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11.09.2026

Interview mit den BM-Kandidaten


Bürgermeisterkandidaten: Wer wird gewählt?

Schülerinnen und Schüler interviewen

 

Wir, die Schülerinnen und Schüler der Reporter-AG der Inselschule Baltrum, haben am Montag, dem 7. September 2026, in aufgeteilten Gruppen die beiden Bürgermeisterkandidaten, Oliver Schütte und Jann Bengen, zu unseren selbst ausgedachten Fragen interviewt. Dabei waren wir relativ aufgeregt und haben deshalb unsere Fragen immer abwechselnd gestellt.

 

 

 


Reporter AG: Warum wollen Sie Bürgermeister werden? 

 

Jann Bengen: Habe ich lange drüber nachgedacht. Warum will ich das werden? Und zwar bin ich seit 2001 im Gemeinderat Baltrum tätig. Und ich habe festgestellt, dass man als Ratsmitglied wenig bewirkt, wenn das die Verwaltungsspitze nicht will. Und ich bin jetzt so weit, meinen Betrieb demnächst an meinen Sohn zu übergeben. Ich bin noch jung genug und auf Baltrum geboren. Ich will hier auf Baltrum bleiben und ich will, dass für die Jugend auf Baltrum hier etwas passiert. Dass sich die Insel weiterentwickelt und dass auch so ein bisschen mehr unternehmerisches Denken in die Verwaltung kommt. 

 

Oliver Schütte: Ich will Bürgermeister werden, weil ich glaube, dass man auf der Insel noch ganz viel bewegen kann. Ich war jetzt fünf Jahre die Nummer zwei und jetzt will ich die Nummer eins werden. Ich habe viele tolle Ideen, die ich gerne umsetzen möchte und darum will ich Bürgermeister werden.

 


Reporter AG: Wo setzen Sie Ihre Prioritäten für die Insel? 

 

Oliver Schütte: Die Prioritäten sehe ich einmal in einer sanften Entwicklung des Tourismus. Das bedeutet, dass ich versuchen möchte, die Nebensaison etwas mehr zu beleben, also mehr Touristen auf die Insel in dieser Zeit zu bekommen. Ich will nicht von Januar bis Dezember einen Tourismus hier haben, sondern ich glaube, dass in den Monaten April, Mai und andersrum auch September, Oktober, noch Bedarf ist, und diesen möchte ich gerne füllen. Zum anderen möchte ich ganz gerne das Ehrenamt stärken, weil ich glaube, dass das Ehrenamt hier auf der Insel eine ganz wichtige Rolle spielt. Und als dritten Punkt möchte ich die Wohnraumproblematik angehen. Wie ihr vielleicht wisst, bin ich auch deswegen von der Insel gegangen, weil ich mit drei Kindern hier sehr schwer Wohnraum gefunden habe. Und das möchte ich auch verbessern, dass zukünftig fünfköpfige Familien auf Baltrum wohnen können.

 

Jann Bengen: Für die Insel allgemein, fängt die Insel nicht auf der Insel an, sondern die Insel fängt in Neßmersiel an. Das geht los mit einer reibungslosen Anreisesituation für die Gäste, damit die schon ein gutes Erlebnis haben, wenn sie auf die Insel kommen und nicht genervt sind, weil sie ihre Autos nicht geparkt kriegen. Das geht damit weiter, dass wir ein zukunftsorientiertes, professionelles Marketing haben, damit wir überhaupt Gäste kriegen. Wir alle leben von den Gästen. Dann kommt natürlich das große Thema Wohnraum, Infrastruktur, Schwimmbad, der Straßenzustand, der katastrophal ist, noch dazu.

 


Reporter AG:Wie stellen Sie sich die Zukunft der Inselschule vor? 

