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03.11.2018

OFIs werden Nationalpark-Partner


Gemeinsame Presseinformation der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und der Ostfriesische Inseln GmbH | 3. November 2018

Ostfriesische Inselfamilie wird Nationalpark-Partner

Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Ostfriesische Inseln GmbH und der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer – Gemeinsame Vorhaben werden in Arbeitsprogramm verbindlich festgeschrieben

Wilhelmshaven/Borkum. Seit vielen Jahren arbeitet die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer intensiv und konstruktiv mit verschiedenen Institutionen der Ostfriesischen Inseln vor allem im Feld einer nachhaltigen Tourismusentwicklung im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer zusammen. Die Gemeinden Langeoog, Spiekeroog und Juist sind bereits Nationalpark-Partner, ebenso die Nordseebad Spiekeroog GmbH, die Nordseeheilbad Borkum GmbH und die Staatsbad Norderney GmbH. Nun bekommt das Miteinander von Naturschutz und Tourismus formal ein großes gemeinsames Dach: Göran Sell, Geschäftsführer der Ostfriesische Inseln GmbH, und Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung, unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung sowie ein erstes Arbeitsprogramm, das dann im Dreijahresrhythmus fortgeschrieben wird. Der Vergaberat der Partnerinitiative hat auf seiner Sitzung am 29.10. die Aufnahme der Ostfriesischen Inseln GmbH in das Partnernetzwerk beschlossen.

Göran Sell: „Eine intakte Natur des Wattenmeers ist von globaler Bedeutung. Damit bietet sie noch viele, bisher ungenutzte Potenziale für die Erschließung internationaler touristischer Märkte. Lokal bildet sie zugleich das Fundament für die praktisch alleinige wirtschaftliche Lebensgrundlage der Ostfriesischen Inseln. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Erlebbarkeit dieses weltweit einzigartigen Naturraums für Einheimische und Gäste weiter zu verbessern. Da unsere Natur auch künftigen Generationen von Insulanern Erwerbsmöglichkeiten bieten und Gästen nachhaltige Urlaubserlebnisse verschaffen soll, sind für uns auch gemeinsame Schutzbemühungen für das UNESCO-Weltnaturerbe selbstverständlich. Wir freuen uns daher sehr über das Zustandekommen der Kooperationsvereinbarung sowie die Aufnahme der Ostfriesische Inseln GmbH in das Partnernetzwerk.“

„Weltnaturerbe bedeutet internationale Verantwortung zum Schutz des außergewöhnlichen universellen Werts des Wattenmeeres. Es bestehen große Chancen, im Sinne der trilateralen Strategie für nachhaltigen Tourismus Einheimische wie Gäste daran teilhaben zu lassen und gleichzeitig die regionalwirtschaftliche Perspektive zu stärken. Die nunmehr getroffene Vereinbarung setzt somit ein wichtiges Zeichen für diese gemeinsame Entwicklung und Verantwortung“ erklärt Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer.

Die Vereinbarung verfolgt Ziele und gemeinsame Aktivitäten unter anderem zu folgenden Fragen und Themen:

· Gemeinsames Auftreten für den Erhalt der biologischen Vielfalt

· Nachhaltige Qualitätsentwicklung im Tourismus in Übereinstimmung mit den Schutzzielen des Nationalparks

· Förderung nachhaltiger Wirtschaftsweisen auf den Inseln auch, um Teil der Entwicklungszone des UNESCO-Biosphärenreservates werden zu können

· Gemeinsamer Einsatz für Klimaschutz, mehr Schiffssicherheit und gegen die Vermüllung der Nordsee

· Förderung der Bildung für nachhaltige Entwicklung bei Insulanern und Gästen

Konkret werden dazu in einem Arbeitsprogramm Maßnahmen formuliert, um die Informationsvermittlung und die Akzeptanz des Nationalparks gemeinsam zu stärken. So kooperieren die Inseln mit der Nationalparkverwaltung stärker bei der Unterhaltung und Entwicklung der bestehenden Nationalpark-Infrastruktur wie Nationalpark-Häuser, Lehrpfade oder Infotafeln. Hierzu sollen gemeinsam getragene Projekte beispielhaft auf den Weg gebracht werden, ebenso wie gemeinsam innovative und nachhaltige naturtouristische Angebote entwickelt werden sollen. Zudem soll die Arbeit der Nationalpark-Ranger*innen und die Zertifizierung von Nationalpark-Führer*innen zukünftig gemeinsam gestärkt werden. Ferner unterstützen die Inseln die Nationalpark-Verwaltung bei Natur- und Artenschutzmaßnahmen z. B. zugunsten bedrohter Tierarten.

Einen großen Stellenwert im gemeinsamen Zukunftsprogramm besitzt das Thema Nachhaltigkeit. Dazu zählt z. B. die beabsichtigte Abschaffung von Plastiktüten auf den Inseln oder ein weitgehender Verzicht auf Einweggeschirr bei Veranstaltungen bis hin zu Nachhaltigkeitsaspekten bei der Produktion von Prospekten. All diese Aspekte sollen auf breiter Ebene gemeinsam getragen werden, von den Verwaltungen über Betriebe bis hin zu den Bürger*innen und Gästen. Deshalb ist auch der Ausbau des Partnernetzwerkes für den Nationalpark ein gemeinsames Anliegen der Kooperationspartner.

Nicht zuletzt sehen sich die Ostfriesischen Inseln auch in der globalen Verantwortung und werden dementsprechend Energie- und Klimaschutzkonzepte erarbeiten und umsetzen.

Die Nationalpark-Verwaltung verpflichtet sich darüber hinaus zu umfangreichen Informations- und Fortbildungsangeboten, um die Beteiligten gut zu informieren und die Faszination am Lebensraum des Wattenmeeres zu teilen und zur Grundlage vieler zukünftiger Gemeinschaftsaktivitäten zu machen.

Die Ostfriesische Inseln GmbH wurde im Dezember 2017 als Dachorganisation der Inselgruppe vor der niedersächsischen Küste gegründet. Ihr Anspruch ist es, die Stärken der Ostfriesischen Inseln nach außen zu tragen und sie als international führende Urlaubsregion zu etablieren. Gesellschafter der Ostfriesische Inseln GmbH sind die Tourismusorganisationen der Inseln Borkum, Juist, Norderney, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge sowie die Reedereien AG EMS, AG Norden-Frisia, Baltrum-Linie GmbH & Co. KG, Schifffahrt Langeoog, Schifffahrt Spiekeroog und Schifffahrt Wangerooge. Geschäftsführer der Ostfriesische Inseln GmbH ist Göran Sell, gleichzeitig auch Geschäftsführer der Nordseeheilbad Borkum GmbH. Den Vorsitz der Gesellschafterversammlung hat Wilhelm Loth, Geschäftsführer der Staatsbad Norderney GmbH.

Die Kurverwaltung Baltrum hat ab 2019 eine "Mitgliedschaft light", ohne Stimmrecht (Anm. d. Red.).

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: s-press!
Quelle: NLPV