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16.07.2019

Geschichten: Reemts Reise VI.


Alaska

 

Meine Reise geht weiter. Das wahrscheinlich größte Abenteuer liegt nun hinter mir. Seitdem mein Bruder wieder abgereist ist, habe ich gute 8000 Kilometer zurückgelegt. Dabei ging es für mich dieses mal gen Norden. Genauer Alaska. Ich bin durch den Yukon, hoch bis nach Dawson City, über den Top of the World Highway, runter bis nach Anchorage und dann zurück gefahren. Der Top of the World Highway ist bekannt für die Gefahr, die damit einhergeht, ihn zu fahren. Top of the World deshalb, da er quasi auf einer Bergkette entlangführt, allerdings nur als Schotterstraße ausgebaut und Schotterstraße im Yukon bedeutet, dass man stets mit 20 bis 30 Zentimeter tiefen Löchern auf dem “Weg" rechnen kann. Dazu starke Winde, da man sich ja auf einer Bergkette befindet und schnell wechselndes Wetter. So habe auch ich nach zwei Stunden Fahrt eine Nacht dort oben verbracht, da ich keine zwei Meter weit sehen konnte, und die legendäre Aussicht wollte ich mir nicht nehmen lassen. 

Besonders gefallen im hohen Norden hat mir offensichtlich neben der faszinierenden Natur, dass tatsächlich auch Geschichte und Kultur vorhanden waren. Alles dreht sich um den Goldrausch, der vor knapp 100 Jahren stattgefunden hat. So kann man sich auch heute noch selbst auf Goldjagd begeben – seit diesem Goldrausch ist aber auch nicht mehr viel weder im Yukon als auch in Alaska passiert. Die Zeit steht still. Umso mehr ist im Bezug Natur dort oben los. Aus allem herausragend, wortwörtlich, war der Denali Nationalpark, dort liegt auch der höchste Berg Nordamerikas, der Denali. Faszinierende Bergketten, die nahezu die Rockie Mountains übertrumpfen und wirklich unberührte Natur. Ich hab tatsächlich Buch gehalten, wie viele Bären ich gesehen habe, bis jetzt 31, und mein Abenteuer währt noch anderthalb Monate. Doch habe ich auch Rentiere, die es nur im hohen Norden gibt, gesehen; geschweige denn von riesigen Büffelherden und Wildpferden und den vielen sonstigen Begleitern, die ich schon so oft in vorherigen Berichten erwähnte.

Ebenfalls neu für mich waren die Gletscher Alaskas. Faszinierend. Riesige und ewig lang wirkende Gletscherzungen; drumherum lediglich Steine und Geröll, von dem jährlich mehr und mehr freigelegt wird, jahrtausende lang in diesem Gletscher eingefroren und wir – wir bekommen dies nun zu Gesicht. Da fühlt man sich klein – wirklich klein. 

Nun bin ich bereits weiter südlich, dem Alaska Highway folgend, um mein Auto zu  verkaufen. Daraufhin werde ich einige Tage im Hostel wohnen, vielleicht mal gar nichts erleben? Ist bestimmt auch mal schön. 

Mit frisch getankter Erkundungsfreude werde ich dann mit Antje und Mama nach Vancouver Island fahren. Den Sommer und meinen letzten Monat in Kanada genießen, um dann Ende Juli zurück in die Heimat zu fliegen – nach Ostfriesland!

 

Reemt Friebe berichtet regelmäßig für den Sonntagsreport in Leer von seiner Reise durch Kanada und Alaska.


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Friebe
Quelle: Reemt Friebe; Sonntagsreport Leer