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10.07.2019

Ratssitzung III.


Dem Baltrumer Bürgermeister und Kurdirektor wurde wieder nicht die Beschaffung eines Computerprogrammes genehmigt. Diesmal hatte Berthold Tuitjer die Einführung von mpsARES, einer Software-Komplettlösung für Bau- und Betriebshöfe sowie Stadtwerke, vorgeschlagen. Die Ratsmitglieder stimmten alle gegen ihn. Es werde die Gemeinde irgendwann einholen, denn der Nachweis und die Trennung von Kurverwaltung (als Eigenbetrieb) und Gemeinde könnten bzw. dürften auf Dauer nicht Pi mal Daumen berechnet werden. Interne Leistungen müssten punktgenau zugeordnet werden können, vor allem hinsichtlich der Kurbeitrags-Kalkulation. Dies sei "kein Schnickschnack eines digitalverliebten Bürgermeisters", mahnte er.

 

Der nächste Tagesordnungspunkt hieß Abbau Wal/Brunnen – Einrichtung Bühnenplatz. Zwecks Schaffung einer Fläche für die von mehreren Vereinen unter der Regie des ShantyChors angeschafften mobilen Bühne auf dem im Ortsjargon so geheißenen "Platz des himmlischen Friesens" sollte der (funktionsuntüchtige) Brunnenwal abgebaut werden. Dieser bleibt der Insel aber erhalten, so wollten es CDU und GfB. Als Alternativstandort für die mobile Bühne wurde das unbebaute Grundstück gegenüber dem Lokal Seehund bei der Alten Inselkirche ins Gespräch gebracht.

 

Der auslaufende Pachtvertrag mit der Inselapotheke wird verlängert, beschloss der Rat mit einer Gegenstimme.

 

Einstimmig war der Beschluss des Gemeinderates zur Feuerwehrersatzbeschaffung: Der Jeep ist abgängig und kommt nicht mehr durch den TÜV, ein neues geländetaugliches Fahrzeug muss her. Eine Summe wurde nicht genannt.

 

Und auch bei der Erneuerung der Tafeln und Schilder des im Jahre 2006 eingeweihten Gezeitenpfades durch den NLWKN (Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) waren sich die Ratsleute einig und stimmten der Investition von ca. 3.000 bis 4.000 Euro zu.

 

Bei dem von der Gemeinde eingerichteten Thalassoweg fehlten Schilder oder seien beschädigt, wies Jann Bengen (CDU) unter Verschiedenes, Wünsche und Anregungen hin. Der Verwaltung sei dies bekannt – bei einem funktionierenden Auftragssystem wäre es bereits eingepflegt und den richtigen Stellen zugestellt worden, versuchte Tuitjer es humorvoll.

 

Bei der Bürgerfragestunde kam das Thema Denkmalschutz auf. Zum Strandcafé hieß es, dass Verhandlungen mit der Denkmalschutzbehörde in Oldenburg liefen. In den Achtzigerjahren hätte das Bau- und Denkmalamt diverse Gebäude registriert, erklärte Harm Olchers. Verfall könne allerdings nur dokumentiert werden. Wie ein Eigentümer mit seinem Gebäude umginge, könne die Verwaltung nicht bestimmen. Im Alten Ostdorf ist ein altes Insulanerhaus inzwischen verfallen. Eine Handhabe oder Druckmittel habe man nicht, wurde bedauert.

 

Es wurde zur personellen Zukunftsplanung beim Pflege- und Sozialverein Gode Tied gefragt. Schwester Maria verlasse die Insel, berichtete Ratsfrau und Vorsitzende des Vereins Eva Bach. Es sei eine Nachfolgerin gefunden. Wann sie anfängt, sei vom Auflösungsvertrag mit ihrem derzeitigen Arbeitgeber abhängig, entweder am 1. Oktober oder zum 1. Januar des kommenden Jahres. Die Übergangszeit sei jedoch geregelt, eine zusätzliche Schwester sei bereits da, eine studentische Hilfskraft komme, und Schwester Helena bleibe auch, so die Inselärtzin.

 

Die Lichtverschmutzung durch die Windkraftanlagen in Dornum wurde angesprochen. Tuitjer wies darauf hin, dass das Thema im Fokus aller Bürgermeister der Inseln stünde, und beim Insularen Erfahrungsaustausch zur Sprache kam. Man warte darauf, dass ein global einzusetzendes neues System die Blinkvorrichtungen erst bei Annäherung eines Flugzeuges in Gang setze. Auch gebe es aus der Nationalpark-Verwaltung eine entsprechende Initiative – das Weltnaturerbe Wattenmeer zu verdunkeln sei allerdings ein hochdiffizieles Thema, man denke an die Diskussion über die Straßenlaternen, merkte Jann Bengen an.

 

Warum die Allroundfitness zur Abendbrotszeit um 19 Uhr stattfinde, wurde gefragt und 17 Uhr als besserer Termin vorgeschlagen. Dies sei einerseits eine überlieferte Geschichte, andererseits dem Arbeitsabläufen des Sportlehrers und den Schließzeiten des Kinderspielhauses geschuldet. Aber man könne ja darüber nachdenken, so der Bürgermeister.

 

 

 

 

 


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Hinrichs