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12.07.2018

natürlich. immer anders.


Die Ostfriesischen Inseln haben sich 2017 in der Nachfolgeorganisation der OFI als Ostfriesische Inseln GmbH zusammengeschlossen - DIE Ostfriesischen Inseln? Ja, sechs von ihnen, Baltrum ist nicht dabei. Es hatte, wie berichtet, Bedenken seitens des Baltrumer Gemeinderates gegeben, die Sockelkosten seien unverhältnismäßig hoch für die kleinste Ostfriesische Insel. (Immerhin: Die Baltrum-Linie ist Mitgesellschafterin.)

Nun ist es gekommen wie befürchtet - die anderen Sechse lassen sich nicht bremsen. Sieben Ostfriesische Inseln? Zumindest nicht in den neuen Magazinen und bei allem, was die kürzlich mit dem German Brand Award ausgezeichnete Marketing-Agentur greenbox design aus Bremen an Werbung auf allen Plattformen schaltet.
"Peinlich", findet dies Baltrums Bürgermeister und Kurdirektor Berthold Tuitjer. Schließlich war er selbst mit seiner Marketingabteilung anderthalb Jahre lang am Strategieprozess beteiligt. Ziel: die Etablierung der Ostfriesischen Inseln als Top-Destination für Thalasso in Europa!
greenbox design und die Ostfriesischen Inseln setzen auf einen Mix aus klassischer Werbung, Social Media, PR und Corporate Publishing. Die Zahlen der Follower und Fans auf Instagram und Facebook sind laut Aussage der OFI-Vertreter bzw. der Agentur seit dem Start der Maßnahmen bereits deutlich gestiegen. Im April ging die gemeinsame Website www.thalasso-guide.de online. Die erste Ausgabe der „Gute Tiden“ ist druckfrisch, der gemeinsamen Zeitung der Ostfriesischen Inseln.

Diese hatten Geschäftsführer Göran Sell und Marketing-Leiterin Monja Thießen im Gepäck, als sie am Mittwochnachmittag, dem 11. Juli 2018, zur Präsentation der OFI-Aktivitäten von Borkum nach Baltrum geflogen kamen. Es sei der Wunsch des Rates gewesen, sich die Sachverhalte detailliert vorführen und erklären zu lassen - so ganz abhängen lassen will man sich ja dann eigentlich doch nicht. Im März hatte es zumindest eine Erklärung bei der Ratssitzung gegeben, dass man sich mit dem Thema nochmals beschäftigen wolle. Beim gestrigen Gespräch waren allerdings nur die Vertreter der GfB (Gemeinsam für Baltrum) anwesend, zeigte sich Tuitjer "etwas irritiert".
Nun erscheine eine namenlose Insel auf der Karte der "südlichen" Nordsee. Dies könne man zwar als Kuriosum hinnehmen, doch eigentlich sieht Tuitjer gar keinen Sparzwang: "Marketing kostet immer Geld". Die Kurverwaltung sei inzwischen gut aufgestellt und würde einen ordentlichen Überschuss erwirtschaften. Der Beitritt zur (neuen) OFI wäre nur 4000 Euro pro Jahr teurer geworden, als die Jahre zuvor "alte" OFI und Nordsee GmbH zusammen, rechnet er vor. Allerdings tritt Baltrum erst Ende 2018 aus der Nordsee GmbH aus, es wären für dieses Jahr also "Doppelzahlungen" fällig gewesen, war ein weiteres Argument gegen den Beitritt gleich bei Gründung seitens der CDU-Baltrum21-Fraktion.

Die Ostfriesischen Inseln gehören zu den Top-Destinationen in Deutschland. Durch den Tourismus erwirtschaften sie einen Bruttoumsatz von rund einer Milliarde Euro im Jahr. Gesellschafter der Ostfriesische Inseln GmbH sind die Tourismusorganisationen der Inseln Borkum, Juist, Norderney, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge; außerdem die Reedereien AG EMS, AG Norden-Frisia, Baltrum-Linie GmbH & Co. KG, Schifffahrt Langeoog, Schifffahrt Spiekeroog und in Kürze auch Schifffahrt Wangerooge.

"Gute Tiden" hört sich ja irgendwie nach "gute Ideen" an - vielleicht lässt sich der Rat ja doch noch umstimmen, hofft Tuitjer.


Link -> gutetiden zum Lesen

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: screenshot gute tiden