Suche:
News

20.10.2018

Genossenschaft auf gutem Wege


Gründung am 5. November 2019

Eine Gründungsversammlung war die Veranstaltung am Freitagabend im Haus des Gastes auf Baltrum noch nicht, aber die Genossenschaft in Gründung ist auf gutem Wege. Die eigentliche Gründung mit den nötigen Formalien soll am 05. November 2018 um 10:30 Uhr im Sitzungszimmer des Rathauses stattfinden.
Kandidatin und Kandidaten für Vorstand und Aufsichtsrat hatten sich in den vergangenen Wochen bereits zusammengefunden und präsentierten einem sehr interessierten Publikum aus Einheimischen, Zweitwohnungsbesitzern und Gästen die bisherigen Ergebnisse. Bürgermeister Berthold Tuitjer stellte sein "Schattenkabinett" auf der relativ dunklen Bühne vor - er hatte die Wohngenossenschaft initiiert. Ihm fehlen für die Gemeindebediensteten Wohnungen auf dem freien Markt. Auch für Petra de Vries, die eine FeWo-Service-Firma betreibt, ist das Vorhandensein arbeitgeberunabhängigen Wohnraums auf der Insel immens wichtig. Martin Heinkelein betreibt seit drei Jahren zwei Häuser mit Ferienwohnungen im Ostdorf und hat die Diskussion um das Dauerwohnraumproblem verfolgt. Karl Siegfried Völkel ist der Neffe einer verstorbenen Insulanerin und Baltrum auch als ehemaliger Inselschüler verbunden. Seine Erfahrungen als Immobilienmakler will er gerne einbringen. Chefgrafiker der Kurverwaltung Denis Metz war nicht anwesend, hatte im Vorfeld aber bereits Logo und den Flyer entworfen. Peter Scheutwinkel von der KV betreut außerhalb dieses Gremiums die Internetseite www.woge-baltrum.de.
Wer sich in irgendeiner Art und Weise einbringen und mit entscheiden möchte, möge sich als Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglied zur Verfügung stellen. Das Gremium sei erweiterbar und erfülle derzeit nur die Mindestgröße. Es wird für ein Jahr bestimmt, danach gibt es alle drei Jahre Wahlen.
Es werden viele zukünftige Genossinnen und Genossen als Mitglieder gebraucht, um schon für den Anfang eine möglichst dicke Decke an Eigenkapital vorhalten zu können. Ein Anteil kostet 250 Euro - noch am Abend gab es die allerersten beiden "Eintritte", konnte Tuitjer vermelden. Im Vorfeld hatten sich bereits 30 Interessentinnen und Interessenten bei ihm gemeldet und Informationen erhalten. Die Beitrittserklärungen zum Zeichnen von Anteilen wird es demnächst auf der Internetseite zum Downloaden geben.
Insofern gehen die Akteure sehr zuversichtlich an die doch große Aufgabe für die kleine Insel.
Es gibt neben der Mitgliedschaft zusätzlich die Möglichkeit, der Genossenschaft i.G. ein Nachrangsdarlehen zu gewähren, um durch die Verzinsung eine kleine Art von Dividende zu erzielen. Denn für die Anteile wird vermutlich auf längere Zeit keine Dividende ausgeschüttet werden - doch als "soziale Dividende" profitierten indirekt alle Genossinnen und Genossen. Es sollen Kündigungsfristen von 36 Monaten festgelegt werden - und ob die Anteils- und Darlehensgröße nach oben hin beschränkt werden soll, um bei Kündigungen die Genossenschaft nicht in Schieflage geraten zu lassen, wird derzeit ausgearbeitet. Kirsten König vom Genossenschaftsverband Weser-Ems erläuterte die Details und mögliche Vorgehensweisen.
Als ein kritischer Punkt wurde die Vergabe der Wohnungen angesehen. Es wird ein Kriterienkatalog mit einem Punktesystem ausgearbeitet, das transparent und nachvollziehbar sein soll. Keine Mauschelei! ist die Devise - und man werde in keinem Falle attraktiven Wohnraum zu günstigen Konditionen an Fremde vergeben. Kriterien sollen z.B. sein: Arbeitnehmer oder Rentner, Dauer der bisherigen Tätigkeit auf Baltrum, Familienstand, Kinder, ehrenamtliches Engagement usw..
Wenn man überlege, für wen die Genossenschaft interessant sei, müsse man sagen: für alle! Es könnten sich sogar wieder Handwerker auf der Insel niederlassen. Die WoGe hätte ein Riesenpotenzial - jeder, der genauer nachdenkt, sollte teilnehmen. Wir haben viel Arbeit, aber wenig Menschen, sagte Petra de Vries. Ein guter Wohnungsmarkt hätte einen guten Arbeitsmarkt zur Folge. Einige Betriebe resignierten derzeit und könnten nicht expandieren. Für die Zukunft des Dorfes, den Kindergarten, die Schule müssten familienfreundliche Wohnungen bereit gehalten werden, lautete ihr Appell. Eine schöne Wohnung zu haben sei ein Stück Lebensqualität.
Man möge den Genossinnen und Genossen der Wohngenossenschaft Baltrum i.G. mit Rat und Tat - und auch Geld - folgen.

Anfragen beantwortet gerne Berthold Tuitjer:
tuitjer@baltrum.de
0170 - 912 78 40

Titelfoto v.l.n.r.
Karl-Siegfried Völkel, Petra de Vries, Kirsten König, Berthold Tuitjer und Martin Heinkelein

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Hinrichs