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16.04.2019

Geschichten: Reemts Reise IV.


Ich habe meinen Dodge Caravan nun umgebaut. Zuerst habe ich die Rücksitze ausgebaut, und als eine Basis für mein Bett habe ich lediglich vier kleine „Tische“ genutzt. Darauf habe ich eine Matratze gelegt und mir mein gesamtes Camping Equipment zusammen gekauft. Mit Campingkocher, Stühlen und Skiern habe ich dann direkt meinen ersten kleinen Roadtrip gestartet, quasi als Testlauf. Für mich ging es durch den Nationalpark Richtung Norden. Dabei habe ich das Fahren durch die Rockie Mountains sehr genossen, da diese Landschaft wieder und wieder faszinierend ist. Zwar war es nachts noch etwas kalt, aber ich konnte es nicht schlichtweg nicht abwarten, endlich loszufahren. Abends an einem gefrorenen See, beim Lagerfeuer, unter den Sternen und mit Wolfsheulen in unmittelbarer Nähe einzuschlafen, zählt dabei definitiv zu meinen Highlights.

Tagsüber habe ich außerdem wilde Hirsche, Elche und Bisons gesehen, besonders wilde Bisons sehen zu können, hat mich sehr fasziniert. 

Danach bin ich weiter nach Edmonton gefahren, dort habe ich sowohl die IceCastles besucht, ein riesen Eiskomplex, der sehr berühmt hier in Kanada ist, als auch die West Edmonton Mall, der größten Mall Nordamerikas. In der Mall gab es alles, von einem Freizeitpark zu einem Schwimmbad, einem Zoo und einer Eishockeyfläche – sehr eindrucksvoll. Nach ca. einer Woche ging es für mich zurück nach Banff, zu meinem Job bei Mt. Norquay.

Am 25. April kommt mein Bruder Wilko mich dann besuchen, worauf ich mich sehr freue! Gemeinsam werden wir dann den Jasper Nationalpark, Vancouver und Vancouver Island erkunden. Alles in meinem umgebauten Campervan. Ich freue mich besonders darauf, unabhängig von allem zu sein. Einfach hinfahren zu können, wo auch immer wir hinwollen. Und jetzt da es immer wärmer wird, kann das nur super werden!

 

 

Jan, der Reporter vom Sonntagsreport, wollte eine "Extra-Folge" machen, als ich mein Auto nun vollausgestattet hatte. Am Ende hatte er mir noch einige Fragen gestellt:


1. Das ist ein Dodge Caravan
2. Ja am Anfang hatte das zwei Rückbänke, die ich jedoch ausgebaut habe, um Platz für das Bett zu haben.
3. Das Auto ist von 2002, hatte 197000km (was für kanadische Verhältnisse wenig ist) und ich habe 1700$ dafür ausgegeben. Danach musste ich natürlich noch Campingzubehör etc. kaufen.
4. Nein, ich habe keine Elektrik verbaut. Jedoch muss ich noch Gardinen und auch eine Lichterkette anbringen, einfach um es gemütlicher zu haben. Das geschieht so in zwei Wochen.
5. Unter dem Bettgestell liegt alles was man braucht: Campingkocher, Geschirr, Besteck, Feuerholz, eine Angel, ein aufblasbares Boot, Campingstühle, Penny Boad, Ukulele, Essen. Das ist alles was mir gerade so einfällt. 
6. Ja ich habe mir alles einzeln zusammengekauft. Praktisch ist, dass die Community hier eine große Facebook Gruppe (Banff Buy and Sell) hat, wo immer wieder Camping Ausrüstung etc. gebraucht, verkauft wird.
7. Schwierig zu sagen, erdtmal war es schwierig die beste Lösung für die Basis zu finden. Ob ich entweder ein Bettgestell aus Holz selber baue oder eben meine Lösung. Nach langem Googlen etc. habe ich mich für meine Lösung entschieden, da es die günstigste und einfachste und zugleich sehr stabile Basis ergibt. Der Umbau selbst hat nicht lange gedauert. Aber alles einzeln zusammen zu suchen und an alles zu denken, was ich brauchen könnte, hat mehrere Wochen gedauert.
8.Innerhalb der Nationalparks muss ich mich auf Campingplätze begeben, damit die Natur geschützt wird. Diese kosten dann i.d.R. 10 $ und Feuerholz ist inklusive.
Außerhalb der Nationalparks kann ich mich überall frei nach Belieben hinstellen. Was natürlich super ist, da ich dann wirklich an nichts mehr gebunden bin und hinfahren kann, wo ich will und dort auch einfach stehen bleiben und übernachten kann.
9. Ich fahre nach Schildern. Ich habe über ein Navi nachgedacht, jedoch habe ich Spaß darin, mich selbst zu orientieren und notfalls auch mal eine falsche Abbiegung zu nehmen, wer weiß wo die hinführt? Außerdem ist das Navigieren hier deutlich einfach, da es meist lange Highways jeweils in eine Richtung führend gibt, bspw. den Trans-Canada-Highway, der vom Pazifik bis zum Atlantik führt, einmal quer durch Kanada.

Ich habe nun übrigens bei meinem Job bei Mt. Norquay gekündigt und für mich geht's jetzt los. Am 25.4 kommt ja mein Bruder und wohin es für mich bis dahin genau geht, weiß ich noch nicht. Aber das schöne ist ja, das ich keinerlei Verpflichtungen habe, also kann ich einfach drauf losfahren, oder irgendwo hinfliegen? Mal schauen!

 

 

 

 

Reemt berichtet regelmäßig für den Sonntagsreport in Leer und hat sich inzwischen den Traum vom Auto erfüllt, wie man sieht. Der jüngste Sohn der Inselpastoren Hedwig und Lothar Friebe ist auf Baltrum zur Schule gegangen. Die Familie lebt heute in Leer.

 


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Reemt Friebe
Quelle: Reemt Friebe; Sonntagsreport Leer