 

Jann Bengen: Die Zukunft der Inselschule hängt natürlich davon ab, wie viele Schülerinnen und Schüler es gibt. Also die Schule soll natürlich von der Gemeinde mit allem unterstützt werden, was wir liefern können. Und eine gute Vernetzung ans Festland soll erhalten bleiben, wie z.B. das Projekt mit dem NIGE Esens, dass man auch Videounterricht machen kann. So etwas wäre für mich wichtig, dass es hier wirklich eine vollumfassende gute Ausbildung gibt, dass wenn ihr ans Festland kommt, ihr dort nahtlos anschließen könnt. 

 

Oliver Schütte: Die Inselschule sollte ein Ort bleiben, in dem jedes Kind bedarfsgerecht unterrichtet werden kann. Wir haben einen riesigen Vorteil, dass wir vergleichsweise viele Lehrer auf wenige Schüler haben. Und ich glaube, das ist eine Riesenchance für jeden Schüler und jede Schülerin hier nach ihren Bedürfnissen unterrichtet zu werden.

 


Reporter AG: Wie möchten Sie die die Schule unterstützen? 

 

Oliver Schütte: Das kommt darauf an, was die Schule von uns als Verwaltung erwartet. Also das kann ganz unterschiedlich sein. Wir könnten den Bauhof als Unterstützung hier anbieten, wenn es um die Pflege der Außenmaßnahme angeht. Das kann z.B. verwaltungstechnisch eine Unterstützung sein, wenn Bedarf besteht. Also Möglichkeiten sieht man da ganz viele. Und ich glaube, die Wege sind kurz, das Verhältnis zwischen Inselschule und Gemeindeverwaltung ist gut. Also von daher, wenn Ihr was habt, immer gerne sagen.

 

Jann Bengen: Es gibt Pflichtaufgaben der Gemeinde, die per Gesetz festgelegt sind. Und darüber hinaus habe ich immer ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Lehrer und Schüler. Dann müsst Ihr kommen und sagen, das hätten wir gerne. Und dann gucke ich mit meinen Mitarbeitern, ob wir das umsetzen können: Ist das realistisch? Ist das vernünftig? Können wir es bezahlen? Das ist ja meistens das, woran alles scheitert, am Geld. Aber soweit das in unserer Macht steht, hören wir auf das, was ihr wollt. Und dann versuchen wir das gemeinschaftlich umzusetzen.

 


Reporter AG: Was denken Sie über nicht funktionierende PCs in der Schule? Wir haben 2 Computer, die voll funktionieren. Alle anderen gehen nicht so richtig, die brauchen ganz lange oder stürzen einfach ab. 

 

Jann Bengen: Wenn etwas kaputt ist, und das ist ganz egal, ob es ein PC ist oder eine Spülmaschine oder was auch immer, dann muss das ersetzt werden, das ist ganz einfach. Wir müssen es in unseren Haushalt einstellen und dann müssen die angeschafft werden. 

 

Oliver Schütte: Das ist nicht gut. Was habt Ihr denn schon unternommen? Habt Ihr mal Kontakt aufgenommen mit uns als Gemeinde? Ich verspreche Euch, dass ich noch heute unseren EDV-Menschen anrufen werde und ihm sage, dass er sich bitte mit der Schule in Verbindung setzen soll und das Problem beheben möge.

 


Reporter AG: Und die Unterstützung für den Ganztag an der Schule? 

 

Oliver Schütte: Auch da die Frage, was braucht die Schule von uns als Verwaltung? Wie können wir euch helfen? Ganz konkret, ich kenne das von Spiekeroog zum Beispiel. Da hat zum Beispiel der Bauhof mit einer Wippe das Mittagessen geholt. Und wenn der Ganztag dann kommt und dann die Frage ist, okay, was wollen wir machen in der Zeit? Wir sind als Gemeinde für alles offen und können da ganz viele Sachen umsetzen. Ihr müsst nur den Bedarf anmelden und dann finden wir eine Lösung.

