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01.08.2018

Der Vogel des Monats: Die Rauchschwalbe


Rauchschwalbe Hirundo rustica

Wer freut sich nicht, wenn nach den kalten Wintertagen das Frühjahr beginnt und das erste melodische Vogelgezwitscher zu hören ist? Haus und Hofbesitzer fragen sich gleichermaßen, ob sie wohl wiederkommen? Gemeint sind damit die Rauchschwalben, die mit schöner Gleichmäßigkeit das Nest vom vergangenen Jahr in Beschlag nehmen, sofern sie die langen Flüge nach und aus Afrika oder einem anderen Winterquartier gut überstanden haben.
Natürlich ist ein Schwalbennest nicht immer angenehm. Da die Nestbauer mit Schlick und Gras arbeiten, bleibt Einiges auf der Strecke liegen. Erst recht, wenn der Nachwuchs ausgebrütet wurde, sieht es darunter nicht eben gut aus. Doch wenn die Jungvögel erst aus dem Nest blicken, freut sich der eigentliche Vermieter, denn in dieser Umgebung gibt es kaum mehr störende Mücken, Fliegen oder Bremsen.
Eine einzige Schwalbe, heißt es, verschlingt jährlich zehn Millionen Insekten. Sie sind mittelgroße Singvögel und mit den Sperbern verwandt. Die wohl auffälligsten Merkmale der Rauchschwalben sind der lange gegabelte Schwanz, der stromlinienförmige Körperbau und die verhältnismäßig kleinen Füße, die eher zum Greifen und Festhalten, als zum Laufen gedacht sind.
Ihr Lebensraum erstreckt sich von Europa über Asien, Nordamerika und Südamerika über Afrika bis nach Australien, und natürlich sind sie auch auf unserem kleinen Baltrum sehr gern zu Hause.
In diesem Jahr, mit richtigem Sommer, hatten die Vögel etwas Schwierigkeiten, ihr Baumaterial zusammen zu bekommen. Zum Glück gibt es auf Baltrum den kleinen Spielteich, an dem durch Ebbe und Flut immer wieder „Mörtelstellen“ freigelegt werden. Ebenso können sie sich Feuchtigkeit an den Pferdetränken ergattern, die zum Bau dringend benötigt wird.
Wenn die kleinen Schwalben flügge sind, sieht man sie in größerer Anzahl am Heller auf dem Drahtzaun sitzen, immer in der Hoffnung, dass noch ein Altvogel zum Füttern kommt. Doch weit gefehlt - die Schwälbin sitzt schon wieder auf ihrem Nest, um noch eine weitere Brut an Insektenvertilgern in die Welt zu setzen!

Nationalpark-Wartin Bärbel Nannen

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Bärbel Nannen
Quelle: Bärbel Nannen