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05.10.2018

Hafenzweckverbandssitzung


Die Fahrpläne für den Personen- und Güterverkehr der Reederei Baltrum-Linie werden alljährlich den Gemeinderäten Dornum und Baltrum sowie dem Hafenzweckverband Neßmersiel "zur Kenntnisnahme" vorgelegt. So auch auf der Hafenzweckverbandssitzung am Donnerstagmorgen im Rathaus auf Baltrum. Genehmigt werden die Fahrpläne schlussendlich vom Hafenamt N-Ports. Es würde oft nicht so gefahren, wie es sein könnte, wurde auf die "zu knapp bemessenen Tagesfahrten" im Winter hingewiesen. Die Haltung "wir können das nur zu Kenntnis nehmen und nicht intervenieren" sollte aufgegeben und die Reederei aufgefordert werden, eine bessere Taktung für Festlandsbesuche und für Handwerkerfahrten auszuarbeiten, forderte Geschäftsführer Michael Hook (Dornum) auf. Viele Wochen werde es für die Baltrumer im Winter keine Möglichkeit geben, ohne Übernachtung beispielsweise einen Facharztbesuch zu organisieren. Die Reederei sollte angeschrieben und die Bedürfnisse massiv geäußert werden. Es habe überdies viele Beschwerden wegen des Einsatzes der Baltrum III als Ersatz für die große Baltrum I während der Saison gegeben, hieß es bei der Bürgerfragestunde. Das Ausflugschiff der Baltrum-Flotte sei oftmals überfüllt gewesen, Familien wären auseinandergerissen worden, behinderte Menschen hätten mit ihren Rollstühlen draußen auf dem Schiff ausharren müssen. Man verstehe den Gedanken zur Betriebswirtschafltichkeit. Doch solange kein Marktdruck bestehe, sollte man die Mängel zumindest verschriftlichen. Die Frage stelle sich nämlich, ob die Inselversorgung in dieser Form tatsächlich gewährleistet sei.
Die Kurverwaltung Baltrum könnte ein eigenes Schiff betreiben. Diesen Vorschlag hatte Baltrums Bürgermeister und Kurdirektor Berthold Tuitjer bereits im vergangenen Jahr gemacht. Der Eigenbetrieb Kurverwaltung müsse "maximal eine schwarze Null schreiben", also in diesem Segment nicht gewinnorientiert vorgehen. "Wir brauchen nur eine Kostendeckung", so könnte man in den Markt einsteigen. Da Neßmersiel nun ein freier Hafen sei, könnte das Tidefenster durch ein kleines Schiff - Stichwort "Inseltaxi" - ausgenutzt werden. Es gehe um die Inselversorgung, und ein Wassertaxi stelle eine Ergänzung dar, zumal die Baltrum IV derzeit verchartert sei.

Den Jahresabschluss und Rechenschaftsbericht des Hafenzweckverbandes Neßmersiel 2017 beschlossen die Verbandsmitglieder einstimmig:

Die ordentlichen Erträge betragen in der Ergebnisrechnung 325.900,99 €. Dem gegenüber stehen ordentliche Aufwendungen in Höhe von 304.425,62 €. Das ordentliche Ergebnis umfasst somit einen Jahresüberschuss in Höhe von 21.475,37 €.
Außerordentliche Erträge und Aufwendungen sind nicht entstanden.
Das Jahresergebnis der Ergebnisrechnung schließt somit insgesamt mit einem Überschuss in Höhe von 21.475,37 € ab.
Der Plan-Ist-Vergleich zeigt in der Gesamtbetrachtung, dass die Erträge im Laufe des Jahres erhöht und die Aufwendungen erheblich reduziert und damit ein Überschuss erwirtschaftet werden konnte.
Es wurden 187.836,40 Euro an Hafengebühren erwirtschaftet, 119.855,44 Euro Mieteinnahmen erzielt. 71.419,72 Euro waren an Personalkosten zu verbuchen, Sach- und Dienstleistungen 63.993,17 Euro, Abschreibungen 75.655,41 Euro sowie Geschäfts- und sonstige Aufwendungen 93.357,32 Euro.
Laut der Haushaltssatzung 2017 war der Ergebnishaushalt mit den Erträgen und Aufwendungen in Höhe von 315.000,00 € ausgeglichen.
Es konnten insgesamt Mehrerträge in Höhe von 10.900,99 generiert werden, die in der
Hauptsache durch die Erstattung von Körperschaftssteuern und durch die Kostenerstattung der Tourismus GmbH für die Personalgestellung entstanden sind.
Auf der Aufwandsseite konnten insgesamt 10.574,38 € eingespart werden, die durch Einsparungen bei den Personalaufwendungen, den Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen und der Gewerbesteuer entstanden sind. Die Abwicklung des Ausschreibungsverfahrens für den Fährverkehr hat auch im Haushaltsjahr 2017 zu erheblichen Mehraufwendungen geführt.

