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06.12.2006

Tagung des Hafenzwecksverbandes


Bis zur Übergabe an einen Nachfolger bzw. An eine Nachfolgerin ist der Verbandsvorsteher noch in seinem Amt, und so kam es dass sich der ehemalige Bürgermeister von Baltrum Günter Tjards und seine Nachfolgerin im Amte Antje Wietjes-Paulick wieder auf Baltrum trafen. Die Wahl eines Verbandsvorsitzenden bzw. einer Vorsitzenden war denn auch einer der ersten Tagesordnungspunkte der Hafenverbandssitzung. Die beiden Hauptverwaltungsbeamten von Dornum bzw. Baltrum teilen sich die Arbeit im Verband: Es ist Usus, dass der Vorstandsvorsitz auf Baltrum ist, und die Geschäftsführung in Dornum. Wahlleiter Siegfried Freese aus Neßmersiel dankte dem scheidenden Vorsitzenden Günter Tjards und sprach rückblickend wohlwollend vom gemeinsam erreichten.



Antje Wietjes-Paulick wurde einstimmig zu seiner Nachfolgerin gewählt und hofft für die Zukunft auf gute Zusammenarbeit. Die alte Geschäftsordnung des Hafenzweckverbandes wurde nur hinsichtlich des Begriffes „Verbandsvorsteher" geändert, der durch die Begriffe "Verbandsvorsitzende bzw. Verbandsvorsitzender" ersetzt wurde. Als stellvertretender Verbandsvorsitzender wurde Dirk Noosten aus Nesse/Westdorf gewählt, der damit die Nachfolge von Siegfried Freese antritt. Geschäftsführer ist Dieter Erdmann aus Dornum, sein Stellvertreter auf Baltrum Harm Olchers. Weitere Mitglieder sind Egon Kleemann aus Neßmersiel, Georg Erdmann aus Nesse sowie Olaf Klün (Stellvertreter Frank Gaiser), Heinz-Jürgen Küper und Peter Janßen von Baltrum.

Um die Zuständigkeit bei der Räumung des Hafen ging es als erstes. Nach der letzten Sturmflut hat es sich gezeigt, wie wichtig eine genaue Weisung für den Hafenmeister ist. Zuständig ist nämlich der Hafenzweckverband, der die Fläche teilweise als Parkplätze verpachtet hat. Diese und auch die übrige Flächen müssen im Falle einer Sturmflutwarnung geräumt werden. Die großzügige Handhabung im Sommer, wo Autos auch über Nacht stehen bleiben können, wenn sie am nächsten Tage wieder gebraucht würden, könnte man von Oktober bis April nicht dulden, hieß es. Es solle ein Prozedere entwickelt werden, wie der Hafenmeister in einer Dienstverfügung künftig zu verfahren habe. Dies diene der Hafensicherheit und dem Umweltschutz. Abzuschleppende Fahrzeuge wären hernach unter Verschluss zu halten, bis der Eigentümer bzw. der Verursacher die Unkosten bezahlt hätte. So soll eine Dienstverfügung ähnlich wie in Norddeich gültig werden, wurde beschlossen.

Die Bauschäden nach dem Sturm im Hafenbereich in Neßmersiel war das zweite große Theam. Es seien am Baukörper Mängel sichtbar geworden, eine Mauer sei einfach umgekippt, eine Treppe wurde unterspült, Wasser drang ins Gebäude ein - nicht von außen, sondern durch die Kanalschächte wegen des Fehlens von Absperrventilen.
Dieter Erdmann sprach von "Bausünden". Dass die Mauer umgekippt sei, sei ein Unding, dass sogar Schotten für den Altbau trotz vorhandener Ausspaarungen dafür fehlten, ist für ihn unverständlich. Die Ausschreibungen müssten überprüft werden, jedoch sei es offensichtlich, dass die Baumängel bei der Durchführung entstanden seien. Möglicherweise sei ein Rechtsstreit zu befürchten.

Die Baumaßnahmen der Frachtkaje sollen nach den Plänen des Hafenzweckverbandes im kommenden Jahr beginnen. Die nötigen Gelder seien in Aussicht gestellt worden. Wenn die nötigen Genehmigungen mit Beteiligung aller zuständigen Institutionen eingeholt worden seien, sollte der Hafen bis 2008 fertig gestellt sein. Theo van Hoorn, Abgesandter des NLWKN (Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, Außenstelle Norden/Norddeich) erläuterte das Vorgehen. Das Verfahren soll bis zum 1. Juni 2007 abgeschlossen sein, dann könne man beginnen. Johann Ehmen, ebenfalls vom NLWKN und für den technischen Bereich zuständig, stellte die drei Blöcke, in denen die Baumaßnahme durchgeführt werden soll, vor:

In einem ersten Teil bis zu den Ferien im kommenden Jahr werde man den Schwimmsteg erneuern, die Holzbrücke zurückbauen und die Spundwand setzen - drei Wochen bleiben dafür nur.
Mit Rücksicht auf die touristischen Belange werde man ab dem 1. September in einem zweiten Block die Frachtkaje um 35 Meter verlängern, die Spundwand am Leitdamm soweit möglich setzen und bis zum 15. November mit der Herstellung der Sturmflutsicherung die Vorarbeiten für den eigentlichen Wellenbrecher geleistet haben.
Diesen werde man im dritten Rutsch dann aber erst ab 15. April 2008 in Angriff nehmen - und hoffen, bis zum 1. Juni 2008 damit fertig zu werden.

Die ursprüngliche Idee, erst den Wellenbrecher und hernach die Kaje zu bauen, wurde wegen der langwierigen Genehmigungsverfahren verworfen. Mit den vorhandenen Fakten sei dieses jetzt aber die optimale Lösung, so Geschäftsführer Dieter Erdmann.

Der Hafenzweckverband stimmte einhellig dem vorgelegten Zeitplan sowie der Beauftragung des NLWKN mit der Durchführung der Ingenieursleistungen zu. Ebenso wurden dem Nachtragshaushaltsplan 2006 und dem Haushaltsplan 2007 des Hafenzweckverbandes zugestimmt. Der Verband stehe gut da, erläuterte Kämmerer Erdmann. Die Baumaßnahmen sind in den Plan eingearbeitet worden.



Autor: Sabine Hinrichs