 

Jann Bengen: Erst einmal ist es eine gesetzliche Aufgabe. Jetzt im Schuljahr 2026/27 liegt der Ball noch beim Landkreis. Die müssen das umsetzen und auch finanzieren. Ab dem Schuljahr 2027/28 muss das die Gemeinde tun. Und dann wird mit der Lehrerschaft und der Gemeinde ein Konzept entwickelt, wie die Ganztagsbetreuung ablaufen kann. Es gibt einen Rechtsanspruch darauf und dann muss man schauen, wie viele wollen das überhaupt machen.

 


Reporter AG: Es gibt immer wieder Probleme mit den Touristen auf unserem Schulhof. Wie wollen Sie uns da unterstützen, damit wir die Touris nicht immer alle in den Pausen wegschicken müssen? 

 

Jann Bengen: Was machen denn die Touristen bei Euch auf dem Schulhof? Gucken die durch die Fenster, oder wie? Ihr müsst die wegschicken, während der Unterrichtszeit ist das Schulgelände nur für die Schüler. Das ist eben das Thema mit diesen offenen Schulgeländen, die ja sehr schön und eigentlich auch ganz wichtig sind. Wenn Du die nicht ständig wegschicken willst oder wenn die Lehrer da nicht ständig hinterherlaufen wollen, musst Du das Gelände ja einzäunen, und das ist nicht schön. Wenn wir es schaffen, im nächsten Jahr den Jugendclub wiederzueröffnen, dann kann man hier ein Schild anbringen mit einem Pfeil zum öffentlichen Basketballplatz bei Uschi. Vielleicht hilft das, weil es dann eine Alternative gibt.

 

Oliver Schütte: Das ist ja ein richtiges Problem, weil ich finde, dass die Schule ein sehr sensibler Ort ist, da haben Leute nichts zu suchen, die hier nicht hingehören. Jetzt liegt die Schule natürlich ziemlich „zentral“, also mittendrin im Ort. Man kann natürlich Schilder aufstellen. Und dass man sagt, jetzt kommt gleich eine Schule. Das ist für Euch als Touristen bestimmt ganz interessant, aber die Schüler fühlen sich bedrängt. Also bitte keine Fotos oder ähnliches machen. Anders kriegen wir es, glaube ich, nicht hin. Man kriegt es mit dem Rundbrief nicht hin, man kriegt es mit anderen Maßnahmen nicht hin, sondern ich würde dann tatsächlich Schilder aufstellen. Unten beim Fußballplatz: da müssten wir eine Regelung finden, dass wir vielleicht sogar eine Kette vor dem Abgang machen und sagen, hier ist von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr das Schulgelände. Und ab 13:00 Uhr kann sich da jeder hinsetzen, der will, wenn die Schule vorbei ist. Dann ist es ein öffentliches Gelände.

(Anm. d. Red.: Bei Ganztagsschule ist der Schulhof erst ab 16 Uhr frei...)

 


Reporter AG: Was wollen Sie für die Inseljugend tun? 

 

Oliver Schütte: Was wir schon getan haben. Die Inseljugend ist bei uns in der Verwaltung immer ein Thema. Es gibt ja den alten Kite-Schuppen, der neben dem Kinderspielhaus ist. Und wir haben zum Betreiber gesagt, dass er auch den Jugendclub machen muss, dafür erhält er den Kite-Schuppen günstiger, damit wir ein Angebot für die Jugendlichen auf der Insel haben. Das gleiche ist beim Raum hinter Uschis Strandbar möglich. Da könnte man genauso wie beim Kite-Schuppen sagen, Du kannst es kriegen, um damit Geld zu verdienen. Aber ein Tag in der Woche machst Du bitte ein Angebot für unsere Jugendlichen, indem Du die Räumlichkeiten zur Verfügung stellst. Eine andere Möglichkeit wäre natürlich auch, ein Jugendparlament zu gründen. Da können wir als Gemeinde auch unterstützen. D.h. von 6 Jahren bis 16 Jahren könnt Ihr einen Vertreter wählen. Und dieser Vertreter kann dann immer zu Ratssitzungen mit zur Gemeinde kommen und sagen, welches Thema Euch interessiert oder was Ihr verändern wollt. Man kann Ausschüsse bilden für sämtliche Themen und auch für verschiedene Bereiche. Das wäre eine Idee, was für Jugendliche zu machen und auch für Senioren, die sich vielleicht nicht mehr aufstellen lassen wollen für den Gemeinderat, aber auch einen Vertreter haben möchten und dann wissen wir, mit wem wir zu sprechen haben. 

