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24.11.2003

Baltrum wieder sicherer


Mit einer größeren Mannschaft als üblich besuchten am vergangenen Freitag die Herren der Außenstelle Norden des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft und Küstenschutz NLWK die Insel Baltrum. Es wurde die im Juli diesen Jahres fertig gestellte Buhne C im Westen der Insel abgenommen sowie der Ablauf der bereits begonnenen Baumaßnahme zur Sanierung der Buhne J im Norden mit den örtlichen Abgeordneten aus Gemeinde, Rat, Polizei und der NLWK-Außenstelle Baltrum besprochen. Die Vertreter der ausführenden Firma Colcrete & von Essen waren ebenfalls anwesend. Gemeinsam wurden die Details erörtert besonders hinsichtlich der zu erwartenden Lärmbelästigungen.


Abnahme der im Juli 2003 fertig gestellten Buhne C:
Die rund eineinhalb Millionen Euro teure Buhne ist 134 Meter lang und im Mittel 17 Meter, am Ende als Kolkschutz fast 40 Meter breit. In einem halben Jahr wurden bei günstiger Witterung vom 6. Januar bis 22. Juli 70 Tonnen Stahlspundwand als seitliche Fußsicherung, 4000 Tonnen Schüttsteine inklusive Schotter für die Herstellung der Flächensicherung und Verstärkung der Unterwasserbuhne, 2300 Kubikmeter Sinkstücke zur Sicherung des Buhnenkopfes, weitere 2500 Quadratmeter geotextiles Filtergewebe unter den Flächensicherungen sowie rund 800 Kubikmeter Kolloidalmörtel für den Betonschlauch, Betonmatten und Verguss des Schüttsteinwerkes (das entspricht 16.500 Sack Zement à 25 Kilogramm) verbaut.
Baltrum sei damit wieder ein Stückchen sicherer geworden, bedankte sich Bürgermeister Günter Tjards bei den Beteiligten.



Die Buhne J liegt an exponierter Stelle genau am Hauptabgang zum Badestrand und direkt vor dem Strandhotel Wietjes. Man habe in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht, meinte Hans Thorenz vom NLWK, der Auftragnehmer kenne sich aus und man sei schon bei Einrichtung der Baustelle auf Besucherlenkung bedacht. Alle lärmintensiven Arbeiten sollen außerhalb der Hauptsaison stattfinden, versprach er. Er zeigte sich froh, dass es die Haushaltsmittel von rund drei Millionen Euro von Bund und Land zuließen, so früh mit der Sanierung der "älteren Dame" beginnen zu können. Das Geld für den Küstenschutz sei nicht in in Frage gestellt, auch für Baltrum nicht.
Reiner Ukena beschrieb die Situation an der alten Buhne J: Seit 1870 sei der alte Teil nicht mehr angefasst worden und es bestünde ein "Steinbruch" aus nicht befestigtem Material, der besonders bei Sturm in Gefahr sei. Die Sandsteinquader des Grundkörpers von 1870 in der alten Pfahleinfassung sollen aufgenommen und wieder verwendet werden und später weiterhin sichtbar bleiben. Der obere Teil der Buhne in Trapezform sei in den 20-er Jahren nachgebaut worden, als man das alte Pfahllängswerk aufgeben musste. (Ein Stück davon ist als bautechnisches Denkmal des Küstenschutzes noch im Süden Baltrums erhalten). Auch die Basaltsäulen werden recycelt.
Vordringlicher seien bislang die Buhnen im Westen der Strandmauer gewesen, sodass man diese zuerst saniert habe. Nun aber sei die 252 Meter lange Buhne J dran. Die Breite beträgt im Schnitt 17 Meter, was einer überbauten Fläche von 4300 Kubikmetern entspricht. Besonders aufwändig wird der Materialumtausch vonstatten gehen, weil die Logistik über den gesamten Westkopf laufe. Zur Zeit werden die wiederverwertbaren Sandsteinquader aufgenommen und zum Bauhof gefahren, entstehende Lücken werden mit Steinmaterial aus den Seitenräumen aufgefüllt.
Da die Belange des Fremdenverkehrs am Rande des Badestrandes und der Wandelbahn als Spazierweg vor dem Westdorf der Insel berücksichtigt werden müssten, hat man vorbeugende Maßgaben für die Bauzeiten festgelegt. So soll über die Osterferien ein zehntägiger Baustopp herrschen sowie in der Hauptferienzeit im Sommer von Mitte Juli bis Mitte August. Bis Ostern soll die alte Buhne abgebrochen sein, das müsste selbst bei einem frostigen Winter zu schaffen sein. Nach den Vorbereitungsarbeiten zur Einrichtung des Fahrweges werde dann die Baugrube mittels Spundwände geschaffen. Man werde dazu vibrationsarme moderne Geräte einsetzen, die die umliegenden Gebäude nicht in Mitleidenschaft ziehen würden. Beweissicherungsverfahren seien durch Gutachten vorsorglich durchgeführt worden. Die Rammarbeiten werden in zwei bis drei Wochen beginnen, und man rechne mit einer sechswöchigen Dauer. Eine Winterpause über die Feiertage ist eingeplant. Man werde auch die Nachtruhezeiten einhalten, allerdings um sechs Uhr in der Früh beginnen und, um die Tidezeiten auszunutzen, bis 22 Uhr arbeiten. Mit Beginn der Saison werde die Mittagsruhe eingehalten.
Insgesamt zeigten sich die Anwesenden sehr sensibel für die Probleme eventueller Belästigungen, die im Saisongeschäft eines Kurbetriebes auftreten könnten. Man werde die Information so gut wie möglich aufarbeiten, denn es hätte sich gezeigt, dass die Gäste großes Verständnis und Interesse zeigten, wenn sie wüssten, was passiere.
Man sei sehr zuversichtlich, die Hauptarbeiten bis Mitte Juli schon fertig zu bekommen. Spätestens Mitte Oktober 2004 sollen die Restarbeiten abgeschlossen sein.


Sabine Hinrichs

 

 

 


Baltrum-Online.de ist ein werbefreies und unabhängiges Angebot. Wir berichten ehrenamtlich und frei über die Insel Baltrum und stehen in keinerlei Verbindung zur Gemeinde Baltrum.

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