
26.03.2026 - Saisonstart Kultur
25.03.2026 - Freitag wieder Badebetrieb
24.03.2026 - TenneT informiert
24.03.2026 - Inselverstecken
24.03.2026 - Kluntje startet Donnerstag
21.03.2026 - Elkes Schmuckstübchen ab 24. März 2026
21.03.2026 - Heute: JHV Gode Tied
19.03.2026 - Rundschreiben der Gemeinde
19.03.2026 - Reporter-AG: Aktuelles Interview
19.03.2026 - Kleine Freiheit wieder da
19.03.2026 - Post am Freitag zu
19.03.2026 - Osterfeuer am 4. April
19.03.2026 - JHV Heimatverein
19.03.2026 - Gäste gg. Insulaner am 4. April
18.03.2026 - Müllsammelaktion
18.03.2026 - Boßelsaison zu Ende
17.03.2026 - Neues Seevermessungsschiff
17.03.2026 - Saisonstart: SchirmSeaBar
17.03.2026 - Saisonstart: St. Nikolaus
16.03.2026 - Saisonstart: Nationalpark-Haus
16.03.2026 - Konfirmation 2026
16.03.2026 - Neustart: „Zum Steuerrad"
16.03.2026 - Dienstag: Inselreinigung
15.03.2026 - Saisonstart im Kinderspöölhus
15.03.2026 - Roter Kloot vermisst
14.12.2016
Von Pilgrims, Branntweinfischen und Rauelbauken
Buch zur Sprache der Küstenfischer in Niedersachsen erschienen
Der Sprachwissenschaftler Professor Klaus Siewert hat in Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und mit finanzieller Unterstützung durch die Niedersächsische Wattenmeerstiftung ein Buch über Geschichte und Sprache der niedersächsischen Küstenfischer veröffentlicht, das er heute in Neuharlingersiel vorstellte.
Das Buch beruht auf Befragungen von Fischern und Gewährsleuten an der niedersächsischen Küste und der Auswertung der einschlägigen Literatur. Die Ergebnisse sind im Kern in einem Wörterbuch niedergelegt, das die Grundlage der sprachlichen Auswertung ist. Umgebende Kapitel zur Geschichte der Küstenfischerei und zum Umwelt- und Naturschutz tragen der Verbindung dieser besonderen Sprache mit der Geschichte der Küstenfischerei und den mit der Küstenfischerei bis heute verbundenen Bemühungen um Umwelt- und Naturschutz Rechnung.
Seit Jahrhunderten haben die Fischer an der ostfriesischen Nordseeküste besondere Begriffe in ihrem Wortschatz, die für die Besucher der Region, aber auch für die Einheimischen nicht immer verständlich sind. Diese Fachwörter sind nicht einfach dem ostfriesischen Platt zuzurechnen, sondern bilden einen eigenen Sprachschatz. Sie hängen zusammen mit alten, heute längst aufgegebenen Methoden des Fischfangs, oder sie stammen aus der modernen Welt der heutigen Küstenfischerei. Mit diesem Buch soll der Sprachschatz bewahrt und Interesse geweckt werden für die faszinierende Welt der Küstenfischerei, verbunden mit der Hoffnung, dass die Sprache der Fischer auch künftig auf den Kuttern zu hören sein wird.
Heutzutage ist die Küstenfischerei in Niedersachsen durch teilweise schwer umsetzbare EU-Gesetze und Veränderungen im Wattenmeer bedroht. Andererseits sind mit der Erklärung des Wattenmeeres zum UNESCO Weltnaturerbe 2009 und dem Zusammenwirken der Fischer mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, die unter anderem für Regelungen von Nutzungen in der Fischerei zuständig ist, auch gute neue Rahmenbedingungen für die Zukunft gegeben.