 

Jann Bengen: Wir haben einen Bebauungsplan entwickelt. Der wird jetzt im Oktober festgestellt und dann geht der zur Genehmigung an den Landkreis Aurich. Und wenn der Landkreis Aurich den genehmigt, dann können wir hinter Uschi einen neuen, richtig guten coolen Treffpunkt installieren für Jugendliche. Mit Tischtennis, mit Billard, mit kleinerer Minidisco, mit allem, was man so sich gerne wünscht. Da kommt Ihr ins Spiel und dann sollt Ihr sagen, was Ihr gerne hättet. Und dann gucken wir, was wir da reinbauen können. 

 


Reporter AG: Wieso sind die Schwimmbadpreise so gestiegen? Würden Sie das wieder ändern? 

 

Jann Bengen: Natürlich würde ich die Schwimmbadpreise wieder senken, wenn Geld keine Rolle spielt, aber die Schwimmbadpreise sind an die Energiekosten gekoppelt. Und da die Energiekosten sehr stark gestiegen sind und auch kurzfristig oder mittelfristig nicht davon auszugehen ist, dass die wieder fallen, werden die Schwimmbadpreise auch nicht runtergehen können. Hinzukommt, dass Baltrum keinen ausgeglichenen Haushalt hat, d.h. wir verdienen weniger Geld, als wir ausgeben. Und dann kommt der Landkreis und sagt, Ihr müsst alle Einnahmenmöglichkeiten, die Ihr habt, ausschöpfen, damit wir uns nicht weiter verschulden.

 

Oliver Schütte: Die Schwimmbadpreise sind deswegen gestiegen, weil wir als Gemeinde gucken müssen, was wir einnehmen und was wir ausgeben. Und dann geben wir diesen Plan an den Landkreis und der Landkreis guckt da drauf und sagt, dass wir viel mehr Ausgaben als Einnahmen haben. D.h. Ihr müsst entweder die Ausgaben senken oder die Einnahmen erhöhen. Deshalb haben wir die Steuern erhöht, wir haben die Mieten erhöht, die Preise für Strandkörbe erhöht. Und wir mussten auch die Preise für das Sindbad erhöhen. Das mussten wir machen, um dem Landkreis zu zeigen, dass bemüht sind, einen Ausgleich zu schaffen. Es gibt aber auch ein großes Aber. Aber wenn wir es eines Tages mal schaffen sollten, mehr einzunehmen, als wir ausgeben, können wir das natürlich immer wieder zurückfahren. 

 


Reporter AG: Was halten Sie von einem Trampolinpark auf der Insel? 

 

Oliver Schütte: Eine super Idee. Ich habe auch drei Jungs. Und wenn die irgendwo einen Trampolinpark sehen, dann rennen sie da drauf. Also ich weiß, dass ein Trampolinpark sehr beliebt ist, auch Hüpfburgen. Es mangelt an der Finanzierung. Das heißt, man müsste jemanden finden, der das finanziert. Aber das Wuppdi-Projekt hat gezeigt, es geht. Da war nur Dünenlandschaft und dann hat „Baltrum Aktiv“ sich für so einen Bewegungspark ausgesprochen. Sie haben die Gelder freigegeben, also es ist nicht unmöglich. 

