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17.10.2018

Zugvogeltage: tolle Motive für Vogelfotografen


Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Der Herbst ist der Höhepunkt des Vogelzuges im Wattenmeer. Mehr als 200 verschiedene Vogelarten lassen sich dann mit Geduld und etwas Glück hier beobachten und fotografieren. Gerade jetzt während der Zugvogeltage (13. bis 21. Oktober) bietet sich die Möglichkeit, mit versierten Ornithologinnen und Ornithologen die besten Beobachtungsplätze kennenzulernen. Dabei geben die Fachleute auch Tipps, welches die besten Tageszeiten sind und wie man die Tiere beobachten und fotografieren kann, ohne sie zu stören.

Das Fotografieren von Tieren ist überall im Nationalpark erlaubt. Verboten ist es allerdings, wild lebende Tiere an ihren Nist-, Brut-, Wohn- und Zufluchtstätten aufzusuchen. „Aufsuchen“ bedeutet, sich so weit anzunähern, dass man die Beunruhigungs- oder Fluchtdistanz der Tiere unterschreitet und sie dadurch stört.

In der Ruhezone des Nationalparks gilt ganzjährig ein Wegegebot. Ein ausreichendes Netz an Wander- und Reitwegen macht es möglich, die Natur dort zu erleben und im Bild festzuhalten, ohne Tiere zu stören. In der Brut- und Aufzuchtzeit der Vögel (vom 1. April bis zum 31. Juli jeden Jahres) gilt das Wegegebot auch für die Salzwiesen in der Zwischenzone des Nationalparks. Ansonsten darf die Zwischen- und auch die Erholungszone frei betreten werden.

Erfahrene Naturfotografinnen und -fotografen wissen: Gute Fotos gelingen nur, wenn die Tiere entspannt sind. Deshalb halten sie schon aus eigenem Antrieb respektvollen Abstand. Für bildfüllende Aufnahmen einzelner Vögel erfolgt die „Annäherung“ indirekt durch Objektive mit großer Brennweite. Wer sich geduldig und möglichst reglos am Wasser oder am Wegesrand hinsetzt, erlebt nicht selten, dass die Vögel von sich aus nahe herankommen. Dann kann man auch ohne teure Profi-Ausrüstung wunderbare Fotos „schießen“.

Für die Watvogel-Fotografie erweist sich der Zeitraum ca. zwei Stunden vor Hochwasser als günstig. Die aufkommende Flut treibt dann die eifrig fressenden Vögel vor sich her Richtung Küste bzw. Salzwiesenkante. Singvögel kann man mit etwas geübtem Blick in Schilfgürteln oder Dünen entdecken, wo sie gern am oberen Ende von Halmen oder Zweigen „posen“.

Zu den klassischen Zugvogel-Motiven zählen natürlich die in V-Formation ziehenden Gänsetrupps, die schon durch ihr Geschnatter den Fotografen-Blick zum Himmel lenken, oder die riesigen Schwärme von Alpenstrandläufern, die als unübersehbare Vogelwolke ihr „Ballett“ über dem Watt aufführen und nur aus großer Entfernung ihre Wirkung entfalten.

Ob Rotschenkel-Portrait, ob bildfüllender Seeadler, ob hunderte Beine und Schnäbel im Watt oder Formationen am Horizont: Die Fülle und Vielfalt der Vogelmotive im Niedersächsischen Wattenmeer ist dem Schutz des Nationalparks zu verdanken, der durch das Angebot an ungestörten Brut-, Nahrungs- und Rastgebieten über das ganze Jahr ein attraktiver Ort für die gefiederten „Models“ ist. Den Fotografinnen und Fotografen en kommt dabei auch der „Nationalpark-Effekt“ zugute: In Schutzgebieten verringern Wildtiere nach und nach ihre Fluchtdistanz, wenn sie die Erfahrung machen, dass vom Menschen keine Störung und keine Bedrohung ausgeht.


„Kalenderbirds“
Aus den Gewinnerbildern des Fotowettbewerbs entstand ein großformatiger Kalender für 2019 mit wundervollen Motiven von Zugvögeln im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zu allen Jahreszeiten. Der Kalender ist exklusiv in allen Nationalpark-Einrichtungen erhältlich.


Bild:
Die auflaufende Flut treibt die Watvögel – hier einen Trupp Rotschenkel - aus dem Watt Richtung Küste, direkt vor die Linse.


Link -> Das ganze Programm der ZVT

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Imke Zwoch, NLPV
Quelle: NLPV