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16.11.2018

Das Coffee-To-Go-Pfandsystem


Am liebsten ab sofort! waren sich der stellvertretende Marktleiter Ralf Tomm (rechts) und Edzard Meyer (links), langjähriges Mitglied des Vorstandes und jetzt des Aufsichtsrates der Konsumgenossenschaft, einig: das Pfandbechersystem soll möglichst bald im Inselmarkt eingeführt werden - und am liebsten auf der ganzen Insel. Denn wenn möglichst viele, oder besser noch: alle! mitmachen, funktioniert es auch am besten.
Anna Bergmann (zweite von rechts) präsentierte in der Backstube des Inselmarktes am Freitagnachmittag das ausgeklügelte und verblüffend simple Pfandsystem von reCup, einem jungen Unternehmen aus München, das sich ganz auf die deutschlandweite Verbreitung eines Mehrwegbecher-Pfandsystems für Coffe-To-Go spezialisiert hat. Damit soll Müll vermieden werden, denn die Becher sind eine nachhaltige Alternative zum Einwegbecher. Inzwischen hat wohl jeder mitbekommen, wie schnell die Müllberge anwachsen. Und dass sich die Menschen wieder wie früher alle gemütlich in ein Café setzen und den Kaffee stilecht aus Porzellan zu sich nehmen - darauf braucht man wohl nicht hoffen.
Neben einer Mitgliedschaft mit dreimonatiger Kündigungsfrist (1 Euro pro Tag, kann saisonabhängig berechnet werden) fallen allein die Anschaffungskosten für die Becher an, 1 Euro pro Stück. Das ist ein durchlaufender Posten, der dem Kunden berechnet wird. Dieser gibt den Becher zurück - theoretisch egal bei welcher reCup-Stelle in Deutschland, die man unter anderem über die eigens dafür entwickelte RECUP-App finden kann - und erhält den Pfand wieder. Oder er behält den Becher als Souvenir. Die Ostfriesen haben sich zusammengeschlossen, um ein eigenes Motiv und damit einen Ostfriesen-Kaffeebecher zu bekommen. Kommenden Freitag soll es den Startschuss zur ostfrieslandweiten Einführung in der Ostfriesischen Landschaft geben, verriet Anna Bergmann.
Die im Allgäu produzierten Becher sind aus hochwertigem, recyclebarem Kunststoff (Polypropylen PP) in drei Größen und zwei Fraben erhältlich: 0,2 l mint, 0,3 l cappuccino und 0,4 l mint. Es gibt Deckel dazu, die nicht im Pfandsystem, sondern zu kaufen bzw. verkaufen sind in den schönen Farben Mint, Cappuccino, Beere und Zartbitter. Man könnte sie individuell bedrucken lassen bei einer Abnahme von 1000 Stück - z.B. mit einem Baltrum-Motiv oder dem Logo, wenn sich viele zusammentäten, kam schnell die Idee auf. Der Deckel ist nicht im Pfandsystem, weil es noch keine Lösung gibt, ihn einfach und nach den Hygienevorschriften zu reinigen - damit er dicht ist, hat er Kanten und Ritzen.
Es hätten bereits mehrere Baltrumer Coffee-To-Go-Anbieter Interesse bekundet, so Edzard Meyer. Und für eine mögliche Pfandbecherrückgabe quasi als letzte Baltrumer Stelle auf der Fähre will ebenfalls eine Lösung gefunden werden...
Die Becher sind abriebfest und natürlich lebensmittelecht - sollten sie irgendwann Alterserscheinungen aufweisen, nimmt die Firma sie zurück und schickt neue, oder bezahlt das Geld eins zu eins wieder aus.
Nun hoffen die an der Präsentation Beteiligten, dass die Mitbewerber ebenso begeistert sind - damit wäre Baltrum die erste Insel, die das System einführen würde. Ursprünglich war dies, zumindest für den Inselmarkt, für die neue Saison 2019 geplant. Doch warum nicht sofort loslegen? Jetzt haben die meisten Mitnehmkaffeeanbieter geschlossen, doch zum Jahreswechsel könnte man einen ersten Testlauf starten. Auf keinen Fall wolle man warten, bis der Vorrat an "herkömmlichen" Einwegbechern verbraucht ist.

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Hinrichs