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29.11.2019

Baltrum for Future


Heute ist wieder weltweiter Klimastreik - auf Baltrum ist allerdings Mangels Masse nichts geplant, soweit man weiß. Es sind einfach zu viele im Urlaub oder auf Klassentreffen oder schon im Wochenende, und die Gästeschar ist ebenfalls sehr überschaubar. Trotz aller Unkenrufe und Verschwörungstheorien ist das Thema aber in der breiten Öffentlichkeit angekommen, und auch auf der Insel sind einige positive Trends zu beobachten. Die Supermärkte und Geschäfte suchen u.a. verstärkt nach Strategien zur Plastikvermeidung.

Nebenan auf Norderney wird heute gestreikt und auch in der Stadt Norden. Dort orientiert man sie sich vor allem an dem Energie- und Klimakonzept, das vor einigen Jahren das einstige Tourismusdreieck Norden (Stadt Norden, Norderney, Baltrum und Juist) in Auftrag gegeben hatte. Es gelte, dieses möglichst vollständig umzusetzen. Das Konzept enthält unter anderem Vorschläge für mehr Nachhaltigkeit.... (hört, hört!)

 

Auf der anderen Seite ist die Windenergiebranche gerade unter Druck. Das scheint allerdings nicht auf die Offshore-Windparks zuzutreffen, wo expandiert wird und wo händeringend neue Trassen für die Kabellegung gesucht werden. Auch auf Baltrum hätten sich Vertreter umgehört, ist aus gut informierten Kreisen zu vernehmen. Es sei seitens der Firma Tennet geplant, Kabeltrassen von den Offshore-Anlagen unter Baltrum durchzuziehen – wie auf Norderney bereits geschehen. Dies würde eine Großbaustelle am Nordstrand und im Watt für mehrere Jahre bedeuten. Es würden mehrere Trassenvarianten geprüft.

Baltrum habe nur noch bis zum 4.12. Zeit, Anregungen und Hinweise einzubringen, damit diese im folgenden Raumordnungsverfahren berücksichtigt werden. 
Aus Gesprächen und nach den Erfahrungen auf Norderney wäre mit jahrelangen Baumaßnahmen zu rechnen. Der Nordstrand würde durch eine Großbaustelle belegt und damit für den Tourismus unterbrochen, vom möglichen Zulieferverkehr durchs Dorf, an den Strand und am Strand entlang ganz zu schweigen. Selbst wenn die Pontons von See her wie auch immer über die Sandbänke versorgt würden, wäre es eine riesige Baustelle mit dem notwendigen Verkehr und unvermeidbarem Lärm – wir erinnern uns noch an die Pipelineverlegung von Statoil in den 90erjahren. Die war allerdings "nur" am Osthook, in der Accumer Ee und hat vermeintlich nicht so sehr gestört. Immerhin gab es dafür ja u.a. unseren einzigartigen butendieks liegenden kaninchenfreundlichen Sportplatz.

 

Der Strom muss vom Meer an Land – aber Baltrum sollte seine Bedenken kundtun, wenn die kleine Insel in dem zu befürchtenden Maße betroffen wäe.

 

Am Montag ist Ratssitzung, vielleicht kommt das Thema ja zur Sprache? 

 


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Hinrichs