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20.12.2021

Umfrage-Ergebnisse


Die Projektgruppe der Jade Hochschule präsentierte am Montagmittag die Ergebnisse der Umfrage zur Untersuchung der sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und logistischen Infrastruktur sowie der Wohnraumproblematik der Insel Baltrum in Anwesenheit der Beteiligten von Gemeinde und Wohngenossenschaft.

 

Drei Hauptthemen kristallisierten sich für die Studierenden des Studiengangs Internationales Logistik-Managements für die kleinste Ostfrisische Insel heraus: Mobilität, Wohnraum und Inselleben. Die Wohngenossenschaft Baltrum hatte auf Initiative von Rolf Meyer die Kontakte geknüpft. "Nur mit Wohnraum" hätte sich das Projektteam allerdings unterfordert gefühlt, so Prof. Dr. Jens Lehmann – so wurde das Forschungsfeld ausgedehnt und konkrete Handlungsempfehlungen für die Insel entwickelt: Wohngemeinschaften gründen, Dauerwohnraum schaffen, bestehenden Wohnraum nutzen, Express-Fährverbindung ausbauen, Kinderbetreuung ausbauen, Saison verlängern, Altersversorgung verbessern, medizinische Versorgung ausbauen, heißt es in der Zusammenfassung. Die Ambivalenz von benötigtem Dauerwohnraum einerseits und Wirtschftlichkeit von Ferienwohnungen andererseits, Fleible Inselanbindung vs. Toruismusmassen sowie "Tourismus bringt Geld" – "Tourismus bringt Probleme" lässt sich nun zahlenmäßig belegen.

 

Die wissenschaftlich korrekte Erhebung der Daten aus einer Online-Befragung und Experten-Interviews ist nach knapp einem Vierteljahr nun abgeschlossen. Das Team hätte großartige Arbeit geleistet, bescheinigte Rolf Meyer, denn es sei gar nicht so einfach, die richtigen Schlüsse aus den Ergebnissen zu ziehen. Mit dem vorliegenden Ergebnisssen und den daraus resultierenden Handlungsempfehlungen könnten auf politischer Ebene "bis hin nach Hannover" Ziele formuliert werden, was getan werden müsste, um alle Inseln weiterzuentwickeln.

Bürgermeister Harm Olchers dankte den Studierenden für die sehr aufschlussreiche Studie. Einiges sei nicht so einfach umsetzbar. Man werde sich mit der WoGe in engen Austausch begeben.

 

Die einzelnen Umfrageergebnisse brachten auch einige Überraschungen, wie beispielsweise das Thema Altersversorgung bzw. Wohnen im Alter offensichtlich auf den Nägeln brennt. 594 Fragebögen waren online ausgefüllt, bzw. angefangen worden, 309 wurden auch beendet. 93% der Befragten gaben an, dass in ihren Augen Wohnraumknappheit herrscht, das war so erwartet worden. Die WoGe möge bitte weiter tätig werden, ist allgemeiner Wunsch. Dass akut 30 Wohnungen ganzjährig und acht für Saisonkräfte fehlen, hatte man so wohl nicht auf dem Schirm. Unkonventionelle Empfehlungen wie der Umbau eines leerstehenden Hotels in Wohnraum für Wohngemeinschaften oder die Umwandlung von leerstehenden Häusern zu Dauerwohnraum resultieren aus der unvoreingenommenen Sicht der jungen Leute, wohl wissend, dass eine Umsetzung in Abhängigkeit der jeweiligen Eigentümer liegt.

 

Der Wunsch nach E-Mobilität mit dem Einsatz von E-Karren für die Inselversorgung und das Belassen der Pferdekutschen allein zu touristischen Zwecken erscheint im Ergebnis hoch (50%) – dort sind allerdings zu wenige Daten erhoben worden (von acht Personen), als dass diese Aussage als signifikant eingestuft werden könnte. Es würde sich lohnen, dieses Themenfeld noch einmal dezidiert zu untersuchen und die Meinung aller Baltrumerinnen und Baltrumer einzuholen.

 

Der überwiegende Wunsch nach Saisonverlängerung geht einher mit der Forderung nach besserer Kinderbetreuung, geht einher mit Erweiterung des Freizeitangebotes, geht einher mit dem Ausbau des Wellnessangebotes, geht einher mit einer besseren Warenversorgung... geht einher mit: mehr und besserer Wohnraum!

 

 


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Sabine Hinrichs
Projektleiterin Andrea Reisdorf stellt mit ihren Kommiliton:innen die Ergebnisse vor