Saisonarbeit auf den ostfriesischen Inseln

Die Bundesagentur für Arbeit hat in Zusammenarbeit mit den Inselverbänden des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes in diesem Jahr zum zweiten Mal eine Aktion zur Vermittlung von Arbeitskräften auf die Ostfriesischen Inseln unternommen. Die Arbeitsämter in Bremen und Sangershausen hatten im Vorfeld über 200 Arbeitssuchende eingeladen. Bei diesen Veranstaltungen informierten die DeHoGa-Vertreter der Inseln über die Arbeitsbedingungen im Hotel- und Gaststättengewerbe und speziell über die Saisonarbeit auf den Ostfriesischen Inseln.
Jann Bengen, DeHoGa-Vorsitzender von Baltrum, und Hanke Rippen von Wangerooge stellten in Bremen dar, wie Saisonarbeit als Chance auf dem Weg aus der Arbeitslosigkeit begriffen werden kann. Denn Arbeit ist genug da. Saisonarbeit zeuge von Durchhaltevermögen und Einsatzwillen. Zudem böten gute Beurteilungen weitere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, der eigene Lebenslauf bekomme wieder ein Gesicht. Soziale Kontakte könnten aus der Isolation führen, die möglicherweise durch Arbeitslosigkeit verursacht wurde. Ein Einsatz als Saisonkraft biete zudem die Option auf Wiedereinstellung in der nächsten Saison. Die Inselvertreter machten Hoffnung auf Einstellung aller Altersklassen, denn gerade in der Gastronomie würde ein Mix aus Alt und Jung gebraucht, um Erfahrungen weitergeben zu können.
Die Saison dauert auf den Ostfriesischen Insel von Beginn der Osterferien (Mitte März) bis zum Ende der Herbstferien (Ende Oktober). In den Hauptsaisonzeiten währen der Oster-, Sommer und Herbstferien bedeutet dies für die Beschäftigten mindestens eine Sechs-Tage-Woche mit zum Teil erhöhtem Stundenumfang. Vermeintliche Nachteile wie doppelte Haushaltsführung und geringe Freizeit während der Hauptsaison würden durch die Chancen, die eine Saisonbeschäftigung bietet, wettgemacht, zumal wenn diese als Möglichkeit verstanden würde, die Zeit nach einer dauerhaften Beschäftigung zu überbrücken.
Inselkoordinator Josef Flockert (Baltrum), der zusammen mit Niels-Uwe Asendorf (Spiekeroog) und Michael Drees (Wangerooge) auf der Veranstaltung in Sangersdorf Arbeitssuchende informiert hatte, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf. Von den 130 Teilnehmern dort konnten 58 für eine Saisonarbeit auf einer Ostfriesischen Insel interessiert werden. Von der Veranstaltung in Bremen gab es 50 Einladungen zur Inselaktion.
Am 28. Januar fand im Hotel Strandburg auf Baltrum die erste Inselaktion statt, zu der 35 Arbeitssuchende gekommen waren. Zwölf von ihnen konnten sofort vermittelt werden, sechs Optionen seien noch offen, so Flockert. 16 Baltrumer Arbeitgeber waren anwesend, um Arbeit dort zu geben, wo andere Urlaub machen.
Für Unterbringung und Verpflegung werden feste Tagessätze als Sachbezugswerte bei der Lohnabrechnung berücksichtigt, die von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich sein können. Die Betriebe auf den Ostfriesischen Inseln orientieren sich in der Regel am gültigen Entgelttarif für die ostfriesischen Nordsee-Inseln.
Der Arbeitgeberservice will auch mit den Inseln außerhalb seiner Betreuung (Borkum, Juist und Norderney) Kontakt herstellen, so Sigrid Weermann von der Agentur für Arbeit Emden.
Die nächsten Veranstaltungen finden auf Spiekeroog und auf Langeoog statt.

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs