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29.10.2018

WoGe Baltrum - Gründungssitzung am 5.11.


Gründungsversammlung Montag, 05.11.2018, 10:30 Uhr im Sitzungszimmer

Auf den anderen Ostfriesischen Inseln sind ebenfalls Initiativen zur Besserung der Wohnraumproblematik aktiv. Die Genossenschaft auf Juist beispielsweise hat jetzt eine erste Immobilie kaufen können, schreibt Stefan Erdmann:

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Seit drei Jahren gibt es auf Juist die Genossenschaft „Juist – Infrastruktur und Wohnen eG“, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Förderung ihrer Mitglieder vorrangig durch eine gute, sichere und verantwortbare Wohnraumversorgung sowie der Erhaltung der Infrastruktur auf Juist. Jetzt zeigt die Arbeit von Vorstand und Aufsichtsrat einen ersten Erfolg, denn Anfang Oktober konnte der Kaufvertrag für eine Immobilie mit sechs Wohnungen unterzeichnet werden.

„Wir haben uns um verschiedene Immobilien und Grundstücke intensiv gekümmert, doch ließen sich diese Projekte nicht darstellen oder gingen in den Mühlen der Verwaltung unter“, so Vorstandsmitglied Gerhard Jacobs. Umso mehr sei man nun froh, von der Familie Hünig das Gästehaus „Arche“ übernehmen zu können. Erst hatte eine Juister Familie Interesse an dem Haus, nachdem diese aber abgesprungen waren, hatte Alexander Hünig der Genossenschaft das Gebäude angeboten.

Man wurde sich handelseinig, was indes ein schwieriger Prozess war, weil nur der hintere Teil des Grundstücks zum Verkauf stand. Für das Vorderhaus hat sich die Genossenschaft ein Vorkaufsrecht einräumen lassen. Dank einer Bürgschaft der Inselgemeinde konnte auch die Finanzierung gesichert werden. Schon im alten Gemeinderat unter Bürgermeister Dietmar Patron hatte man 2016 einen Bürgschaftsrahmen von 550.000 Euro festgelegt, diese Summe wurde nun zur Hälfte in Anspruch genommen. Hierfür ist die Genossenschaft sehr dankbar, so Jacobs: „Ohne die Unterstützung der Gemeinde wäre der Kauf nicht möglich gewesen.“

Auf einen Aufruf in der „Juister Inselpost“ haben sich derzeit 26 Interessenten gemeldet, die gerne in ein Mietverhältnis für eine Wohnung einsteigen wollen. Das Haus enthält vier größere Wohnungen mit ca. 75 Quadratmetern Wohnfläche und zwei kleine Singlewohnungen mit je 35 Quadratmetern. Die große Zahl von Bewerbern zeige, wie groß der Bedarf an bezahlbaren Wohnraum auf der Insel ist, so Jacobs. Rund ein Drittel der Bewerber wären reine Juister, der Rest sei auf der Insel tätig, drei Interessenten kamen vom Festland und würden gerne zur Insel ziehen. Überwiegend handelt es sich um Privatleute, aber auch Arbeitgeber haben angefragt. In jedem Fall will man die Wohnungen längerfristig vermieten, im Gegensatz zu Mitarbeiterwohnungen schaffe man hier die Möglichkeit, auch im Rentenalter auf der Insel wohnen zu bleiben.

Wie geht es nun weiter? - Wenn das Haus von der Genossenschaft übernommen ist, will man mehrere Besichtigungstermine für die Interessenten anberaumen. Danach wolle man sehen, wer weiterhin Interesse hätte und über die Vergabe der sechs Wohneinheiten entscheiden. Das Haus selbst sei in einem guten Zustand, lediglich kleinere Arbeiten z. B. im Außenbereich müssten erledigt werden.

Die Genossenschaft selbst will weiterhin an ihren Zielen arbeiten und sich um weitere Projekte bemühen. Sie sieht in dem Fehlen von Dauerwohnraum das größte Problem auf der Insel. Für die weitere Arbeit sei es wichtig, weitere Mitglieder zu gewinnen, so Jacobs weiter. Derzeit habe man 34 Mitglieder, neben Privatpersonen ist auch die Juist-Stiftung dabei. Nachdem bekannt wurde, dass das Wirken der Genossenschaft auf fruchtbaren Boden gefallen ist, haben alleine in den letzten vier Wochen zehn weitere Personen Mitgliedsanträge gestellt. Ein Geschäftsanteil an der Genossenschaft hat einen Wert von 2.000 Euro, die Mindesteinzahlung beträgt 500 Euro. Der Erwerb mehreren Anteile ist möglich. In den Vorjahren wurde eine Dividende von zwei Prozent gezahlt, in dieser Richtung werden auch wohl die kommenden Jahre liegen.

Stefan Erdmann, JNN

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Auch auf Baltrum sei seitens des Rates Unterstützung der Wohngenossenschaft Baltrum in Gründung signalisiert worden. Die Gemeinde soll sich mit einem "spürbaren" Betrag beteiligen, heißt es.

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: WoGe Baltrum
Quelle: Stefann Erdmann, Juist Net News