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17.03.2019

Heimatverein feiert Jubiläum


Fest im Museum Altes Zollhaus auf Baltrum
30 Jahre Heimatverein – Ausstellungseröffnung „Steinzeit an der Nordseeküste“ mit den Kieferknochenfundstücken von Spiekeroog und Baltrum

 

30 Jahre Heimatverein Baltrum wurden am Sonntag, dem 17. März im Museum "Altes Zollhaus" auf Baltrum gefeiert und dazu die Ausstellungseröffnung "Steinzeit in Ostfriesland" mit der feierlichen Enthüllung der neuen Vitrine mit den auf Spiekeroog und Baltrum gefundenen Kieferknochen.
Die erste Vorsitzende des am 16. März 1989 gegründeten Heimatvereins, Simone Ulrichs, begrüßte die zahlreichen Anwesenden und erzählte vom Werdegang des Heimatvereins und des Museums, die mit der Gründung des Nationalpark-Hauses einhergegangen waren. Sie bedankte sich im Namen aller Gründer, Mitglieder, Freunde und Förderer vor allem bei ihrem Vorstand und ihren Mitreitern: "Es ist nicht selbstverständlich, so viel Freizeit in so ein großes Projekt zu investieren. Wir alle tun es gerne und nach bestem Wissen und Gewissen. Jeder leistet das, was in seinen Kräften steht, und wir vom Vorstand sind ein tolles Team und mit viel Freude und Engagement bei der Sache. Jeder hat seine Aufgaben und bringt sein Können und seine Fähigkeiten ein. Zusammen haben wir, aber vor allem unsere Vorgänger, ein wunderschönes Andenken für unsere Insel geschaffen." Sie dankte auch Ausstellungsentwicklerin Dr. Heidi Gansohr-Meinel, die auch die neue Ausstellung wieder begleitet und sie in Text, Form und Ton gebracht hat. Sie gab einen Ausblick auf die kommenden Ausstellungen "Baltrumer Flurnamen" und "Baltrum – früher und heute", die für die nächsten Jahre im Obergeschoss des "Bummerts", dem einzigen Ostfriesischen Doppelhaus auf einer Insel, bereits in Planung und Ausarbeitung sind. Am Abend zuvor war der Vorstand bei der Jahreshauptversammlung bestätigt worden.
Baltrums Bürgermeister Berthold Tuitjer freute sich in seiner Glückwunschrede über die gute Einschätzung des "Knochenfinders" Christian Groger, der mit seinem Fund eine Sensation für Baltrum und Ostfrieslands Küste ans Licht gefördert hatte. Gerne hätten die Baltrumer Gemeinde und Vereine bei der zeitlichen Zuordnung und Bestimmung in finanzieller Hinsicht geholfen und so zusammen mit der Ostfriesischen Landschaft die Einordnung auch des zwei Jahre zuvor gefundenen Kieferknochens auf Spiekeroog möglich gemacht. Dass die Fundstücke heute auf der kleinsten Ostfriesischen Insel zu bestaunen sind, sei der guten Zusammenarbeit aller Beteilgten zu verdanken.
Christian Groger, der Finder des Baltrumer Unterkiefers und "Hobbyarchäologe", berichtete von dem "Glücksmoment" und den genauen Umständen des Fundes am Baltrumer Oststrand. Er sei froh gewesen, bei Baltrums Gemeindeoberhaupt auf offene Ohren gestoßen zu sein. So wurde die wissenschaftliche Erforschung der beiden Fundstücke schnell vorangebracht, als man festgestellt hatte, dass es auf Spiekeroog einen ähnlichen Fund gegeben hatte.
Dr. Rolf Bärenfänger von der Ostfriesischen Landschaft beglückwünschte den Heimatverein ebenfalls zur neuen Ausstellung und zu den einzigartigen Exponaten, die für die ganze Küste von Bedeutung seien. Er wüsste nicht, dass es ähnlich alte menschliche Fundstücke an der deutschen Nordseeküste geben würde, auch nicht in Schleswig-Holstein. Der Spiekerooger Unterkiefer ist ca. 7500 und der Baltrumer 5500 Jahre alt. Man spreche von der Zeit der Jäger und Sammler. Die Ostfriesische Landschaft arbeite stets mit großem Respekt gegenüber menschlichen Relikten, weshalb man fern vom "Ötzi-Hype“ sei.
Spiekeroogs Bürgermeister Matthias Piszczan war mit einer Delegation von der Schwesterinsel nach Baltrum gekommen. Er deutete Verhandlungen an, um die Exponate künftig auch im Museum auf Spiekeroog sehen zu lassen. Er hoffe, dass "die Wissenschaft", also Universitäten und Ministerien, die Bedeutung der beiden Funde anerkennen und entsprechende Gelder zu weiteren Untersuchungen zur Verfügung stellen würden.
De Fleitjes van Baltrum umrahmten das Fest musikalisch, bevor mit einem beschwingten Umtrunk auf das Jubiläum und die Enthüllung der Vitrine angestoßen wurde.


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Hinrichs, Nannen