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30.10.2003
Herbstdeichschau auf Baltrum
Mit den Arbeiten zur Sanierung der Buhne J auf Baltrum am Standabgang Wietjes soll Mitte November begonnen werden, verkündete Hans Frohwitter vom NLWK (Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küstenschutz) bei der Begehung auf Baltrum am Mittwoch. Die Materialien würden bald angeliefert. Man hoffe, bis zur Saison 2004 fertig zu werden um, die Saisongäste nicht zu stören. Die Buhne C am Westkopf Baltrums konnte im vergangenen Winter bekannter Weise schnell saniert werden - der ruhige Winter machte es möglich.
Die Fortführung des im Norden begonnenen Schrägdeckwerkes um den Westkopf herum sei noch in der Grobplanung, mit der aus Platzgründen schwierigen Umsetzung rechne erst in zwei oder drei Jahren. Die Schotten an den Durchlässen der Strandmauer sind bereits zur Hälfte eingesetzt. Die anderen Bohlen liegen bereit. Es sei eine gemeinsame Übung mit dem NLWK auf Baltrum und der örtlichen Feuerwehr geplant, versprach Bürgermeister Günther Tjards. Die Strandmauer sei also wintersicher.

Foto: Deichschau auf Baltrum 29.10.2003:
Die Vertreter der Gemeinde Baltrum besichtigen mit den Abgeordneten vom NLWK, Betriebsstelle Norden, und der Bezirksregierung Weser-Ems zusammen mit Vertretern des Nationalparks die Schutzwerke der Insel Baltrum: (v.l.n.r.: Ratsherr Heinz-Jürgen Küper, Hero Krommenga, ehemals Obere Deichbehörde, Bürgermeister Günther Tjards, Hans Frohwitter, NLWK Norden, Karin Hilgefort, Weser-Ems, Peter Meyer, untere Deichbehörde Landkreis Aurich, Frau Weik, NLWK, Harm Olchers, Baltrum, Bruno Fecht, NLWK Außenstelle Baltrum und Herr Janßen, NLWK Norden.
Die von der oberen Deichbehörde geforderten Zäune am Nordrand der Dünenwege (am so genannten Höhenweg) würden alsbald errichtet werden, meinte Bürgermeister Tjards, die Pfähle seien bereits auf der Insel. Man warte noch das Saisonende ab, dann würden sich die Mitarbeiter des Baltrumer Bauhofes damit beschäftigen.
Wegen des wunderbaren Herbstwetters stehen noch einige Strandkörbe auf Baltrum - es wurde beanstandet, dass diese zu nahe am Dünenfuß stünden. Man werde künftig versuchen, den Bohlenweg etwas mehr zum Wasser hin zu verlegen, um den Abstand größer zu halten, einigte man sich. Zum Schutz der Randdünen müssten zur neuen Saison hin ebenfalls neue Zäune gezogen werden, forderte Frohwitter. Auf dem Überzeugungswege indes seien die Menschen am besten und wirksamsten von den Dünen fern zu halten, Verbotsschilder bringen wenig. Man könnte das Strandpersonal hinsichtlich des Dünenschutzes schulen, bot der NLWK an. Auch werde man sich um Informationsmaterial für die Gäste kümmern. Der Zaun sei aber keine "Kann-Bestimmung". Der NLWK verlange eine wehrhafte Abzäunung der Schutzdüne.
Einer Anfrage eines Anliegers am Süddeich, sein Grundstück mit Bauschutt auffüllen zu dürfen, stand man skeptisch gegenüber: Sand zur Schaffung eines nutzbaren Gartens halte man für möglich - man müsse immerhin im Auge behalten, dass der Deich schlimmstenfalls einmal rückverlegt werden müsse, dann wolle man nicht gerne auf Schutt stoßen. Der seit dem Deichbau Anfang der 90-er Jahre extrem von Grundwasser bedrohte Garten ist nicht nutzbar. Er liegt innerhalb der 50-Meter-Zone des Deichfußes.
Die im Volksmund so genannte Alte Schleuse auf dem Heller hat keine Funktion mehr. Sie stelle ein Gefahrenpotenzial dar, meinte Harm Olchers vom Bau- und Ordnungsamt Baltrum, man solle sie weg nehmen. Der NLWK Norden habe nichts dagegen - die Frage der Finanzierung wäre dann zu klären. Der Heller sei insgesamt im Rückschritt, was aber noch nicht als kritisch anzusehen sei, erläuterte Herr Frohwitter. Das Außentief funktioniere gut, auch wenn inzwischen wegen der Verlandung eines Priels weiter im Westen das gesamte Wasser über das Alte Siel entwässerte. So sei auch die Auskolkung an der Alten Schleuse zu erklären - man sehe dennoch keinen Handlungsbedarf.
Im Zuge einer Sielprüfung Mitte Oktober seien alle Durchlässe untersucht worden und dabei der Graben hinter dem Spielteich gereinigt worden, erklärte Bruno Fecht von der NLWK-Außenstelle Baltrum. Ansonsten seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden.
Ein Problem stellt für die Küstenschützer die unbefriedigende Situation auf Baltrum dar, dass es keinen geschlossenen Schutzring mit Strandschutzwerken, Deichen und gewidmeten Schutzdünen auf der Insel gebe. In einem Fall müsse man überprüfen, ob die Schutzmaßnahmen wie der Wall vor dem Gebäude als Objektschutz ausreichend sei. "Auf Schutz wird nicht so viel Wert gelegt, wenn es ans Portemonnaie geht", stellte Herr Frohwitter fest. Karin Hilgefort von der Bezirksregierung Weser-Ems forderte ebenfalls die Stärkung des Problembewusstseins. Die Baugenehmigungsbehörde sei für die Sicherheit mit verantwortlich. Im konkreten Fall sollen die Einmesswerte überprüft werden. Es werde immer eine Sturmflut kommen, die es noch nicht gegeben hat. Herr Janßen vom NLWK Norden stimmte zu: Man müsse als Schutzbehörde immer den schlimmsten Fall annehmen und Menschenleben und große Werte im Auge behalten.
Sabine Hinrichs
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