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30.04.2019

Über den Tellerrand: Green Kajak


Hamburg: Green Kajak – von Keya Hinrichs

 

In der Freizeit freiwillig Müll sammeln? Für viele eher undenkbar. Für eine kostenlose Kajaktour aber vielleicht doch.

 

Die Idee ist denkbar einfach - ein Zweier-Kajak, du und dein Lieblingsmensch, ein bisschen freie Zeit und die Motivation, für die kostenlose Runde auf der Alster der Umwelt zu helfen. "Green Kajak" ist ein NGO aus Dänemark, das 2017 damit begann, bei verschiedenen Kajakverleihen die sogenannten Green Kajaks umsonst zu verleihen. Die einzige Gegenleistung: der Mülleimer darf nach der Tour nicht leer sein. Denn das Ziel des Projektes sind Umweltschutz und -entlastung. Probleme, die schon lange bekannt sind, dennoch zu wenig in Angriff genommen werden. Dabei ist spätestens seit Greta Thunbergs Reden und Aktionen aktiver Umweltschutz sogar "IN". Wie praktisch, dass es mit Green Kajak sogar richtig Spaß machen kann.

Nachdem das Konzept zunächst in Kopenhagen und anschließend in weiteren Städten Dänemarks gut angekommen ist, soll Hamburg die erste deutsche Stadt mit dem Angebot werden. An drei verschiedenen Standorten um die Alster kann man ab Ende April ein solches Kajak nach Vorabanmeldung über ein Online Portal mieten. Umweltsenator Jens Kersten durfte gemeinsam mit einem Spezialisten der Organisation Probe fahren und "Freizeitvergnügen mit Umweltschutz und Müll sammeln verbinden", wie der NDR berichtete. Er findet die Idee, mit einem Kajak die Ufer und Gewässerränder, an die man sonst schwer heran komme, "brilliant" – vor allem, da die Alster auch Lebensraum für Tiere und Organismen sei, denen durch das Projekt auch geholfen würde.

12.000 Euro hat Green Kajak insgesamt in die Etablierung in Hamburg investiert. Weitere Standorte, an denen man die Kajaks für jeweils zwei Stunden ausleihen kann sind nach Kopenhagen Præstø und Århus. Auch in Norwegen und Irland sind laut Website Standorte geplant. Ob das Konzept eine spürbare Entlastung für die Umwelt darstellt, wird sich in Hamburg allerdings noch zeigen müssen. Letzten Endes kommt es auch auf das Engagement der Bürger an. Und wenn weiterhin keine ernstzunehmenden Sanktionen gegen "Kaffeebecher-Wegwerfer", "Zigaretten-Fallenlasser" und "Mülleimer-Missachter" erhoben werden, wird auch weiterhin nur das Symptom, nicht aber die Krankheit selbst behoben. 

In Kopenhagen wurden im letzten Jahr insgesamt drei Tonnen Müll alleine durch die Organisation aus den Gewässern gefischt, so Tobias Werner-Andersen von "Green Kajak", der Jens Kersten bei seiner Kajak Tour begleitete, gegenüber dem NDR. Ein Ergebnis, das sich zeigen lässt!

Informationen zu den Locations in Hamburg, zur Anmeldung und zum Projekt allgemein, findet man unter http://www.greenkayak.org

 

 

Von Keya Hinrichs
Veröffentlicht am 07.04.2019
Keya Hinrichs



Link -> Großstadtpapier Hamburg

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Keya Hinrichs
Quelle: Keya Hinrichs