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12.12.2006

Gode Tied e.V. wird gegründet


Gode Tied - Gute Zeiten - erhoffen sich die Baltrumer mit der Gründung eines neuen Vereins auf der kleinsten Ostfriesischen Insel. Nachdem die Sozialstation Hage, die bislang auch Baltrum betreute, angekündigt hatte, dieses aus finanziellen Gründen in solcher Form nicht weiter leisten zu können, hatte die Inselärztin Dr. Ellen Althainz im Oktober zu einer Versammlung eingeladen. Dabei war man zum Entschluss gekommen, einen Verein zum Erhalt einer Baltrumer Sozialstation gründen zu wollen.

Am vergangenen Sonnabend war es soweit: Weit über 100 Anwesende folgten im Strandhotel Wietjes den Ausführungen des Teams, das einen Satzungsentwurf erarbeitet hat. "Da sie alle so viel Ahnung vom Aufbau einer Sozialstation hätten wie eine Kuh vom Eislaufen", so Ellen Althainz, hätte der Arbeitskreis sich sowohl bei der Diakoniestation Hage kundig gemacht, als auch beim Finanzamt und sich mit einem Rechtsanwalt besprochen. So stehe der Satzungsentwurf für den zu gründenden Verein auf einem soliden Fundament. Die Satzung für "Gode Tied auf Baltrum" wird im Wesentlichen einer Vereinssatzung nach dem BGB entsprechen.
Es ist vorgesehen, zwei Krankenschwestern, die auf der Insel leben, vom Verein einzustellen. Dies entspricht der Minimalvorschrift für die kleine Insel - Stationen an Land müssen vier Krankenschwestern bereitstellen. Die Baltrumer Schwestern erhalten einen Mindestlohn auf 400 Euro Basis - das zusätzliche Einkommen soll aus den umsatzbezogenen Leistungen kommen, die sie bringen - bei mehr als acht Pflegefällen seien sie dann sogar besser gestellt als eine Pflegerin an Land. Der Verein wolle, dass die Schwestern auf Baltrum bleiben und hier arbeiten, so Ellen Althainz. Nicht nur die Motivation der Schwestern ist angedacht, sondern auch die der Gäste: Bei einer soliden Pflegemöglichkeit können auch Urlauber die Dienste in Anspruch nehmen. Der Verein will zusätzlich Rücklagen für Engpässe bilden, sprich für Zeiten, in denen es wenige Pflegefälle auf der Insel gebe. Diese Situation war im Oktober noch zu befürchten gewesen. Damals gab es gerade einmal zwei Patienten, heute ist die Zahl aber schon wieder auf sieben gestiegen.
Von den Krankenkassen sei Zustimmung signalisiert worden, die beiden Schwestern sollen die Rechnungen zusammen mit dem Kassenwart des Vereins erstellen. Zusätzliche soziale Dienstleistungen außerhalb der Pflegeversicherung sollen einheitlich nach einem Zeittakt errichtet werden, der sich an den Sätzen des so genannten "Niedersächsischen Kataloges" richte. Das entspreche neun Euro pro angefangener Stunde.

Die große Mehrheit (110 Anwesende) der Versammlung bekundete, den Verein so gründen zu wollen und wählte Martina Leißner (in Abwesenheit) zu dessen ersten Vorsitzenden. Stellvertreterin wurde Ingeborg Harms, Schriftführerin Dr. Eva Bach, Kassenwart Herbert Köhler. Als Beisitzer wurden Riklef Wietjes, Bernd Stürenburg und Rainer Iwanowski gewählt.

Nun soll der Verein schnellst möglich im Vereinsregister eingetragen und beim Finanzamt die Gemeinnützigkeit beantragt werden, damit er zu Beginn des Jahres 2007 seine Tätigkeit aufnehmen kann.



Autor: Sabine Hinrichs