Textauszug:
Jeder Fachwortschatz gewinnt sein besonderes Profil durch Wörter, die einerseits einmalig sind und – über die fachspezifischen Inhalte hinaus – etwas von der Identität, Mentalität, dem Brauchtum und der Geschichte der Sprechergemeinschaft durchscheinen lassen. Bei genauem Hinsehen sind sie auch im Fachwortschatz der ostfriesischen Fischer zu finden. Hier künden sie
· von Bräuchen: Branntweinfische `diejenigen Fische, die beim Schellfischfang den Beifang bildeten. Er musste vom Händler nicht bezahlt werden. Dieser hatte aber dafür die Pflicht, die Fischer bei der Ablieferung mit Brot und Branntwein zu versorgen´,
· von verhaltener Sozialkritik: Goldfischer, spöttische Bezeichnung der Berufsfischer für diejenigen Gelegenheitsfischer, die die Lachsfangsaison an der Elbe für einen gut bezahlten Nebenverdienst nutzen,
· von Verkaufsstrategien, die über das Wort gleichzeitig eine das Urteilsvermögen des Käufers betreffende Geringschätzung transportieren: dafür steht Kaiserscholle als beschönigende Bezeichnung für die Flunder; der Name wurde entwickelt, um einen ansonsten schwer zu vermarktenden Fisch besser verkaufen zu können,
· von Anspielungen auf biblische, mit der Welt der Fischer verbundene Geschichten und auf religiöse Gemeinschaften: Tobiaswade zur Bezeichnung eines Fangnetzes für Köderfische; in seinem ersten Bestandteil spielt das Wort auf die alttestamentliche Geschichte des Tobias an, der am Ufer des Tigris von einem großen Fisch bedroht wird. Pilgrims für die Bezeichnung von Hummern, die beim Herauslösen aus dem Netz ihre Scheren verloren haben und damit gewissermaßen wehrlos geworden sind; die zentrale religiöse Überzeugung der Pilgrimfathers, die vor ihrer Auswanderung 1620 nach Neuengland in dem Gebiet um Leiden siedelten und auch in Ostfriesland unterwegs waren, bestand in dem Gebot der absoluten Gewaltlosigkeit,
· von der Geschichte der Gemeinschaft der Fischer selbst: dafür steht das Wort Kameruner, das eine kleine, untermaßige Seezunge bezeichnet. Der Name geht auf die ehemalige deutsche Kolonie (1884-1919) Kamerun zurück, an deren Küste im fischreichen Golf von Guinea die kolonialen deutschen Fischer auch untermaßige Seezungen abfischten. Von den Fischern in Ostfriesland als Tarnwort beim Verkauf der kleinen Seezungen von Bord gebräuchlich,
· von Humor, wenn es etwa um den unliebsamen Schriftkram und schmerzhafte Kosten ging: als rauelbauk `Rohölbuch´ wurde das Tankbuch bezeichnet, in das die Fischer Tag für Tag Ankauf und Verbrauch von Diesel und Schmierölen eintragen mussten.
Solche Profilwörter geben der Fachsprache der Küstenfischer in Niedersachsen ihr besonderes Gepräge. Sie sind allesamt von der Sprechergemeinschaft erfunden und gebildet worden und künden von der Kreativität und von dem Humor der Menschen, zu deren Fachsprache sie gehören. Einige dieser Wörter, wie etwa Pilgrims und Tobiaswaden, konnte keiner der Fischer mehr erklären, andere, wie Kameruner, sind in ihrer Bezeichnungsfunktionen noch heute bekannt, die Geschichte und Motivation der Bildung des Wortes war indessen weithin vergessen.
Klaus Siewert
1954 in Minden in Westfalen geboren. Lebt heute in Münster/Westf. und an der Nordseeküste. Studium der Germanistik, Geschichte, Philosophie und Pädagogik. 1984 Promotion zum Dr. phil., 1998 Habilitation zum Professor. Professuren an den Universitäten Darmstadt und Paderborn. Lehrbefugnis: Deutsche Sprachwissenschaft/Deutsche Philologie. Autor von Büchern zur Deutschen Sprachgeschichte, zu Sonder-, Fach- und Geheimsprachen.
