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10.10.2019

638 Unterschriften pro Parkplatz-Service


Baltrumer sammeln 638 Stimmen gegen die Parkplatz-Ausschreibung in Neßmersiel


Die Baltrumer Udo Bengen, Stephan Bressel und Susanne Mammen haben kürzlich eine Unterschriftenaktion gegen das Ausschreibungsverfahren zur Parkplatz-Vergabe in Neßmersiel gestartet und binnen zehn Tagen 638 Unterschriften zusammenbekommen – nur auf der Insel. Damit sind sie am Donnerstagvormittag ins Rathaus marschiert und haben die Sammlung der Hafenzweckverbandsvorsitzenden Petra de Vries und dem Baltrumer Bürgermeister Berthold Tuitjer übergeben.
Auswirkungen wird dies nach dem Bekunden von Petra de Vries (CDU) allerdings nicht haben. Das Ausschreibungsverfahren laufe. Am Freitag, dem 18. Oktober um 11 Uhr ist Abgabetermin. Die Submission erfolge erst danach, und erst wenn alle rechtlichen Überprüfungen abgeschlossen seien, würde das Ergebnis veröffentlicht, also erst in der Woche darauf.
Darauf wollten die Unterschriftensammler aber gar nicht hinaus – sie wollten eigentlich das ganze Verfahren stoppen, weil es in ihren Augen die Verhältnisse nicht richtig berücksichtige. Den Zuschlag solle nur bekommen, wer das ganze bisherige Leistungsangebot fortführe, heißt es in ihrer Forderung.
Tatsächlich handelt es sich um zwei Ausschreibungen: einmal die Vergabe der Parkplatzfläche am Hafen in Neßmersiel für Tagesgäste, Strandbenutzer und Kurzparker seitens des Hafenzweckverbandes, und zweitens um die, von Baltrum aus gesehen, hinter dem Deich gelegene Parkplatzfläche für Dauerparker (Gäste wie Insulaner), die von der Gemeinde Dornum ausgeschrieben wird. 
Es wird die Vorgehensweise bedauert, die beide Räte, auf Baltrum und in Dornum, aber so beschlossen hätten. Nach Ansicht einiger Baltrumer wäre es klüger gewesen, der Hafenzweckverband hätte die Fläche hinter dem Deich von der Gemeinde Dornum gepachtet und die Vergabe als Gesamtpaket ausgeschrieben. Denn dann hätte es nicht die jetzt zu befürchtende „Lücke“ gegeben, die das von den Baltrumern so dringend erforderliche Serviceangebot eines Zubringerdienstes unberücksichtigt lasse. Theoretisch könnten nämlich zwei verschiedene Anbieter den Zuschlag bekommen, sodass einer das „Sahnestückchen“ Hafenparkplatz hätte, wo mehr oder weniger alles fertig und vorhanden sei, und der andere den personal- und arbeitsintensiven und vor allem ganzjährig zu bewirtschaftenden Parkplatz in Neßmersiel. Ob dieser dann einen Zubringerdienst anbieten würde, müsste sich gegebenenfalls zeigen. So bleibe zu befürchten, dass sich ein kapitalstarkes Unternehmen von außerhalb mit Höchstangebot das Ganze als Abschreibungsobjekt unter den Nagel reiße. Familienunternehmen vor Ort könnten den Kürzeren ziehen. Zudem werden bei den Ausschreibungen zukunftswirksame Festlegungen wie die Einrichtung von Elektrosäulen für die zunehmende eMobilität, die Digitalisierung hinsichtlich eines einheitlichen und einfachen Buchungsverfahrens – idealerweise als Gesamtpaket mit Fährticket und Kurbeitrag – sowie eine Bekundung zur Sicherung von Arbeitsplätzen vor Or vermissst. 

 


Foto Bärbel Nannen
Susanne Mammen, Udo Bengen, Petra de Vries, Berthold Tuitjer und Stephan Bressel (v.l.n.r.) am Donnerstagvormittag vor dem Baltrumer Rathaus


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Bärbel Nannen