 

Jann Bengen: Grundsätzlich finde ich das toll, wenn man sich draußen bewegt, wenn man möglichst wenig am Handy ist oder wenn man Sport macht. Aber wo haben wir Platz für eine große Halle, wo wir Trampolins aufstellen können? Nirgendwo. Aber wie kann man das, wenn das wirklich von vielen gewünscht wird, umsetzen und wird es dann auch genutzt?

 


Reporter AG: Wollen Sie auf der Insel neue Häuser bauen lassen? 

 

Jann Bengen: Das ist eine tolle Frage. Da gibt es folgende Geschichte zu: Ich wusste lange nicht, was ich mit meinem Hotel mache. Aber sicher war, dass ich das nicht ewig betreiben kann. Also habe ich einen Platz gesucht, wo ich ein Haus bauen kann für meine Frau und mich, wo wir dann im Alter hinziehen können. Um ein Privatgrundstück auf Baltrum zu kriegen, habe ich mich an das Land Niedersachsen gewendet und das Land Niedersachsen hat gesagt, wir haben ein Grundstück, das kannst du haben mit dem Einverständnis der Gemeinde. Die Gemeinde hat gesagt, wir machen eine Umfrage, wie viele Leute ein Grundstück auf Baltrum haben möchten. Von elf Grundstücken, gab es 17 Interessenten. Das war natürlich zu viel, weil es ja nur elf Grundstücke gab. Deshalb wurden Vergabekriterien entwickelt. Zwischenzeitlich habe ich dann privat ein Grundstück kaufen können. Aber ich habe sozusagen den Weg bereitet, dass elf Menschen hier etwas bauen können, wenn sie ihre Betriebe übergeben wollen, wenn sie hier dauerhaft wohnen wollen, wenn sie hier wirtschaften wollen. Das funktioniert, und das schreibe ich mir ganz groß auf meine Fahne, dass ich sozusagen die Grundlage gelegt habe, um hier zukunftsfähig zu bauen.

 

Oliver Schütte: Erstmal nicht, weil es sehr teuer ist auf der Insel selbst zu bauen und zum anderen gibt es momentan Häuser, die zum Verkauf stehen. Und dann könnten wir als Gemeinde da auch was kaufen. Wozu brauchen wir denn Häuser? Ich finde, es mangelt nicht nur an Wohnraum für große Familien, sondern auch vor allen Dingen an Wohnraum für Menschen, die irgendwann hier nicht mehr arbeiten müssen, weil sie in Rente gehen und dann wollen sie ganz gerne hier auf der Insel bleiben. Und die brauchen bezahlbaren Wohnraum. Dann kannst du als Gemeinde ein Haus kaufen und entscheiden, wer da einziehen darf, zum Beispiel nur Leute, die älter sind als 70 oder die hier 20 Jahre gearbeitet haben. Und dafür brauchen wir auch unbedingt Wohnraum.

 


Reporter AG: Sollte die Gemeinde einen Deutschkurs für unsere Saisonkräfte anbieten? 

 

Oliver Schütte: Ja, das klingt sehr gut. Da könnte man auf jeden Fall sehr viel tun, damit die Leute sich hier auch wohl fühlen, weil je besser Du Dich verständigen kannst mit den Insulanern, desto einfacher wird's. Wenn der Bedarf da ist, auf jeden Fall. Das ist vielleicht auch eine Idee für einen Ganztag: Inselschüler, die mithelfen, einen Deutschkurs anzubieten. Warum nicht? Das sind einfachste Übungen, viele Vokabeln und manche von Euch haben sogar einen polnischen Hintergrund.

 

Jann Bengen: Das setzt voraus, dass die Gemeinde überhaupt jemanden hat, der eine Fremdsprache spricht und die dann auch vermitteln kann. Alternativ gibt es Online-Angebote, die man wahrnehmen kann. Das geht dann über mehrere Monate. Das kann man propagieren und kostet die Gemeinde nichts. Das finde ich immer gut. 

 


Reporter AG: Was sagen Sie zu der Baltrum-Linie als Fahrtmöglichkeit? 