Klaus Siewert, Küstenfischer in Niedersachsen. Geschichte, Sprache und Natur.
gebunden, 224 S. mit zahlreichen Abbildungen, ISBN 978-3-939211-00-6, 26,00 €
Im Buchhandel und beim Verlag erhältlich, geheimsprachenverlag@gmx.de
Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: NLPV / privat
Quelle: Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer
Baltrum-Online.de ist ein werbefreies und unabhängiges Angebot. Wir berichten ehrenamtlich und frei über die Insel Baltrum und stehen in keinerlei Verbindung zur Gemeinde Baltrum.
Weitere News
26.3.2026
Saisonstart Kultur
Musik, Theater, Konzerte, Aufführungen, Lesungen.... die Würze eines jeden Baltrum-Urlaubs und das I...
25.3.2026
Freitag wieder Badebetrieb
Sauna und Muckibude schon auf...
24.3.2026
TenneT informiert
Heute und morgen ist TenneT im Dorf...
24.3.2026
Inselverstecken
Kreativer Zeitvertreib. Die Inselkinder haben jetzt Ferien....
24.3.2026
Kluntje startet Donnerstag
Jetzt geht es los! ... freuen sich Gamze Nannen und ihr Team auf die Wiedereröffnung von Café Kluntj...
21.3.2026
Elkes Schmuckstübchen ab 24. März 2026
Stückchen Insel zum Mitnehmen...
21.3.2026
Heute: JHV Gode Tied
Sonnabend, 21. März um 15 Uhr im Hotel Lottmann...
19.3.2026
Rundschreiben der Gemeinde
Öffnungszeiten, Osterfeuer, Ruhezeiten, Anleinpflicht...
19.3.2026
Reporter-AG: Aktuelles Interview
Inselschulen-Interview mit Sabine Hinrichs...
19.3.2026
Kleine Freiheit wieder da
Die Kleine Freiheit mit neuem Team täglich ab 17 Uhr außer mittwochs...
19.3.2026
Post am Freitag zu
Dafür Montag auf...
19.3.2026
Osterfeuer am 4. April
Volles Programm am Nachmittag...
19.3.2026
JHV Heimatverein
Am 18.03. fand im Museum Altes Zollhaus die Jahreshauptversammlung des Heimatvereins statt. Die Bete...
19.3.2026
Gäste gg. Insulaner am 4. April
Traditionelles Fußballspiel Ostersamstag um 14.15 Uhr...
18.3.2026
Müllsammelaktion
Inselschule Baltrum macht mit bei Klar Schiff für die Insel...
18.3.2026
Boßelsaison zu Ende
Baltrumer Wintersport gipfelt im traditionellen Grünkohlessen...
17.3.2026
Neues Seevermessungsschiff
NLWKN: Innovative Technik für fordernde Aufgaben: MS Memmert...
17.3.2026
Saisonstart: SchirmSeaBar
Wieder täglich geöffnet, Champions League Abende...
17.3.2026
Saisonstart: St. Nikolaus
Gottesdienstbetrieb in St. Nikolaus startet am 28. März 2026...
16.3.2026
Saisonstart: Nationalpark-Haus
Ab Dienstag, 17.3.2026, wieder im Saisonmodus...
16.3.2026
Konfirmation 2026
Vanessa Klünder und Jonas Wach sind am Sonntag Laetare, dem 15. März 2026, in der evangelischen Kirc...
16.3.2026
Neustart: „Zum Steuerrad"
Am Freitag, dem 20. März 2026 um 12 Uhr mittags öffnet das neue Restaurant im SindBad seine Pforten:...
16.3.2026
Dienstag: Inselreinigung
Klar Schiff! Treffpunkt Mehrzweckhalle um 9.30 Uhr...
15.3.2026
Saisonstart im Kinderspöölhus
Onnos Kinderspöölhus startet am Montag in die neue Saison. Alle kleinen Insulaner und Gästekinder si...
15.3.2026
Roter Kloot vermisst
Die Baltrumer Boßlerinnen vermissen eine rote Boßelkugel, die auf Höhe BK-Heim abhanden gekommen ist...