In der Finanzrechnung beträgt die Summe der Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit 376.965,53 €. Die Summe der Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit 293.214,40 €. Der Saldo aus laufender Verwaltungstätigkeit beträgt somit 83.751,13 €. Die Summe der Einzahlungen aus Investitionstätigkeit betragen 17.745,35 € und die Summe der Auszahlungen aus Investitionstätigkeit betragen 29.442,91 €. Der Saldo aus der Investitionstätigkeit beträgt somit -11.697,56 €.
Es ist somit ein Finanzmittelüberschuss in Höhe von 72.053,57 € entstanden.
Die haushaltsunwirksamen Einzahlungen betragen 5.954,45 € und die haushaltsunwirksamen Auszahlungen 6.391,95. Es ergibt somit ein Saldo in Höhe von -437,50 €.
Der Saldo der Finanzrechnung beträgt 71.616,07 €.
Der Anfangsbestand an Zahlungsmitteln zum Anfang des Jahres hat sich somit von
350.342,86 € zum Ende des Jahres auf 421.958,93 € erhöht.
Der Stand der Kredite für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen betrug am
31.12.2017 0,00 € (Vorjahr: 0,00 €).
In der Schlussbilanz sind 1.287.822,45 Euro an aktiven und passiven Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen.
Der Saldo der Ein- und Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit hat sich durch Einsparungen bei den Auszahlungen um 7.151,13 € erheblich gegenüber der Planung verbessert. Der Saldo aus Investitionstätigkeit hat sich um 11.602,44 € gegenüber dem Planwert verbessert. Die Einzahlungen aus Investitionstätigkeit ergeben sich aus der Rückzahlung eines Darlehens des Landkreises Aurich für die Umgehungsstraße in Neßmersiel in Höhe von 17.745,35 €. (Bei der Ausleihung handelt es sich um ein Darlehen an den Landkreis Aurich. Der Hafenzweckverband hat den Bau der Umgehungsstraße zum Hafen für den Landkreis Aurich vorfinanziert). Bei den Auszahlungen aus Investitionstätigkeit handelt es sich um die Kosten für die neue Thekenanlage im Hafenbetriebsgebäude. Diese konnte im Januar 2017 fertig gestellt werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 31.175,41 €.
Dem Geschäftsführer wurde Entlastung erteilt.

Die Stelle des Hafenmeisters wird wegen des bevorstehenden Ruhestandes des jetzigen Hafenmeisters neu ausgeschrieben. Die Stelle soll zuerst neu bewertet werden. Im gleichen Zuge ist auch die Stelle des stellvertretenden Hafenmeisters auszuschreiben. Dies beschloss der Hafenzweckverband nach eingehenden Diskussionen.

Geschäftsführer Michael Hook teilte mit, dass die Böschungssicherung im Yachthafen Neßmersiel noch vor der Sturmflutsaison und damit vor dem eigentlichen Hafenumbau ausgeführt werden sollte, um die seeseitige Wintersicherung zu gewährleisten.

Um das Hafengebäude in Neßmersiel sollten sich die Verbandsmitglieder langfristig Gedanken machen, wurde angeregt. Ein Augenmerk sollte besonders auf die Toilettenanlage gerichtet werden - je schicker, je moderner, desto schöner. Das Thema habe bereits Eingang in die Haushaltsberatungen gefunden, führte Verbandsvorsteherin Petra de Vries aus. "Die fehlende Vernunft der Menschheit" sei ein großes Problem, so Hook. Die Probleme vor allem mit Hunden (Kot im Gebäude) und Wattwanderern (Sand in den Waschbecken) usw. lasse es zunehmend schwierig werden, Reinigungskräfte für die öffentlichen Toiletten zu finden. Diese machten derzeit einen hervorragenden Job, der "Mut und Überwindung" koste, das könne man nicht hoch genug anrechnen. Aber der "Verdreckungsgrad" nehme extrem zu - und notfalls externe Firmen diese Aufgabe übernehmen zu lassen, habe bei dem hohen Durchlauf zu unterschiedlichsten Zeiten keinen Sinn.


Link -> Bürgerinformationssystem der Gemeinde Dornum

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Archiv s-press!
Quelle: z. T. Bürgerinformationssystem der Gemeinde Dornum