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01.05.2018

Zukunftstag Baltrum II.


Auch auf Baltrum hatten sich zwei Mädels für ihren Zukunftstag am 26. April den Beruf der Nationalpark-Rangerin interressiert.

Hier der Bericht von Rangerin Anette Müller:

"Auf Baltrum starteten wir den Zukunftstag mit Vogelbeobachtung durchs Spektiv am Watteinstieg beim Bootshafen, was sich auf Grund der Zeit anderthalb Stunden vor Hochwasser anbot. Von hier lässt sich die Lachmöwenkolonie schön einsehen sowie viele Arten, die um die Hochwasserzeit hier sitzen. Weiter ging es ins Ostdorf, von wo wir nebst Blick auf die Lachmöwenkolonie sehen konnten, dass die Brandseeschwalben-Kolonie jetzt (seit dem Tag davor von uns durchs Spektiv festgestellt) besetzt ist. Einen weiteren Blick auf das östliche Ende der Kolonie, um zu kontrollieren, ob sich hier schon die Flussseeschwalben eingefunden haben (was nicht der Fall war, obgleich sie an anderer Stelle am Vortag schon in der Kolonie gesichtet wurden), hatten wir vom früheren Watteinstieg am Salzwiesenpfad beim NTB aus.
Unser nächstes Ziel war das Ostende, zur Kontrolle der Anwesenheit erster Zwergseeschwalben (was noch nicht der Fall war).
Bei allen Stationen und dazwischen auf dem Weg erzählte ich den Beiden Interessantes zu den Vogelarten, Pflanzen, Muscheln, die wir sahen, zur Dünenbildung und natürlich wozu wir unsere Arbeit machen; was besonders Anne, die erst seit ein paar Monaten auf der Insel lebt – „was Du alles weißt!“ – sehr beeindruckte.
Dann kam der Härtetest für die beiden Mädchen. Auf holprigem Wege mit reichlich Gegenwind mussten wir per Fahrrad zurück – mit einem Mal zog sich das kleine Baltrum ganz schön in die Länge, und besonders Lena war schwer beeindruckt, dass ich fast jeden Tag auf der Strecke bis in den Osten unterwegs bin.
Nach einer Verschnaufpause ging es auch schon zu unserer letzten Station, dem Strandabschnitt zwischen BK-Heim und NTB. Hier waren seit Ende vorletzter Woche zwei Sandregenpfeifer anwesend, die ich wegen möglicher Brut im Blick hatte. – Zum krönenden Abschluss entdeckten wir dort das erste Sandregenpfeifer-Gelege dieser Saison auf Baltrum! – als unumstrittenes Highlight des Tages!
Beide Mädchen freuten sich riesig, und besonders Lena äußerte sich mehrfach ganz begeistert, dass diese vom Aussterben bedrohte Art jetzt bei uns mit gleich einem Vollgelege brütet. Auch verstanden die beiden Mädchen anhand dieses Erlebnis eindrücklich die Wichtigkeit, dass dafür Strandbereiche abgezäunt werden.
Beiden hat dieser Vormittag sehr gefallen."

Anette Müller

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Müller
Quelle: Nationalpark-Rangerin Anette Müller