 

Jann Bengen: Es gibt im Moment keine Alternative. Wir haben den Hafen Neßmersiel, das ist ein Privathhafen. Der gehört zur Hälfte der Gemeinde Dornum und zur Hälfte gehört er Baltrum. Und es gibt den Hafen hier auf Baltum, das ist ein Staatshafen. Und früher gab es einen sogenannten Linienschutz. Das heißt, die Baltum-Linie hatte das ausschließliche Recht, in Neßmersiel an- und abzulegen. Und wir haben schon früh gesagt, im Hafenzweckverband, und ich stand da auch immer hinter, wir wollen einen fairen und offenen Wettbewerb haben. Also haben wir diesen Linienschutz aufgehoben. Da kann jetzt jeder, der ein Boot hat, von Neßmersiel Gäste nach Baltrum befördern und wieder zurück. Der muss sich nur an die Regeln für den Linienverkehr halten. Beim Frachtverkehr ist es zweimal die Woche. Die neue Reederei will aber, so wie ich das verstanden habe, nicht zu diesen Konditionen fahren. Dann wird es allerdings unfair und gefährdet die Versorgungssicherheit der Insel, wenn man nicht mehr in diesen Zeitfenstern fahren muss, sondern nur kann. Da bin ich dagegen, weil wir davon leben, dass wir regelmäßig Güter und Gäste bekommen, und jeder mindestens einmal am Tag fahren kann. 

 

Oliver Schütte: Die Baltrum-Linie hat ja ein Monopol. Ein Monopol ist, wenn es nur ein Angebot gibt. Das ist ein bisschen schwierig, weil die natürlich die Preise erhöhen können, wie sie wollen. Wir müssen uns mit denen gut stellen und immer im Gespräch bleiben. Wir müssen versuchen, Entscheidungen zu treffen, die für uns als Insel gut sind, aber auch dem Portemonnaie der Baltrum-Linie guttun. Schöner wäre, wenn wir eine zweite Fährgesellschaft hätten oder sogar eine dritte. Dann würden die um Euch als Kunden kämpfen und mit den Preisen runtergehen. Aber das ist leider aktuell nicht der Fall. Wir haben ja jetzt eine zweite Reederei. Ein bisschen in den Startlöchern, die möchte ganz gerne hier aktiv werden. Und das ist eine super Möglichkeit, um ein bisschen günstiger Flächen zu kriegen.

 

 

Reporter AG: Eine extra Frage an Oliver Schütte: Es gibt vier Kinder hier auf der Insel, die keinen Kindergartenplatz haben. Was kann die Gemeinde tun, damit diese Kinder einen Platz haben können?

 

Wenn Kinder neu in den Kindergarten kommen, dann müssen sie erst eingewöhnt werden. Das können wir leider momentan nicht anbieten, weil wir gerade nur zwei Erzieherinnen im Kindergarten haben und eine dritte leider länger krankgeschrieben ist. Und aufgrund des Fachkräftemangels in Deutschland finden wir momentan keine weitere Erzieherin. Das würden wir sehr gerne ändern. Ich selbst ich hätte eine Idee, wenn ich Bürgermeister wäre, weil ich gute Kontakte zu Erzieherinnen habe. Meine Frau ist auch Erzieherin. Vielleicht gibt es jemanden, der Lust hat, in den Ferien mal herzukommen. Und das würde enorm dazu beitragen, dass diese Kinder in den Kindergarten kommen. 

 


Okay, dann vielen Dank fürs Interview. 

 

Jann Bengen: Gerne. Dank an Euch, wählt die Leute von der CDU und wählt mich als Bürgermeister. 

 

Oliver Schütte: Vielen Dank an Euch für das Interview.

 


Wir bedanken uns ganz herzlich, dass beide Kandidaten sich extra die Zeit genommen haben, damit wir sie interviewen durften, und wir haben uns über den Besuch sehr gefreut!


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Sabine Hinrichs
Quelle: Reporter-AG der Inselschule Baltrum


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